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Die neunsprachige Swissinfo wird

künftig nur noch auf Englisch senden

Swissinfo, die wichtigste Institution der Schweizer Fernseh- und Radiostation SRG auf internationaler Ebene, hat sich entschieden, das Senden in neun verschiedenen Sprachen im Internetumfeld nur noch auf die Englische Sprache zu reduzieren.

snc deutsch/ ali yilmaz

Der Verwaltungsrat der SRG hat den Beschluss gefasst, den Dienst der Multimedia- Plattform von SRG SSR idee suisse weitgehend einzustellen. Mit der Entscheidung wird Swissinfo, die im Internet in neun verschiedenen Sprachen sendet, zukünftig die grosse Mehrheit seiner Leistungen einstellen. Diese Entscheidung der als " die Schweizer Stimme im Ausland" bezeichneten Swissinfo, dessen Lebensbaum schon 71 Jahre alt ist, hat die Öffentlichkeit verblüfft. Die Riesen- Organisation hat bekannt gegeben, dass sie von nun an die Informationsgebung nur auf die Englische Sprache beschränken wird. Ausserdem hat sie am 30. Oktober 2004 seine Radiosendungen über Kurzwelle und Satellit eingestellt.

Nach den Aussagen des Redaktionschefs der Swissinfo Christoph Heri wurde die Entscheidung, die der Verwaltungsrat der SRG getroffen hat, am gleichen Abend den 120 Mitarbeitern/innen der Organisation mitgeteilt. Heri konnte jedoch die Frage, wann die Redaktionen, ausgenommen die Englische, aufgehoben werden, und wie viele Arbeiter/innen entlassen werden, nicht beantworten. Heri erwähnt ausserdem, dass die Internetseite, die nur noch in Englisch veröffentlicht werden soll, darüber hinaus weiterhin Informationen verbreiten wird, um den Bedürfnissen der Auslandschweizer und Auslandschweizerinnen gerecht zu werden.

Der historische Riese ist am Stürzen

Die wichtigste Arbeit der Schweizer Fernseh- und Radiostation auf internationaler Ebene, Swissinfo, die auch "als die Stimme der Schweiz im Ausland" bezeichnet wird, wurde im Jahr 1934 gegründet. Zunächst hat sie die Aufgabe als Kurzwellensender Schwarzenburg wahrgenommen. Dann, in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, wurde das Programmangebot schrittweise auf neun Sprachen ausgebaut. Die Swissinfo, die heute im Internet als neunsprachige Nachrichten- und Informationscenter über die Schweiz berichtet, dies in Text, Bild und Ton, hat das erste grosse Erdbeben im vergangenen Jahr erfahren, in dessen Folge die Radiosendungen, die schon seit 70 Jahren Bestand haben, eingestellt wurden.

Die Entscheidung trifft auf Reaktionen

Die gefasste Entscheidung löst bei den Gewerkschaften grosse Kritik aus. Die Mediengewerkschaft COMEDIA bewertet die Einstellung eines solchen Programms im Bereich des Sendens an die Öffentlichkeit als einen Skandal. Comedia hat die Regierung dazu eingeladen, die Situation noch einmal zu überdenken und der Verantwortung bewusst zu werden, die sie für den Staat und dessen Aussenpolitik zu tragen hat. Auch die Auslandschweizer- Organisation (ASO)verurteilt den Entscheid des SRG- Verwaltungsrates und fordert die Regierung auf, gegen diese Bewegung etwas zu unternehmen, um die Erfüllung des Auslandauftrags als Bestandteil des Service- Publik- Auftrages der SRG zu sichern.

Die Sparpolitik

Die SRG, die keine näheren Auskünfte geben konnte, wann die Entscheidung in Kraft treten wird, hat bekannt gegeben, dass bisher in Bezug auf die zukünftige Strategie nur Basisentscheidungen getroffen wurden. Daneben wird erwähnt, dass versucht wird, den Mitarbeiter/ innen, die aufgrund der Einschränkung ihre Stellen verloren haben, andere Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der Organisation zu verschaffen. Die Zuständigen der Organisation bringen zum Ausdruck, dass das Hauptmotiv der Neuorientierung finanzielle Probleme darstellen. Der Staat soll Subventionen in Höhe von 15 Millionen Franken gestrichen haben.

Wird das Parlament reagieren?

Die aussenpolitische Kommission des Nationalrats hat in einer Sitzung mit den Regierungsmitglieder Joseph Deiss und Micheline Calmy- Rey darauf aufmerksam gemacht, dass das Senden ins Ausland eines der wichtigsten Elemente des schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft darstellt.

Die aussenpolitische Kommission wird die Thematik noch einmal in einer Sitzung Anfang Mai aufgreifen. Der Nationalrat seinerseits wird auf dieses Problem in seiner Sommersitzung umfangreich eingehen.