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Das
Basler-Seminar von Doktor Serol Teber
Die
psychischen Auswirkungen
der
Auswanderung
oder
die
Schweizer Krankheit
Das
Dossier dieser Woche beschäftigt sich mit dem Seminar des
bekannten Mediziners und Psychiaters Serol Teber, das unter der
Überschrift „Die psychischen Auswirkungen der Auswanderer“
in Basel veranstaltet wurde.
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Serol
Teber: Erst einmal möchte ich mich selbst ein wenig
vorstellen, wahrscheinlich kennt mich die Mehrheit von euch gar
nicht. Ich bin Serol Teber, komme aus Istanbul und bin Mediziner.
Ich habe an der Universität Istanbul Medizin studiert. Später
habe ich an der gleichen Universität an der Neuro-psychiatrischen
Abteilung meine Dissertation gemacht. Danach bin ich nach
Deutschland gegangen und lebe seither auch dort. Ich arbeite in
der Nähe von Düsseldorf in einer psychiatrischen Klinik als
Psychiater. Die Klinik, in der ich beschäftigt bin, ist für die
ganze Gesellschaft offen, also nicht nur für die Ausländer.
Ich
habe mich im Thema wiedergefunden
Wir
konnten beobachten, dass in den 20 Arbeitsjahren, ganz besonders
Ende der 70´iger, etwas übertrieben gesagt, ein Ansturm auf
unsere Klinik stattgefunden hat und zwar mit Menschen, die aus der
Türkei kamen, Männer und Frauen. Mehr als die Hälfte der
Frauen- und der Männerabteilung aus unserem Volk.
Eines
Tages, als wir mit dem verehrten Professor Villigen eine Visite
machten, nahm er einen Hammer und warf ihn auf den Boden und sagte
„Freunde ich brauche eure Hilfe, was passiert hier, wie kann das
passieren?“ Wir wollten helfen, aber wir schafften es nicht,
einen bekannten Krankheitsbefund der Menschen zu finden, die in
den Betten lagen. Wie kann ein Mensch von den Haarspitzen bis zu
den Zehenspitzen Schmerzen haben? Es fächerten den europäischen
Ärzten nicht bekannte, oder nur schwer zu verstehende Symptome
entgegen. Zu diesem Thema hatte ich in den 80´iger Jahren ein
Buch veröffentlicht mit dem Titel „Die Einwanderung der
Arbeiter und ihre falschen Handlungen.
Mein
näheres Interesse zu diesem Thema bildete sich in folgender
Weise. Auf der einen Seite wollte ich den deutschen Ärzten
Antworten geben können. Auf der anderen Seite geschehene
interessante Veränderungen – oder wir nahmen die Veränderungen
als interessant wahr. Je länger sich die Auswanderungszeit (25-30
Jahre) dahin zog, änderten sich die Verhaltensweisen der
Auswanderer. Es waren Aufmerksamkeit erregende Veränderungen. Die
Sache ist die, die Auswirkungen in der ersten Zeit der
Auswanderung – dass muss natürlich nicht bei allen so sein –
ändern sich auf interessante Weise Jahre später.
Ich
möchte sie hier auf etwas hinweisen, ich gehe nicht nach
Statistiken vor. Meine 20. jährige Erfahrung in der Klinik,
unsere Beobachtungen, die Geschehnisse in unserer Region lassen
uns über dieses Thema sprechen.
In
der Geschichte der Medizin die Basler und Schweizer Krankheit
Zum
Thema Auswanderung ist Basel eine interessante Stadt. Ich möchte
bekräftigend darauf hinweisen, dass meine Forschungen zeigen,
dass die erste, ernstzunehmende literarische und medizinische Annährung
vom Basler Mediziner Johannus Operius im Jahre 1678 vollzogen
wurde. Denkt mal darüber nach, anno 1678 wurde das Buch
„Nostalgia oder Heimweh“ veröffentlicht. Eine medizinische
Abhandlung zum Thema Auswanderung.
Das
Buch berichtet über zwei wichtige Beobachtungen.
Erstens.
Ein Student, der aus den Bergen nach Basel kam um zu studieren,
empfand nach einiger Zeit Angst, Aufregung und Unzufriedenheit. Später
hörte er Stimmen im Ohr und begann zu phantasieren. Sein Verstand
trübte sich. Nach und nach gab man in seinem Fall die Hoffnung
auf. Die älteren Basler hatten vor den Medizinern bereits das
Problem erkannt und eine These aufgestellt. Sie sagten, dass man
den Studenten so schnell wie möglich an den Ort zurückschicken müsse,
wo er herkam, sonst würde man ihn verlieren. Der junge Mann wurde
sofort in sein Dorf zurückgeschickt. Nach ein paar Wochen hatte
er wieder seine vollkommene Genesung erlangt.
Zweitens.
