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Die
wichtigsten Ereignisse in der Schweiz werden unter die Lupe
genommen.
snc
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Nationalrat,
Bern: Die SVP ist mit 55 Sitzen die grösste Partei (Foto: Parlamentfotoservice)
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Nationalratswahlen
in der Schweiz
Historische
Niederlage der
Mitte-Rechts Parteien
Zwei
starke Vertreter der Mitte-Rechts Parteien, die FDP und die CVP
haben eine grosse Anzahl von Wählerstimmen und Sitzen verloren.
Die SVP ist zur stärksten Partei des Nationalrates geworden.
snc
deutsch: özen aytac
BERN.
(20.10.03) Wie snc prognostiziert hat, haben die Mitte-Rechts
Parteien, die FDP und die CVP, eine grosse Anzahl von
Wählerstimmen und Sitzen verloren, während die SVP zur
stärksten Partei des Nationalrates geworden ist. Auch die
Sozialdemokraten (SP) und die Grünen haben, bei den Wahlen
(Wahlbeteiligung 44.5 %) Erfolge erzielen können.
Die
SVP konnte mit 11 weiteren Parlamentariern die Zahl seiner
Vertreter im Nationalrat auf 55 erhöhen, dicht gefolgt von der
SP, die nun 52 Repräsentanten im 200-köpfigen Nationalrat hat.
Ein Erfolg waren diese Wahlen auch für die Grünen,
die mit vier neuen Sitzen nun auf 13 Sitze kommt. Die FDP
und die CVP büssten beide sieben Sitze ein. Die FDP kommt neu auf
36 und die CVP auf nur 28 Sitze.
Kantonsvertreter
im Parlament
Die
Kleine Kammer, der Ständerat, der die Kantonsvertreter
repräsentiert, hat 46 Mitglieder. 38 Sitze sind vor dem zweiten
Wahlgang bereits unter den Parteien verteilt. Die Sitze im
Ständerat verteilen sich wie folgt: CVP 12, FDP 12, SVP 7 und SP
6 Sitze. Die weiteren 8 Sitze werden nach einem zweiten Wahlgang
besetzt.
Das
Ende der Zauberformel
Die
politischen Analytiker sind sich darüber einig, dass die
Auswirkungen des Wahlergebnisses sich erst im "vereinten
Parlament" zeigen werden. Nach der "Zauberformel",
die 1959 in Kraft getreten war, bildeten je zwei Repräsentanten
der grossen Parteien und 1 Repräsentant der kleinen Partei die
7-köpfige Schweizer Regierung. Bisher waren es je zwei Mitglieder
der SP, FDP, CVP und ein Mitglied der SVP. Nach dem Wahlerfolg der
SVP verteidigt diese die Meinung, dass diese historische Formel
ein Ende finden, und dass sie als stärkste Partei zwei Vertreter
in den Bundesrat entsenden sollte. In diesem Falle ist es
unumgänglich, dass die CVP einen Sitz im Bundesrat abgeben muss.
Das neue Parlament wird von der vereinigten Bundesversammlung am
10. Dezember gewählt.
snc archiv: vor den Wahlen
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Nicht
aufzuhaltender Aufstieg der SVP |
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Ein
Blick in
die
politische
Geschichte
In
die
Regierungen,
die mit der FDP
1848 gebildet
worden sind, ist
zum ersten Mal
1891 mit der
CVP ein
anderes
Mitglied
hinzu-
gestossen. Die
Regierung
wurde 1929 mit
der SVP und
1943 mit
der
SP
komplettiert.
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Jeder
wusste, dass am Abend des 19. Oktobers, nach den Wahlen, für die
traditionellen Parteien eine neue politische Ära beginnen würde.
Bereits 1999 hatten die Wahlen, die alle vier Jahre durchgeführt
werden, das heutige Ergebnis angedeutet. Es war nur noch nicht
ganz sicher, ob dies eine dauernde Reaktion der Wählerschaft war.
Traditionelle
Politik
Die
SVP hat über Jahrzehnte hinweg ihren Platz als kleinste der vier
Parteien des Nationalrats beibehalten. Den ersten und zweiten
Platz belegten entweder die FDP oder die SP. Die CVP hat ihren
Platz, immer kurz hinter der zweitgrössten Partei, als Dritte
gehalten. Das Wahlverhalten des Wählers oder der Wählerin blieb
fast immer gleich. 1950 begannen Schweizer Politiker mit dem
Gedanken, dass dieses Wahlverhalten sich stets von neuem im
Parlament widerspiegeln wird, die sogenannte Zauberformel
ausgerufen.
