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Alkohol
- Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren
Am
Donnerstag, den 2. September, fand von 20.00 bis 21.00 Uhr in der
psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Basel eine
Informationsveranstaltung statt. Die PUK Basel steht in
Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugend, Familie und Prävention
des Justizdepartements (AJFP). Die Veranstaltung wurde in zwei Teilen geführt.
Als Einleitung kam die Abteilung Jugend, Familie und Prävention
im Justizdepartement zum Wort, danach fing Prof. Dr. med. Gerhard
Wiesbeck mit dem öffentlichen Vortrag an.
snc/
ali yilmaz
BASEL.
(03.09.04) Die
AJFP legte dar, dass sich der Schwerpunkt der Suchtpräventions-
Anstrengungen auf die Jugend richtet.
Jugendschutz
soll Rahmenbedingungen schaffen zur Verhinderung des Konsums von
Substanzen mit einem Suchtpotenzial.
Dazu
muss die Suchtentwicklung der Jugendlichen verfolgt werden, damit
man den Problemen in der Zukunft entgegenwirken kann.
Es
ist wichtig Gesetze zu schaffen, das die Jugend besser vor
Suchtgefahren schützen, wie zum Beispiel Verbot der Ausstrahlung
von Werbung, welche das Suchtpotenzial fördert.
Die
Gesetze verbieten zwar den Verkauf von Alkohol an Minderjährige,
doch werden die Regeln nicht immer eingehalten. Also muss die AJFP
auch hier stärker eingreifen. Damit die Händler und Verkäufer
die Vorschriften einhalten, werden die Kontrollen intensiviert und
die Sanktionen erhöht.
Den
Erwachsenen kommt in Sachen Jugendschutz eine besondere Bedeutung
zu, denn sie sind Vorbilder und Erziehende der jungen Generation.
Die
Ebenen, in die die Präventionsarbeit einwirkt, sind:
•
Jugend in Schule und Freizeit
•
Erwachsene, Bezugspersonen der Jugendlichen
•
Personen in Verkauf, Handel
•
Einfluss auf Gesetzesebene
Suchtprävention
beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Jugendlichen, sie
richtet sich an alle Altersstufen beider Geschlechter.
Suchtprävention
funktioniert nur, wenn staatliche, aber auch private Massnahmen
getroffen werden.
Präventivmassnahmen
wirken nachhaltiger, je früher mit ihnen begonnen wird. Nur eine
langfristige und kontinuierliche Arbeit kann sinnvolle Erfolge
erzielen.
Die
Abteilung für Jugend, Familie und Prävention möchte mit der
Überwindung von Suchtursachen einen Beitrag zur allgemeinen
Gesundheitsförderung leisten.
Proffessor
Gerhard Wiesbeck: "Ein geringer Alkoholkonsum wirkt
lebensverlängernd".
Gerhard
Wiesbeck befasste sich in seiner Rede direkt mit dem Titel der
Veranstaltung.
Den
Anfang macht er mit den positiven Wirkungen des Alkohols. Alkohol
ist ein sehr verbreitetes Suchtmittel, weil es das Empfinden für
eine nicht andauernde Zeit zu verändern vermag. Daneben wirkt ein
geringer Alkoholkonsum (10-25g pro Tag) lebensverlängernd.
Der
Alkohol in kleinen Mengen hat einen günstigen Effekt auf das
Herz-Kreislauf-Risiko. Der Alkohol wird konsumiert bei:
•
Angstzuständen
•
sozialer Vereinsamung
•
depressive Stimmungen
•
Schlafstörungen
•
Schmerzen
•
Desinfektionen
Als
nächstes wurden die Gefahren und Risiken des Alkoholkonsums unter
die Lupe genommen. Wenn man die Zahl der Alkoholtoten pro Tag
weltweit zusammenzählt, stellt man mit dem fest, dass der Alkoholgebrauch sehr riskant
ausfallen kann. Die häufigsten Todesursachen sind Leberzirrhose,
Selbstmord, Tumore des Verdauungstraktes und Unfälle.
Gegen
den Schluss der Veranstaltung wurde modellhaft die
Entwicklungsleiter des Alkoholsüchtigen aufgezeigt.
Der
erste Schritt fängt mit dem Erleichterungstrinken an, zum
Beispiel nach einem anstrengenden Arbeitstag. Damit soll die
eigene psychische Befindlichkeit zu beeinflusst und den
Stressmomenten zu entflohen werden.
Mit
der Zeit wird das Denken über Alkohol immer häufiger und der
Konsum wird mehr und mehr alleine und heimlich vollzogen. So
treten Schuldgefühle auf, welche das Empfinden des Konsumenten
zusätzlich intensivieren.
Die
betreffende Person verliert im Laufe der Zeit die Kontrolle über
die Alkoholmenge, Ausreden und Erklärungen werden häufiger. Der
Konsument isoliert sich immer mehr, und langsam aber sicher kommt
neben der psychischen Abhängigkeit auch die körperliche. Es
stellt sich regelmässiges Trinken ein.
Probleme
im Berufsleben häufen sich, das Familienverhältnis erhält ein
gestörtes Bild, Konflikte mit den Gesetzen stellen sich ein und
die körperlichen Folgeschäden nehmen drastisch zu.
Die
Veranstaltung war gefüllt. Neben einigen Fachpersonen war der
Raum auch reichlich von Menschen belegt, die selber ein
Alkoholproblem besitzen.
Es
war eine sinnvolle Veranstaltung, die Eltern oder die Familien der
Betroffenen über das Problem Alkohol zu informieren, damit sie
einen besseren Umgang mit den Süchtigen finden können. Daneben
konnten die Abhängigen selber einen informativen Einblick über
den Alkohol erlangen, und sie können vielleicht die Gefahren des
Alkoholismus in der Zukunft besser einschätzen.
Denn
jede
Begebenheit hat ihre Ursachen, so steht es auch mit der Sucht. Die
Suchtentwicklung setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen.
Neben der individuellen Persönlichkeit spielt auch die soziale
und wirtschaftliche Lage und der kulturelle Umfeld des Einzelnen
eine wichtige Rolle.
Die
Anonymen Alkoholiker
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Basler
Jugendliche missbrauchen
Alkohol und
werden immer dicker
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