Ein junges Mädchen. Auch sie kam von den Nachbardörfern nach
Basel, um zu arbeiten. Es traten ähnliche Beschwerden zum
Vorschein, Ängste, Unwohlsein, Stimmen im Ohr, Phantasien. Sie übergab
sich, hatte Durchfall. Auch sie wurde in ihr Dorf zurückgeschickt
und ihre Beschwerden hatten ein Ende.
Seit
diesem Tage nennt man „Heimweh“ oder auf französisch
„Nostalgia“ die Schweizer Krankheit. Noch heute können wir in
mancher Literatur die „Schweizer Krankheit“ finden.
Wenn
unsere Zeit nicht so kurz bemessen währe, hätte ich euch noch so
viel über das Buch zu erzählen, sei es auch nur, um euch zum Lächeln
zu bringen. Er sagte: „Weil sie an die Gerüche der
Ausscheidungen von Tieren in den Bergregionen so sehr gewohnt
waren, ertrugen sie die saubere Stadtluft nicht“ oder „weil
sie so sehr an die Stimmen der Glocken gewohnt sind, werden die
krank, weil sie an Orten sind, von wo aus sie die Stimmen der
Glocken nicht mehr hören, oder sie werden krank, wenn sie an
einem Ort wieder die Stimme der Glocken hören“.
Diese
Aussage ging wie ein Lauffeuer um, so dass, als in den Heeren von
Österreich und Frankreich auch Beschwerden dieser Art auftraten,
es verboten wurde, den Tieren, die sich mit dem Heer bewegten,
Glocken umzubinden. Stellt Euch vor, die Menschen, die diese
Neigungen haben, die Heimweh haben, werden krank, wenn sie ein
Glockenspiel hören - darüber gibt Hunderte von Spekulationen.
Das
Syndrom, von der Wurzel entfernt zu werden
Der
zweite, Berühmte zu diesem Thema ist der Franzose Dr. Larey.
Larey
ist in der Weltliteratur der Medizin auch deswegen berühmt, weil
er in einem Tag auf optimale Weise 250 Beine und Arme amputierte,
um das Leben des jeweiligen Menschen zu retten; und nicht nur das,
Larey hat im französischen Heer „Heimatlichkeit“ erforscht,
das heisst er hat die Psyche der Soldaten, die von ihrer Heimat
weggingen, analysiert. Man liest dies auch heute mit Verwunderung.
Wie konnte er in diesem Chaos analysieren, wie konnte er
berichten?
Die
weitere Entwicklung war, dass medizinisch im ersten Weltkrieg
ernstere Annährungen vollzogen werden konnten. Im ersten
Weltkrieg waren, zufälligerweise alle muslimisch, drei Tataren in
Österreich in Gefangenschaft geraten, sie waren im militärischen
Krankenhaus in Wien. Als in den Anfängen der 20. Jahre ein österreichischer
Arzt, Alain, diese drei voneinander trennte und zu den Soldaten Österreichs
verlegte, sie also nicht mehr in ihrer eigenen Sprache
kommunizieren konnten, verfielen sie in tiefe Depressionen und
Angstzustände.
Fünf
Monate nach diesem Fall kann die Welt die Veröffentlichung des
medizinischen Buches „Das Syndrom, von der Wurzel entfernt zu
werden“ der berühmten deutschen Psychiater Grepellin lesen.
Seit 1920 wird von vielen Forschern zu den Menschen, die
auswandern – wie wir – die Analyse „Syndrom von der Wurzel
entfernt zu werden“ gesetzt.
Heute
wird die Entwicklung ein wenig anders beurteilt. Eigentlich können
wir auch auf so etwas hinweisen: Vor 2.600 Jahren hat Herodot, der
der berühmte Vater der Geschichte genannt wird, in seinen
Schriften folgendes notiert: „Die, die sich von ihren eigenen Städten
entfernen, werden vom unsichtbaren Teufel begleitet“. Diese
Aussage sagt uns also, dass mit denen, die ihre Städte hinter
sich lassen und an andere Orte gehen, komische Dinge passieren –
warum sonst sollten solche Dinge gesagt werden.
Vorher
schon, auch in den religiösen Büchern, nach der Apfel-Geschichte
von Adam und Eva und ihrer Ausweisung aus dem Garten Eden, wird
besonders im Christentum von der Sehnsucht zur Heimat geschrieben.
Dies zeigt sich auch darin, dass, wenn die Kirche bei ausländerfeindlichen
Aktionen Stellung bei den Ausländern einnimmt – wenn sie dies
tut – sie immer auf diese Weise redet: „Wir sind alle von
unserer Heimat ausgewiesen worden, wir suchen alle eine neue
Heimat, aus diesem Grund gibt es keine Ausländer, wir sind alle
auf eine Weise Ausländer“.
