|

|
|
 |
|
|
Die
wichtigsten Ereignisse in der Schweiz werden unter die Lupe
genommen.
snc
recherchiert, damit Sie mehr wissen.
snc-dossiers >>> |
|
|
|
 |
|
 |
|
Micheline
Calmy-Rey: Rapport der MIT ohne wahre Grundlage (foto:
snc - sevim civil)
|
|
|
|
|
Vergangenes Wochenende in der Schweiz
Skandal mit Geheimdienst
Die Schweiz erlebte am vergangenen Wochenende einen
grossen Skandal, an dem Geheimdienst und Politiker beteiligt waren. Die
geheim gehaltene Krise, in der Regierung bereits seit einem Monat
bekannt, wurde von den Schweizer Medien der Öffentlichkeit bekannt
gegeben. Die unwahre Aussage des türkischen Geheimdienstes (MIT), dass
die Aussenministerin Calmy-Rey Kontakt zur PKK habe, brachte Öl ins
Feuer. Denn Bundepräsident Couchepin und die Justiz- und
Polizeiministerin nutzten dies aus.
snc
özen aytac
- zafer sayar
BERN.
(27.10.03) Das Echo des Skandals, der am
vergangenen Wochenende stattgefand, wird immer grösser. Die einseitige
Absage des Türkei Besuches der Aussenministerin Micheline Calmy-Rey
seitens Ankara, und die Äusserung, dass es sich um einen Fall für den
türkischen Geheimdienst (MIT) handelt, löste in der Schweiz ein Beben
aus. Die Nachbeben sind noch immer vorhanden.
Die Nachricht, war am vergangenen Samstag
(25.10.03) im
Tagesanzeiger, am Sonntag (26.10.03) hingegen in der Zeitung Sonntags-Blick zu
lesen. Die Zeitungen berichteten auf diese Weise: Die Aussenministerin
Calmy-Rey nahm am vergangenen August an der Jahreskonferenz der DEZA in
Lausanne teil. Unter den 1.500 Gästen, die am Coctail teilnahmen, kam
ein kurdischer Migrant zu Calmy-Rey und bat sie, sich im Verlaufe ihrer
Türkei-Reise, mit der Lage des PKK-Leaders Abdullah Öcalan zu
befassen. Die Aussenministerin erklärte dem Mann auf höfliche Weise,
dass derartige Gesuche schriftlich an das Ministerium gesandt werden müssen,
und entfernte sich.
Rapport der MIT ohne wahre Grundlage
Die MIT Agenten beriefen sich auf diesen kurzen
Dialog, als sie aussagten, dass die "Aussenministerin ein Verhältnis
zur PKK" habe. Der Rapport, der dies beinhaltete, wurde neben der Türkei
auch dem schweizerischen Geheimdienst zugesendet. Dieser Rapport brachte
das türkische Aussenministerium zum Beben.
Der schweizerische Geheimdienst ging zur Justiz- und
Polizeiministerin Ruth Metzler, um diese Aussage auf ihre Wahrheit hin
zu überprüfen. Metzler informierte die Aussenministerin Calmy-Rey
lange Zeit nicht über diese Falschinformation. In der Zwischenzeit
wurde der Besuch von Calmy-Rey einseitig von Ankara abgesagt. Daraufhin
sendete Metzler die Unterlagen an Bundespräsident Pascal Couchepin. Sie
sagte, dass der Grund für die Absage des Besuches seitens Ankara nicht
mit dem Entschluss des Kantons Waad, bezüglich der Massenmorde an den
Armeniern zusammen, sondern mit der Zusammenarbeit von Calmy-Rey mit der
PKK.Calmy-Rey hört dies zuletzt. Die Aussenministerin Calmy-Rey wurde
erst am 3. Oktober, an einer ausserordentlichen Sitzung der Regierung
informiert. Nachdem Calmy-Rey an der Sitzung das wahre Gesicht der
Geschichte aufgedeckt hatte, hatten Couchepin und Metzler
Schwierigkeiten, ihr Verhalten zu erklären. Die Aussenministerin erklärte,
trotz ihrer Reaktion, dass sie diese Sache nicht als politisches
Material nutzen werde. Die Regierung entschied sich dazu, die Öffentlichkeit
über diese Angelegenheit nicht zu informieren.Der Skandal wurde
vergangenes Wochenende von den Medien ans Licht gebracht.
Die Dimensionen der Krise in der Regierung haben sich
somit vergrössert. Neben der Frage, wie Geheimdienstagenturen es wagen
können, auf diese Weise zu handeln, sind Metzler und Couchepin Ziel von
harten Kritiken geworden.
