|
Verständigung
auf Deutsch
Am
15. Januar 2005 wurde in Basel an einer Konferenz das Thema
"Spracherwerb in der Migration" aufgegriffen. Die
Bilanz über die Wirkungsweise der Deutschkurse, die von
zahlreichen Vertretern und Vertreterinnen der in der Region Basel
gelegenen Sprachschulen, Einwanderergruppen und amtlichen Stellen
zusammen gezogen wurde, wurde ungefähr mit der Teilnahme von über
100 Experten diskutiert.
snc
deutsch/ ali yilmaz
snc
dossier/ sevim
civil
Das
Spracherlernen- ein sozio-politisches Thema
Deutsch
lernen bleibt auf gesellschaftlicher wie auch auf politischer
Ebene aktuell und kann als wichtiges Thema seine Position in der
Tagesordnung bewahren. Das "Integrationsgesetz", das von
den beiden Kantonen Basel-Stadt und Basel-Land zur Diskussion
freigegeben wurde, schreibt den Neuankömmlingen die
obligatorische Teilnahmepflicht an Integrations- und Sprachkursen
vor. Dieses Thema wird sehr intensiv diskutiert.
Die
beiden Integrationsstellen der beiden Basler Kantone und die
Eidgenössische Kommission für Ausländerfragen verlangen
finanzielle Unterstützung für die Deutschkurse, die seit einiger
Zeit auch über das alltägliche Leben informieren. Die Zuständigen
erwähnen, dass die Einzelpersonen sich allein mit dem
Deutscherlernen nicht anpassen können, machen aber darauf
aufmerksam, dass dies jedoch aus gesellschaftlicher und
beruflicher Sicht einen wichtigen Faktor darstellt.
Morais:
"Ohne Sprache keine Kultur, ohne Kultur…
Julia
Morais, Zuständige für Integrationsangelegenheiten
Basel-Landschaft, hielt die Eröffnungsrede der Konferenz. Sie
machte darauf aufmerksam, dass das Spracherlernen nur eines von
vielen Elementen ist, die im Integrationsgesetz verankert sind,
und fuhr auf diese Weise fort:
"Das
Integrationsgesetz verpflichtet die Ausführungsorgane,
Chancengleichheit für alle zu schaffen und die Diskriminierung zu
bekämpfen." Sie erwähnte, dass mit dem Erlernen der
Ortsprache die Anpassungszeit nicht beendet ist. Morais wies
jedoch daraufhin, dass ohne Sprache keine Kultur, und ohne Kultur
keine Sprache existiert. "Von den Mimiken zu den Kulturen,
vom sozialen Engagement bis zu allen menschlichen Ausdrucksarten
ist die mündliche Verständigung auf allen Ebenen ein
wesentlicher Faktor."
Unterschiede
und Gemeinsamkeiten zwischen der Mutter- und Fremdsprache
Marianne
Sigg, Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Zürich, ist der
Auffassung, dass die Muttersprache einen Einfluss auf den
Spracherwerb ausübt. Sigg, die zwischen den Sprachen Vergleiche
zieht, streift während ihrer Rede die These an: "Parallele
Elemente und Regeln werden leicht und ohne Fehler aufgenommen,
jedoch sieht es bei Differenzen anders aus. Die Unterschiede können
den Schülerinnen und Schülern schwer bewusst gemacht werden,
sodass viele Fehler auftreten." In diesem Zusammenhang hat
sie die Deutsche und Italienische Sprache verglichen, um konkrete
Beispiele zu geben.
Das
Begehren der Deutsch-Lehrer und LehrerInnen
In
den Workshops, die in der zweiten Hälfte der Veranstaltung Platz
nahmen, wurden mit teilnehmenden Gruppen über die Motivation beim
Spracherlernen, die Art und Weise, wie man sich anpasst, die
gemeinsame Existenz des Hochdeutschs und der Schweizer Dialekte in
der Deutschschweiz sowie über begangene Deutschfehler Gedanken
ausgetauscht. Die in den Workshops gesammelten Gedanken wurden
dann in einem Podiumsgespräch allen Teilnehmern präsentiert.
Hier sind Experten auf das Sprachverhalten der SchweizerInnen
eingegangen, die mit dem Reflex, die eigene Identität zu schützen,
ungefähr 100 Dialekte entwickelt haben. Nach ihrer Meinung
sollten die Schweizer die Hochdeutsche Sprache selbstbewusster
gebrauchen. Weiterhin wurde betont, dass die für das neue
Integrationsgesetz vorgesehene Verpflichtung der Einwanderer,
Sprachkurse zu absolvieren, bei sehr vielen Arbeitgebern als
positiv eingestuft wird. In diesem Zusammenhang erwähnen sie
auch, dass die Lehrer und Lehrerinnen auf die auftauchenden Fragen
bezüglich des neuen Gesetzesentwurfs bei den Schülern und Schülerinnen
nicht genügend eingehen können und somit in dieser Beziehung
Kurse belegen wollen.
Die
Schlussrede hielt der Migrationbeauftragter Basel Stadt, Thomas
Kessler. Er betonte, dass sie als erstes auf das Begehren der
Deutsch-Lehrerinnen im Zusammenhang mit dem im Entwurf stehenden
Integrationsgesetzes eingehen werden, sodass in Kürze Antworten
erteilt werden.
|