Es
gibt ungefähr 5 – 6 Schweizstämmige Wörter für Heimweh. Es
gibt verschiedene Definitionen in der Schweiz, ganz besonders in
den Städten, die zu Basel gehören. Später hat man alle Wörter
im Deutschen zusammengenommen und das Wort „Heimweh“ gebildet.
Nach
der in den religiösen Büchern beschriebenen Heimatsuche möchte
ich über die grösste literarische Sehnsucht sprechen. Ich möchte
mich an die berühmte Sage Odysseus in Homeros Buch erinnern. Wie
sie wissen, hat Odysseus 20 Jahre lang mit der Suche und der
Sehnsucht nach seiner Heimat gelitten. Die Götter zeigten ihm
Wege, aber Odysseus suchte in einer 20. jährigen abenteuerlichen
Reise seine Heimat und er hatte ständig Stimmen aus seinem
Vaterland im Ohr.
Meine
Freunde, dies war der geschichtliche Teil der Arbeit.
Die
Auswanderung ist eine Sache der Traumatik
Wie
nähert sich die moderne Medizin, besonders die, die die
psychische Analyse bevorzugt, der immer häufiger werdenden
politischen Auswanderung? Was passiert in der Seele des
Auswanderers?
Die
Bewertung kann auf diese Weise erfolgen:
Die
Auswanderungssache ist zu allererst eine Traumatik. Wenn der
Mensch, seinen Geburtsort, den Ort, an dem er aufgewachsen ist und
seine Kindheit erlebt hat, den Ort, wo er von seinen Eltern und
der Gesellschaft geprägt wurde und den Ort, in dem er seine
Kultur kennengelernt hat, verlassen muss, erlebt er entweder eine
positive oder negative Traumatik.
Was
ist nun das Wesentliche in der Seelenwissenschaft, wenn es um
Traumatik geht?
Das
Wort Traumatik hat seine Wurzeln im Griechischen. Es ist ein in
der Medizin oft genutztes Wort. Zum Beispiel kann nach einem
Unfall, wenn man den Kopf angeschlagen hat, ein Schleudertrauma
erlitten werden. Entweder erleidet man einen Knochenbruch oder
eine Gehirnerschütterung.
In
der Psychologie wird es ein wenig anders definiert. In der
Psychiatrie ist die Erklärung so: Wenn der Mensch die äusseren
Einwirkungen nicht mehr „gesund“ aufnehmen kann und somit die
Verarbeitung nicht stattfinden kann, wenn die neue Umwelt seine
Abwehrkräfte überragt, beginnt in der psychischen Konstitution,
in der Persönlichkeit ein Trauma.
Wenn
sie beispielsweise in eine Gesellschaft eintreten, deren Sprache
sie nicht richtig verstehen, auch wenn sie grammatikal gesehen,
die Sprache kennen, bleiben im allgemeinen Leben einige Dinge vor
ihnen versteckt. Es bleiben offene Fragen. Im laufe der Zeit
fangen solche Dinge an, traumatisch zu wirken. Das wichtige ist,
dass solche, sich häufenden Geschehnisse mit der Zeit eine
normale Persönlichkeit psychisch zeichnen. Ist diese psychische
Zeichnung eine Krankheit? Nein. Sicherlich keine Krankheit. Dies
ist nur eine
Situation,
die Alarm schlägt. Aber was passiert in dieser Phase? Wenn man in
einer Gesellschaft ist, die man nicht ganz versteht, fängt man
an, Selbstvertrauen zu verlieren. Eine Art innere Unzufriedenheit
schlägt ein. Eine Verstumpfung kann hervortreten. Man wird
ruhiger, kälter, man bewegt sich nicht mehr frei... Schritt für
Schritt zieht man sich in sich zurück und verliert auf eine Art
Lebensfreude.
Hier
möchte ich sagen, dass jeder Psychiater mit gesundem
Menschenverstand, über das Gesagte spricht, nachdem er sich
selbst darüber befragt hat und darüber nachgedacht hat. Ich bin
auch ein Auswanderer und habe diese Dinge auf eine Art gefühlt.
Denkt bloss nicht, dass ich hier sitze und über ein Thema rede,
dass ich nicht kenne. Dies haben wir im Beispiel Freud. Wie ihr
wisst, sind wir die moderne Psychiatrie auch ein wenig der
schweren Melancholie Freud´s schuldig. Das was ich sagen möchte
ist, dass ich von dem Erzählten nicht so aus tiefem Herzen
berichten könnte, wenn ich es von Zeit zu Zeit nicht auch selbst
erlebt hätte.