Das Parlament wird eingreifen
Es wird erwartet, dass das Parlament in den nächsten
Tagen, in den Skandal eingreift und vor allem Kommissionen bildet, die
sich mit dem Thema befassen werden. Die Vermutungen beruhen darauf, dass
es eine der ersten Aufgaben des neuen Parlamentes sein wird, sich mit
diesen Thema zu befassen - die "ausserordentlichen" Arbeiten des Geheimdienstes und die
Politiker, die zu dem Schweigen, um einen politischen Vorteil erzielen
zu können.
snc
archiv: Türkei-Schweiz: Diplomatische Krise
|
|
|
|

Der
Bundesrat versammelt... Thema der ersten Bundesratsitzung
nach dem
Skandal: Sicherheit... (fotoservice: bundeskanzlei)
|
| |
|
Die Schweiz nach dem Skandal des vergangenen
Wochenendes
Der
Bundesrat hatte Sicherheit auf
der
Tagesordnung
Die Schweiz hat am vergangenen
Wochenende einen grossen Skandal durchlebt, in dem die Geheimdienste
verwickelt waren. Seit einem Monat wird die Krise geheim gehalten, die
Schweizer Medien haben aber jetzt die Sache ans Licht gebracht. Die
unwahre Aussage des türkischen Geheimdienstes, MIT, dass
Aussenministerin Calmy-Rey mit der PKK zusammen arbeiten würde und die
Behauptung, dass die Bundesratmitglieder Couchepin und Metzler dies
ausnutzen wollten, brachte grosse Verwirrung.
Der
Bundesrat ist heute, zum ersten Mal nach dem Skandal, zusammen gekommen,
auf der Tagesordnung stand das Thema Sicherheit.
snc
özen aytac - zafer sayar
BERN.
(29.10.03) Die Bundesregierung ist nach dem Skandal am vergangenen
Wochenende zum ersten Mal zusammen gekommen. Trotz Spannungen wurde die
Bundesratssitzung abgehalten. Die Öffentlichkeit wurde nicht darüber
informiert, ob der Skandal auf der Tagesordnung stand. Der Presse wurde
lediglich mitgeteilt, dass Themen in Verbindung mit der Sicherheit auf
der Tagesordnung standen.
Sicherheit
in internationalen Versammlungen
Die
Sicherheit bei den Zusammenkünften der "Weltgipfel
Informationsgesellschaft" (WSIS) im Dezember in Genf und des
"World Economic Forum" (WEF) im Januar in Davos war
grossgeschrieben. Es wurde beschlossen, dass bei dem WSIS, an der 8.000
Delegierte aus 50 Ländern, darunter auch Präsidenten, teilnehmen, die
Sicherheit durch die Zusammenarbeit mit den Kantonspolizisten gewährleistet
wird. Hierbei wurde auch über die Sicherheit von Personen gesprochen,
die Ziel von Demonstrationen werden könnten. Die Zusammenkünfte in
Davos sind jedes Jahr mit Kundgebungen verbunden. In Davos werden, wie
auch in Genf, Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Man hat sich auch darüber
geeinigt, dass 6.500 Personen aus dem Militär einen Sicherheitskreis
bilden sollten.
Massnahmen
gegen technische Katastrophen
Nach
den Stromausfällen in USA, Kanada und Italien, hat sich der Bundesrat
auch dem Thema „technische Katastrophen“ gewidmet.
Um
gewappnet zu sein gegen Störungen und Ausfälle, die für Gesellschaft
und Wirtschaft kritischen Infrastrukturen wie Energieversorgung,
Banken-, Versicherungs- und Gesundheitswesen, Telekommunikation,
Notfall- und Rettungswesen sowie Wasserversorgung tangieren, ist eine
Melde- und Analysestelle, MELANI, ins Leben gerufen worden. Die Ausfälle
in Italien haben die Schweiz, vor allem in der Kommunikation, besonders
stark beeinflusst. Der Bundesrat hat erste Schritte eingeleitet, um
unabhängige Studien zu verfassen.
Totalrevision
der territorialen Aufgaben der Armee
Das
Verteidigungsministerium teilte mit, dass der Bundesrat die Verordnung
über die territorialen Aufgaben der Armee verabschiedet hat. Sie treten
ab 1. Januar 2004 in Kraft. Sie umschreiben die Aufgaben und
Verantwortlichkeiten generell, wie auch die drei territorialdienstlichen
Fachbereiche, Schutz von zivilen Objekten zur Sicherstellung
existenzieller Bedürfnisse, militärisch bedingte Massnahmen auf dem
Gebiet der Energiewirtschaft und militärischer Betreuungsdienst/Unterstützung
im Flüchtlingswesen. Weiter wurde mitgeteilt, dass durch die Versetzung
von Kurt Nydegger, Leiter der militärischen Einheiten, die Neuerungen
im oberen Kader beendet sind.
|
|
|
|