1959:
Die Zauberformel
Bei
den Wahlen 1955 hielt sich die Tradition. Mit 53 Mitgliedern war
die SP ganz vorne, gefolgt von der FDP mit 50 Mitgliedern, dann
die CVP mit 47 und zuletzt die SVP mit 22 Mitgliedern. Es ist
bekannt, dass der Generalsekretär der CVP, Martin Rosenberg, zu
diesen Zeiten einen grossen Einfluss auf die Zusammenführung der
Regierung hatte. Auch wenn die politischen Wissenschaftler heute
diese kritische Zeit in der Geschichte der Schweizer Politik in
anderer Form analysieren, hat man sich am Ende auf eine Formel
geeignet, nachdem alle grossen Parteien in dem Parlament
repräsentiert werden. Dieser historische Vertrag, der zwischen
den Parteien geschlossen wurde, hat die Bedeutung, dass ihm die
bestehende Regierung entsprechen muss. Der aus sieben Personen
bestehende Bundesrat, wurde von je zwei Mitgliedern der SP, FDP,
CVP und einem Mitglied der SVP besetzt.
Das
Ergebnis der Wahlen 1959 war eine Kopie des vorherigen Ergebnisses
(SP und FDP 51, CVP 47 und SVP 23). Es stand nun kein Hindernis
mehr vor der "Zauberformel", auf die man sich schon
vorher geeignet hatte. Der Bundesrat wurde direkt nach den Wahlen
neu gewählt.
Was
war neu bei den Wahlen 1999?
40
Jahre lang, bis zu den Wahlen 1999, wurde im politischen Leben die
"Zauberformel" nie in Frage gestellt. Keine Veränderung
wurde durchlebt. In den Wahlen 1995 sind die grossen Parteien, wie
bisher gewohnt, in der gleichen Reihenfolge, SP (55), FDP (45),
CVP (34) und SVP (29) gewählt worden.
Die
lebhafte Wahlkampagne der SVP im Jahr 1999 hat sich in gleicher
Form auch an den Wahlurnen gezeigt. 100-jährige Gewohnheiten
hatten sich geändert und die SVP ist zu der Partei geworden, die
am meisten Stimmen erhalten hat. Die Wahlergebnisse zeigten nun
folgendes Bild: SP (51), SVP (44), FDP (43) und CVP (35). Zum
ersten Mal ist die SVP von dem 4. auf den 2. Platz vorgerückt.
Nach
diesem grossen Wahlerfolg sagte die SVP, dass die
"Zauberformel" in der Form geändert werden müsse. Sie
wollten zwei Mitglieder im Bundesrat.
Die
anderen drei grossen Parteien des Parlaments entschieden sich
gemeinsam gegen diese Forderung. So wurde verhindert, dass die SVP
ein zweites Mitglied im Bundesrat hatte. Diese Zusammenarbeit
wurde bei den Wahlen des einzigen SVP-Bundesrates beibehalten.
Nicht der von der SVP benannte Wahlkandidat, sondern Samuel
Schmid, wurde ins Parlament gewählt.
Wie
kam es zum Erfolg der SVP?
Die
SVP, die eine Ära in der Schweizer Geschichte geändert hatte,
wurde wegen ihrer Propaganda von den ausländischen Medien als
"extrem rechts" und "nationalistisch"
bewertet. Es steht offen, dass diese Aussagen die Wahrheit nicht
richtig offenbaren. Klar ist, dass die Politikexperten den Erfolg
der SVP und die Wahl der Wähler und Wählerinnen nicht so einfach
analysieren können. Es bleibt weiterhin ein vielseitiges,
gesellschaftliches Phänomen.
Wie
bei den Wahlen 1999 ist auch im Jahr 2003 eine Partei gewählt
worden, die sich nicht zurückhält, ihre
"ausländerfeindlichen" Aussagen offen auszudrücken.
Seitens der SVP werden Probleme mit Migranten und Migrantinnen bei
jeder Gelegenheit als politisches Material genutzt. Auch die
alltäglichen Probleme der Bürgerinnen und Bürger oder Punkte,
die negativ erscheinen, werden von der SVP in den gleichen Topf
geworfen. Die Politik der SVP wird nicht bei den Lösungen,
sondern bei den Reaktionen vernehmbar. Obwohl sie in der Regierung
ist, verhält sie sich wie eine oppositionelle Partei. Das gibt
der SVP einen grösseren "Spielraum". Die Veränderung
im gesellschaftlichen Leben und das Zusammenkommen von viel
"Anderem und Verschiedenem", das sich innerhalb einer
geschichtlichen Zeit zusammen gefunden hat, wird als Angst um
"Identitätsverlust" nach vorne geritten. Aus dieser
Perspektive entsteht die Frage: "Ist der Erfolg der SVP das
Spiegelbild ihrer politischen Ordnung?".