Die
Berge zwischen der „feudalen“ und der modernen Gesellschaft
Nachdem
wir so eine traumatische Situation erörtern, können wir
verstehen, was in irgendeinem Auswanderer vorgeht, was er denkt
bzw. wir nähern uns einen Schritt dem Versuch, zu verstehen. In
diesem Zusammenhang ist die Auswanderung eine Art Abriss. Der
Mensch, der auswandert (dies kann im Inland sein, ins Ausland,
nach oben, nach unten – das ist nicht so wichtig), verlässt die
Region, in der er sich befindet. In diesen Auswanderungen beginnt
eine Entfernung vom Geburtsort; der formende Ort wird auf
zeitliche, geschichtliche und kulturelle Weise verlassen. Sind
diese Dinge denn so wichtig? Für die Personen, die sich dafür
interessieren, sehr.
Wir
müssen hier nicht erklären, wie das verlassen von einem Ort ist,
dass erleben wir alle. Das zeitliche Verlassen wird in unserer
Kultur wahrscheinlich viel zu wenig diskutiert. Jeder Ort hat
einen eigenen Zeitablauf, ein anderes Zeitempfinden. Der
Zeitablauf in Ankara ist anders wie der in Istanbul. Die gelebte
Zeit, das Leben ist an verschiedenen Orten anders, ja hat sogar
grosse Unterschiede.
Natürlich
muss man diesem Lauf auch eine Bedeutung geben. Dem Lauf eine
Bedeutung zu geben, weist wieder einen Unterschied auf. Vielleicht
werden meine folgenden Worte die Sache greifbarer machen: Im
allgemeinen ist es in den „feudalen“ Gesellschaften so – der
Vergleich mit der Türkei, unserer Kultur, der türkisch-muslimischen
Kultur ist möglich – dass ein Mensch, der dieser Kultur
entstammt, sich nicht dafür verantwortlich hält, die seit
Jahren, ja seit Jahrhunderten bestehenden Traditionen zu verändern.
Die Wirklichkeit ist, dass man sich dem bereits Bestehenden
anpasst. Das Sprichwort „so war es bisher, so wird es auch
weitergehen“ trägt auch ein wenig diesen „Witz„ in sich.
Man handelt wie die Vorherigen und man weiss, von wem ungefähr
was erwartet wird. Es wird in einem bestimmten Alter geheiratet,
Kinder werden in die Welt gesetzt, nach einer bestimmten Zeit wird
gestorben. Diese Dinge sind zur Gewohnheit geworden. In der
soziologischen und psychiatrischen Sprache wird dies die
organische Zeit genannt. Diese organische Zeit ist eigentlich eine
bequeme, schöne Zeit. Sie beherbergt auch eine glückliche
Lebensweise, denn sie zwingt einen nicht, viele andere Dinge zu
tun. Die Gesellschaft erwartet nämlich nichts, ausser dem, was
gekannt wird.
Im
Feudalismus wird im allgemeinen ein traditionelles Leben geführt.
Die Situation ändert sich aber, wenn man sich an der Gesellschaft
aktiv beteiligt. Die Gesellschaft muss damit beginnen, ihre Zeit
zu ändern. Jeder Mensch muss den Lauf seiner Veränderungen
selbst in die Hand nehmen, damit man von „Erlebnis“ sprechen
kann. In der modernen Gesellschaft eben, verläuft das Leben auf
diese Weise. Aus diesem Grund, besteht in unserem Leben ein
Unterschied zwischen der unseren Lebensweise und derjenigen der
westlichen Gesellschaft.
In
den Grundsätzen der Weltanschauung besteht ein Unterschied. Hier
erwartet die Gesellschaft von euch, dass ihr das Leben aktiv verändert.
Auf der anderen Seite aber, wenn ihr das Leben zufälliger Weise
ändern wolltet, erhaltet ihr grosse Kritiken „wieso änderst du
es, wieso lebst du nicht wie bisher weiter“.
Es
ist nicht einfach, von einer traditionellen in eine moderne
Gesellschaft zu kommen, es ist voller Beschwerden. Wahrscheinlich
ist die grösste Beschwerde die, dass die neue Gesellschaft zu
viele Erwartungen hat. Wir hingegen haben keine grossen
Erwartungen, wir wollen unsere Arbeiten verrichten, danach zurück
zu unserem Leben, zum klassisch traditionellen Leben, zu unserer
Musik, zu unserem Humor und zu unserem Essen. Wenn wir anfangen,
diese Erwartung auf irgendeine Weise zu spüren, beginnt die
psychische Lage, von der ich vorher berichtet hatte, sich zu
spannen, es häufen sich die Bedrückungen.
Es
ist nicht einfach, von neuem Wurzeln zu schlagen
Inwieweit
kann ein Mensch, der einen zeitlichen, örtlichen, geschichtlichen
und kulturellen Abbruch hinter sich hat, ein Mensch, der sich der
Auswanderungszeit angeschlossen hat, sich der neuen Gesellschaft
anpassen? Meine, auf das literarische Wissen basierende, Antwort
ist nicht besonders positiv. Für eine Person, die diesen Abbruch
durchlebt hat, ist es nicht einfach, von neuem Wurzeln zu schlagen
– die Pointe in den Wörtern „Das Syndrom, von neuem Wurzeln
zu schlagen“ liegt auch darin. Für eine erwachsene Person ist
es noch schwieriger, von neuem Wurzeln zu schlagen. Einige
Verbindungen werden hergestellt, einige Beziehungen geknüpft,
aber dass es bis zum Ende reicht, ist sehr schwer, also dass es
reicht, dass eine neue Blume blüht. Dies gilt für jedes Volk und
für jeden Menschen.
Die
Auswandererpsychologie und die psychosomatischen Krankheiten
Hier
kann man die Frage stellen: Gibt es so etwas wie eine
Auswandererpsychologie? Es ist nicht möglich, eine für
Auswanderer bestimmte Krankheit zu nennen. Das Leben eines
Auswanderers bereitet aber potentiell Platz für bestimmte
Krankheiten. Der Mensch bekommt eine angespanntere Psyche. Dies
kann für Menschen, die im Gefängnis oder in Arbeitslagern sind,
noch verheerender sein. Wir haben einige Krankheiten, die in
diesen angespannten Situationen auftreten, in einigen Gruppen
gesammelt. Zum Beispiel sind 70 % aller Krankheiten, der Türkeistämmigen,
die 1980 in unserer Klinik waren, psychosomatisch gewesen.
Wenigstens 70 % dieser 70 % waren Frauen. Die Beschwerden der
Frauen waren im allgemeinen verschiedene Schmerzen, diverse
organische Beschwerden.
Manche
interessante Beispiele
Ich
möchte hier ein Beispiel aus dieser Zeit nennen, das mich
beeinflusst hat. Eine Frau hat in der Zeit von ein paar Wochen
ungefähr 244 Magenbilder machen lassen. Die Magenbeschwerden
wurden so katastrophal beschrieben, dass alle Ärzte, die die
Beschwerden hörten, dachten, dass der Magen geplatzt sei. Sie röntgten
sofort den Magen. Diese Frau ist also mit 244 Röntgenbildern in
die Klinik eingewiesen worden. Wir haben sie mit
Anti-Depressiva-Behandlungen ein wenig ihrer Genesung näher
gebracht.
Im
Gegensatz dazu waren die Erscheinungen bei den Männern anders.
Damals sahen wir die ca. 20 verschiedenen, erkannten Vorkommnisse
bei den Männern als „akute paranoide Reaktion“. Die Sache ist
interessant, weil die beobachteten Männer erst vor kurzer Zeit
nach Deutschland gekommen waren. Es war eine Zeitspanne von ungefähr
5 Jahren. Sie waren neu gekommen, die Gesellschaft war neu.
Besonders die Sprache bereite grosse Schwierigkeiten.
Die
Männer, die aus dörflichen Gegenden stammten, hatten die ganze
Last ihrer Familien mit sich gebracht, sie hatten alle
Verbindungen in ihrem Land losgelassen und waren gekommen. Sie
wussten nichts über Deutschland. So war beispielsweise eine
kleine Auseinandersetzung am Arbeitsplatz der Anfang für eine
Zeit, welches ein Bild von akuter Psychose zeigte. Die
Auswirkungen: nach ein paar Tagen schwere Angstzustände,
Verdunkeln des Wissens, Verfolgungswahn und Halluzinationen. In
dieser Situation benötigte man ein paar Wochen lang eine
ernsthafte Behandlung in der Klinik. Nach stationärer Behandlung
hatten wir keine Toten, hätte man aber medizinisch nicht
eingegriffen, hätten wir einige von ihnen verloren.
Ich
möchte zu diesem Thema ein Beispiel von einem jungem Mann von
etwa 30 Jahren, der aus dem ägäischen Gebiet kam, geben. Zuerst
kam seine Frau nach Deutschland. Wie sie wissen, war es für die
Frauen einfacher, ihre Männer zu sich zu holen. Später kam der
Mann, er war ein Tunichtgut. Er war einer der Typen, die noch
immer in der Hintertasche der Hose ein Taschenmesser trugen. Ein
Typ, der auf die Fersen klopfend lief. Seine Frau war ein paar
Jahre vor ihm gekommen. Sie war eine sehr auffallende,
intelligente und sehr schöne Frau. Sie hatte deutsch gelernt und
ihre Arbeit verlief gut. Die Frau im Vordergrund, der Mann mit all
seinen Arbeiten immer ein paar Schritte hinter ihr. Er fand nicht
sofort eine Arbeit und verrichtete die Hausarbeiten. Die Frau
arbeitet und bringt das Geld nach Hause. Das ganze Türkischsein
war durcheinander geraten. Nach ein paar Monaten war es auf einmal
so, dass sie sich auf extreme Weise reizten. Eines Tages sind alle
Dinge, die sich im Haushalt befanden hinter der Tür, der Mann fängt
an zu phantasieren „Alle Welt ist gegen mich. Die Polizei wird
kommen, sie werden mich fortbringen“. Mit einer Pistole
bedrohend, sperrt er seine Frau und sein Kind in der Wohnung ein
und bereitet sich vor, sie zu schützen. Dies bleibt nicht ungehört,
die Polizei dringt mit schusssicheren Westen usw. durch das
Fenster in die Wohnung ein. Solche Geschehnisse werden in
Deutschland öfters erlebt. In einer Art „Nato-Manöver“ wird
er gefasst und mit hoch dosierten Medikamenten vollgepumpt, in
Handschellen in die Klinik gebracht.