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Joseph
Zemp,
1891:
Erster
CVP-Bundesrat
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Rudolf
Minger,
1929:
Erster
SVP-Bundesrat
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Ernst
Nobs,
1943:
Erster
SP-Bundesrat
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1
9 5 9
ZAUBER-
FORMEL
Der
historische
Vertrag, der
Zauberformel
genannt wurde,
sorgt gewöhn
dafür, dass eine
Opposition
innerhalb der
Regierung
verhindert
werden soll. Die
siebenköpfige
Schweizer
Regierung
bestand aus je
zwei
Repräsentanten
der SP, FDP und
CVP sowie
einem
Repräsentanten
der SVP. Die
Formel wurde
nach den
Wahlen 1959 ins
Leben gerufen
und die vier
Partei-
Regierung
aus der Taufe
gehoben.
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Bundesrat
nach
der "Zauber-
formel"
1959
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Paul
Chadet,
FDP |
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Max
Petitpierre,
FDP |
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Hans
Peter
Tschudi,
SP |
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Willy
Spühler,
SP |
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Jean
Bourbknecht,
CVP |
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Ludwig
von
Moos,
CVP |
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Friedrich
Traugott,
SVP |
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•
hintergrund |
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Bundeshaus,
Bern
foto:
m. gürz
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Wie
viele Vertreter, und wie werden sie gewählt?
Die
Schweiz hat ein interessantes, aber auch sehr verwirrendes System.
Das Schweizerische Parlament besteht aus zwei Teilen, der
"Grossen Kammer" und der "Kleinen Kammer". Der
Nationalrat setzt sich aus 200 Abgeordneten zusammen und der
Ständerat aus 46 Sitzen, die die Kantone vertreten. Das
Zweikammer-Parlament hat seine Grundfassung in der Verfassung. Die
Gleichberechtigung von Volk und den Kantonen wurde durch die
Verfassung gewährleistet. Der Wähler hat das Recht, für beide
Kammern eine "Wahl" zu treffen.
Nationalrat
Die
Anzahl der Abgeordneten jedes Kantons richtet sich in der Grossen
Kammer, mit 200 Sitzen, nach seiner Einwohnerschaft. Dies
bedeutet, dass die Zahl der Abgeordneten eines Kantones sich auch
immer ändert. Zum Beispiel hat das bevölkerungsreiche Zürich an
den Wahlen am 19. Oktober 2003 34 Parlamentarier in die Grosse
Kammer gesandt. Bern mit 26, Waadt mit 18 und Aargau mit 15
Sitzen, reihten sich hinter Zürich. Wegen der niedrigen
Einwohnerzahl haben die Kantone Glarus, Nidwalden, Obwalden, Uri,
Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserhoden nur je einen
Volksvertreter im Nationalrat.
Nach
dem Schweizer Wahlsystem, das seit 1919 in Kraft ist, können alle
Parteien so viele Vertreter in das Parlament entsenden, wie sie
auch Wahlstimmen erhalten haben. Klauseln und dergleichen, die in
verschiedenen Ländern zum Vorteil der grossen Parteien genutzt
werden, sind in der Schweiz nicht vorhanden.
Ständerat
Die
"Kleine Kammer" mit 46 Mitgliedern stellt sich aus je 2
Abgeordneten aus den "Vollkantonen" und je 1
Abgeordneten aus den "halben Kantonen" zusammen. Hier
wird die Einwohnerzahl ausser Acht gelassen. Beispielsweise kann
der kleine Kanton Glarus in den Nationalrat nur einen Vertreter
entsenden, im Ständerat hingegen, wird er von 2 Mitgliedern, wie
Zürich, vertreten.
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foto:
s. civil
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Die
Wahl der Stimme
In
der Schweiz wird sehr darauf geachtet, dass die Wähler in
angenehmer Form wählen können - in dieser Hinsicht wird alles
getan. Auch wenn die Methode in verschiedenen Kantonen kleine
Veränderungen beinhaltet, ist das eigentliche Wahlsystem
dergestalt aufgebaut:
Daneben,
dass der Wähler an bestimmten Orten wählen kann, ist dies auch
auf postalischem Weg möglich. Es gibt auch
"Wanderurnen" für Personen, die körperliche
Behinderungen haben.
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