In
der Psychologie gibt es eine allgemeine Tendenz, dies beinhaltet,
dass eine schnell, mit Getöse auftretende psychische Krankheit,
genauso schnell auch wieder verschwindet. Die Chance die Genesung,
die Gesundheit zu erlangen, ist hoch. Nach einer zwei, drei-wöchigen
Behandlung wird man „genesen“ entlassen.
Eine
andere psychotische Situation, die ich nicht vergessen kann ist
diese: Ein junger Patient, von Schwarzmeer kommend, dessen
Arbeiten in Deutschland gut liefen, geht in sein Dorf. Natürlich
ist dies ein anderes Gesicht der Auswanderung. Dieser junge Mann,
der sich in Deutschland an ein paar schöne Dinge gewöhnt hat,
bekommt nun in seinem Dorf Angstzustände. Er hat das Gefühl,
dass sie ihn in seinem Dorf festhalten werden und er es nie wieder
verlassen kann. Er sagt: „Auf der Spitze des Berges habe ich
gespürt, wie ein schwarzer Vogel in mich eingedrungen ist und
mich dort festnageln wollte“. Danach kommt er auf dem kürzesten
Weg nach Deutschland und nimmt verschiedene Medikamente ein, die
Durchfall hervorrufen und ihn zum Stuhlgang zwingen, damit der
Vogel aus ihm wieder herauskommt. Er sieht natürlich, dass der
Vogel nicht herauskommt, er fängt an, die ganze Zeit zu rennen.
Tage-, Wochenlang rennt er, er schläft mit dem Kopf nach unten,
damit der Vogel rauskommt. Ein Mensch, der andauernd, rennen und
sich übergeben möchte. Die Polizei brachte ihn in die Klinik. Er
bat uns, mit dem Kopf nach unten schlafen zu dürfen, damit der
Vogel rauskommen möge. Er wurde mit den richtigen Medikamenten
behandelt, später lachte er selbst über die Situation.
Vorsicht
bei einer Gefahr
An
diesem Punkt ist es wohl angebracht, vor einer Gefahr zu warnen.
Ärzte können sich in manchen Situationen irren. Bevor ein Röntgen
gemacht wird, bevor irgend eine Untersuchung durchgeführt wird,
wird auf psychosomatische Krankheit (Die Auswandererkrankheit)
diagnostiziert. Wir haben solche Beispiele gesehen. Später haben
wir ein Gehirntumor oder Leberkrebs. Natürlich ist die Erkenntnis
manchmal viel zu spät.
Dies
ist eine grosse Gefahr. Ein nicht zu verzeihender Fehler. So eine
Situation haben wir bei einem jungen Mann erlebt. Kopfschmerzen,
Kopfschmerzen, Kopfschmerzen. Im ersten Blick, eine typische
Sehnsucht zum Dorf. Als wir so über Kopfschmerzen erörterten,
sahen wir auch etwas organisches. Wir machen ein „EG“. Wir
sahen eine grosse innere Blutung, in der Grösse eines halben
Apfels, sie war kurz davor, sich weiter zu verteilen. Es wurde
sofort eingegriffen und der junge Mann wurde gerettet. Es
passieren viele solcher Geschehnisse. Aus diesem Grunde bin ich
immer dafür, als erstes Röntgenbilder aufzunehmen.
Das
Persönlichkeitsbewusstsein
Ich
möchte nun einen Schritt weitergehen und eine medizinische
Ausdrucksweise erläutern, auch wenn dies für die Personen, die
mit dem Thema fremd sind etwas langweilig werden kann. Dies ist für
den weiteren Verlauf des Gesprächs sehr wichtig.
In
der Psychiatrie gibt es eine Definition die lautet „Persönlichkeitsbewusstsein“.
Durch das Persönlichkeitsbewusstsein weiss eine Person, wer sie
ist, sie kann sagen ich bin ich. In diesem Fall ist das Schicksal
ein bestimmender, wichtiger Punkt. Alle Ereignisse, denen wir in
der Auswanderungszeit, oder im normalen Verlauf des Lebens, gegenüberstehen,
spiegeln sich im tiefsten Kern unseres Persönlichkeitsbewusstseins.
Jeder Mensch hat einen Bereich, von dem nur er bescheid weiss. Die
Aussenwelt kann nichts über unser Persönlichkeitsbewusstsein
wissen. Das Persönlichkeitsbewusstsein ist der Teil, in dem wir
uns selbst Fragen stellen. Dies geschieht beispielsweise, wenn wir
uns an einem fremden Ort nicht wie zu Hause fühlen. Fragen wie
„was geschieht mit mir?,“ „wo bin ich?“, „wer bin
ich?“ treten auf. Dieses hindernde, fragenstellende Stück in
uns, ist unser Persönlichkeitsbewusstsein. Wenn in unserem Persönlichkeitsbewusstsein
ein wenig Unbehaglichkeit, ein wenig Unannehmlichkeit und ein
wenig Mattigkeit eintritt, bekommen wir sowieso organische
Schwierigkeiten – oder es geht noch einen Schritt weiter und wir
sind in einer psychotischen Situation. Nun wie kommt dies
zustande?
Muskelkrämpfe
Es
wird immer behauptet, dass ein Teil der Muskelkrämpfe
unterbewusst hervorgerufen wird. Dies steht im Zusammenhang mit
der Traurigkeit des Persönlichkeitsbewusstseins, richtiger noch,
mit den Ängsten. Die Muskeln eines Menschen, der Angst hat,
verkrampfen sich. Dies ist eine allgemein zirkulierende Aussage.
Wilhelm Reich hat hierzu eine schöne Feststellung gemacht; er
sagte: „Jeder Muskelkrampf hat eine bestimmte
psychopathologische Geschichte“.
Die
häufigen Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen unter
unseren Leuten sind eigentlich chronische Ängste, deren Entstehen
und Grund nicht genau genannt werden können. Wir dürfen solche
Ängste als nicht zu bedeutend bewerten. Eine Person aber, die
sich an dem neuen Ort nicht mehr so wohl fühlt wie in ihrem
Elternhaus, kann nach einer bestimmten Zeit Muskelkrämpfe
bekommen.
Wie
nennt man die Lösung im Seelenwissen zum Thema Muskelkrämpfe?
Unser
Persönlichkeitsbewusstsein bildet durch die Muskelkrämpfe eine
Art Panzer zum Schutz. Dies bedeutet also, dass dieser Teil in uns
- durch Reflex - einen Panzer bildet, um vor äusseren Einflüssen
zu schützen. Im allgemeinen erwartet man auch von einem nicht
gekannten, nicht gesehenen Feind einen Angriff aus dem Hinterhalt.
Dies ist auch in der Tierwelt so. Wenn eine Katze oder ein Hund
von weitem die Stimme des Feinds vernimmt, krampfen sich die
Muskeln im Genick zusammen. Die Schmerzen, wie Rückenmuskelschmerzen,
die bei uns auftreten, haben meist die gleichen psychosomatischen
Gründe. Eine Art chronische, den Lebensumständen angepasste,
Schutzreaktion. Ich versuche das Thema auf eine einfache Weise zu
erklären. Wenn aber das Persönlichkeitsbewusstsein fast nur noch
mit diesem Schutzpanzer beschäftigt ist, muss man unter diesen
Umständen einen Teil der Persönlichkeit als verloren zählen.
Was
bedeutet dieses „als verloren zählen“?
In
der Psychiatrie beginnt mit diesem „Verloren zählen“ ein
weiterer Schritt zu einer schwereren Krankheit. Die Persönlichkeit
beginnt dann, die Welt, die sie in diese Lage gebracht hat, als
Phantasiewelt zu leben. Dies gilt für jeden Menschen, die
Auswanderer aber, bieten hierfür ein bestimmtes gefährliches
Potential. Dann können sie sehen, dass eine Person, die grosse
bedrückende Gefühle und grosse Ängste hat, mit einer Kette in
der Hand singend durch die Strassen läuft. Die Anfangsschritte
von einer kleinen Depression oder einer kleinen Psychose können
auf diese Art beginnen.
***
Fragen
und Antworten
Die
Auswirkungen auf die Kinder und die Pendel-Psychologie
Wie
erlebt die zweite Generation die Auswanderungs-Psychologie?
Eine
langwährende Angst, das Gefühl, sich in den eigenen vier Wänden
nicht mehr zu Hause zu fühlen, kann bei den Menschen sich immer
mehr häufende, Psychosen hervorrufen. Das, was ich bisher erzählt
habe, hat sich alles auf die erste Generation bezogen. Wie sind
nun die Einflüsse auf die zweite Generation? Allgemein ist es so,
dass die gespannte Luft, die psychische Lage und das Gesprochene
in der Wohnung, auf irgendeine Weise Auswirkungen auf die Kinder
hat. Meistens erleben sie unsere negativen Erlebnisse, als hätten
sie sie selbst durchgemacht. Es ist interessant, dass ein Kind,
das die erste Auswanderungszeit nicht miterlebt hat, seine
Lebensgeschichte so in diese hineingehend erzählt, als hätte es
diese Zeit mit seinen Eltern erlebt. Es verbindet ihre
Lebensgeschichte mit seiner eigenen. Anfangs zeigt es so seine
Verbundenheit, später dann erzählt es die Geschichte so, als wäre
sie wirklich so verlaufen. Dies nennt man die Pendel-Psychologie.
Wie der Pendel hin und her pendelt, pendelt die Lebensgeschichte
eines Kindes zwischen der seiner Eltern und seiner eigenen. Es
kann auch sein, das nach einer bestimmten Zeit die Grenze zwischen
seiner eigenen Lebensgeschichte und der seiner Eltern sich
aufhebt. In solchen gespannten Wohnungen, unter solchen gespannten
Umständen, unter Umständen, die ein wenig psychotisch sind,
haben es die Kinder viel schwerer. Sie haben Schwierigkeiten, zu
unterscheiden – und dies häuft sich. Es ist natürlich wichtig,
in der Wohnung miteinander zu sprechen, dies sollte man aber nicht
übertrieben tun. Dies geschieht bei uns allen. Ich zum Beispiel
konnte lange Zeit nicht in die Türkei gehen. Dies hatte ich so
oft erzählt, dass mein Sohn mich zwei, drei Mal warnen musste. Er
sagte „es reicht“. Wenn dies ein Fehler ist, begehen wir ihn
alle. Ich habe ihn auch schon oft begangen. Ich weiss nicht, ob
die Warnung meines Sohnes gut war, ich versuche mich aber zu
bremsen. So weit wir wissen, bleiben die Einflüsse auch auf
irgendeiner Weise an der dritten Generation hängen.
Liebe
und Hass nebeneinander
Eine
Person aus der zweiten Generation erzählt von sich identisch und
dual mit den Eltern. Ist dies im wahren Leben auch so?
Manchmal,
von Zeit zu Zeit sind wir alle in einer psychotischen Lage. Hier
sind die Beziehungen durcheinander. Auf einer Seite in der
Psychologie ein sehr interessantes Fach, denn Liebe und Hass können
auf eine beeindruckende Weise in den Vordergrund treten. Auf der
anderen Seite, Respekt und Liebe für Eltern, die solche
schwierigen Zeiten durchlebt haben. Der Respekt wird dadurch
erzeugt, dass sie sich mit ihren Eltern identifizieren. Sie sagen
„ich möchte so werden, dass auch ich diesen Respekt teilen
kann“. Auf der anderen Seite das Bedürfnis, wegzukommen,
wegzulaufen. Diese Liebes- und Hass-Beziehung tritt bei jedem Kind
auf.
Die
Abwehrmechanismen und ihre Ergebnisse
Wie
ist die Beziehung zwischen Persönlichkeit und dem Ich-Sein?
Bei
den Auswanderern stösst man oft auf das Trüben des Persönlichkeitsbewusstseins.
Das Trüben und Spannen des Persönlichkeitsbewusstseins erzeugt
mit der Zeit einen Unterschied zwischen der Persönlichkeit und
dem Ich-Sein. Die Persönlichkeit ist der Teil des Ich`s, der mit
der Aussenwelt in Verbindung steht. Die Persönlichkeit von jedem
Menschen ändert sich je nach dem, unter was für Umständen er
lebt. Jeder Auswanderer hat in seiner Persönlichkeit eine Veränderung
zum Früheren. Was für eine Veränderung? Diese setzt sich aus
alltäglichen Umständen je nach Person durch Depression, Angst
und Besorgnis zusammen. Es ist ein natürlicher Mechanismus, sich
zurückzuziehen und in sich einzukehren. Der Mensch beginnt sich
in sich zu ziehen, er fängt an, kleine Mauern um sich
hochzuziehen. Er ist müde vom „lerne dies und lerne das“.
Frauen
stehen unter grösserem Druck
Ist
die Lage der Frauen schwieriger als die der Männer?
Allgemein
zeichnet sich die organische Depression einer Frau im
Verdauungssystem. In Wirklichkeit sind bei Frauen die meisten
Beschwerden im Magen und im Darm eine Art Depression. Eine Person,
die nicht über ihr Leiden sprechen kann, die nicht sagen kann,
dass sie depressiv ist, kann nur durch organische Schmerzen die
Nachricht ihres Leides mitteilen. In den Dritte-Welt-Ländern und
in den Mittelmeer-Ländern nennt man dies organische Depression.
In unserer Kultur hat die Frau, im Gegensatz zu den Männern,
nicht das Recht, depressiv zu sein. In letzter Zeit sehen wir bei
unseren Frauen häufiger Schmerzen in den Bereichen Gebärmutter,
innere Organe und Bauch. Die Frauenärzte wissen nicht mehr weiter
und fordern immer wieder Hilfe von Psychiatern. |