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Die
Sackgebühr wirkt und kommt gut an
70
Prozent der Bevölkerung in der Schweiz zahlen heute die
Abfallentsorgung nach dem Verursacherprinzip. Wieder verwertbares
Material wird vermehrt separat gesammelt. So landete trotz einem
Bevölkerungswachstum von 3,9 Prozent in den letzten zehn Jahren
15 Prozent weniger Abfall im Kehrichtsack. Die Sackgebühr wird
von der Bevölkerung gut akzeptiert und hilft, die
Entsorgungskosten zu senken.
BERN.
Das Verursacherprinzip fördert die Abfalltrennung: Sobald
eine Gemeinde die Sackgebühr eingeführt hat, muss sie im
Durchschnitt rund 30 Prozent weniger brennbare Abfälle abführen
als vorher. Dafür steigt die Menge der separat gesammelten und
verwerteten Abfälle um den gleichen Prozentsatz an. Aber nicht
nur die Sackgebühr wirkt positiv: Auch der Ausbau der
Separatsammlungen und intensive Öffentlichkeitsarbeit animieren
die Leute, den Abfall getrennt zu entsorgen. Dies ist das Resultat
der BUWAL-Studie "Die Sackgebühr aus Sicht der Bevölkerung
und der Gemeinden". Sie wurde im Auftrag der Schweizerischen
Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektorenkonferenz erarbeitet.
Sackgebühr
wird von der Bevölkerung akzeptiert Weiter bringt die in 13
Gemeinden durchgeführte Studie zu Tage, dass das
Verursacherprinzip für die Abfallentsorgung bei der Bevölkerung
grosse Akzeptanz geniesst: 88 Prozent aller Befragten in Gemeinden
mit Sackgebühr halten das Prinzip für sinnvoll und 87 Prozent
beurteilen die Kosten als angemessen. Die Bevölkerung wird auch
sensibler für Abfallfragen: 50 Prozent der Befragten gaben an,
dass sie nach der Einführung der Sackgebühr ihr Verhalten änderten.
In Gemeinden ohne Sackgebühr halten 73 Prozent das
Verursacherprinzip für sinnvoll.
Mit
der Einführung der Sackgebühr optimieren viele Gemeinden ihre
Sammellogistik und Entsorgungswege. Dadurch sinken die
Entsorgungskosten. Zudem ist die Verwertung der zunehmend separat
gesammelten Abfälle meist billiger als die Verbrennung. Das
Verursacherprinzip hat nicht dazu geführt, dass in der Schweiz
deutlich mehr Abfälle wild deponiert oder illegal verbrannt
werden. Der so entsorgte Anteil an der gesamten Abfallmenge beträgt
1 bis 2 Prozent und ist in Gemeinden mit Sackgebühr tendenziell
etwas höher als in Gemeinden ohne Sackgebühr.
Noch
zu viel rezyklierbares Material im Hauskehricht Das
Verursacherprinzip hat einen Einfluss auf die Zusammensetzung des
Kehrichts. Dies zeigt die zweite BUWAL-Studie "Erhebung der
Kehrichtzusammensetzung 2001/2002": Der Anteil verwertbarer
Abfälle (z.B. Papier und Glas) in Abfallsäcken der Gemeinden mit
Sackgebühr ist deutlich kleiner als jener in Gemeinden ohne
Sackgebühr. Generell stellte sich heraus, dass im Vergleich zu
1992/1993 in der Schweiz trotz einer Bevölkerungszunahme von 3,9
Prozent 15 Prozent weniger Kehricht im Abfallsack landet.
Signifikant zurückgegangen sind die Anteile von Karton und Papier
im Kehricht. Anteilmässig zugenommen haben indes biogene Abfälle
(Speisereste, Rüstabfälle) und sogenannte Verbundwaren (Windeln,
Spielzeuge, Sportgeräte, Schuhe). Der Rückgang von verwertbaren
Stoffen wie Papier und Glas und die Zunahme der nicht verwertbaren
Verbundstoffe zeigt, dass die Information der Bevölkerung und die
Förderung sowie der Ausbau von separater Abfallsammlung und
-verwertung wirken.
Mit
27 Prozent tragen die biogenen Abfälle am meisten zur
Kehrichtmenge bei. Es folgen 16 Prozent Papier (darunter auch
nicht verwertbare Servietten, Handtücher, Taschentücher usw.),
14 Prozent Verbundwaren und 13 Prozent "übrige
Kunststoffe". Je besser die Separatsammlungen ausgebaut sind,
umso geringer wird der Anteil an rezyklierbarem Material im
Abfall.
Information
statt Zwang Das im Umweltschutzgesetz des Bundes vorgeschriebene
Verursacherprinzip hat sich in der Deutschschweiz grösstenteils
durchgesetzt. In der Westschweiz führte erst der Kanton Freiburg
Sackgebühren flächendeckend ein. In den anderen Westschweizer
Kantonen und dem Tessin setzt vorerst nur eine Minderheit der
Gemeinden auf verursachergerechte Gebühren. Weil sich in
Gemeinden ohne Sackgebühr trotz hoher grundsätzlicher Zustimmung
40 Prozent der Bevölkerung skeptisch bezüglich der praktischen
Umsetzung des Verursacherprinzips zeigen, pflegt und empfiehlt das
BUWAL primär Information und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem
unterstützt es jene Kantone aktiv, die das Verursacherprinzip
verankern wollen.
Information
steht für das BUWAL auch an erster Stelle im Kampf gegen mit Abfällen
verunreinigte Plätze und Strassen. Dieses Littering verteuert vor
allem in den Städten die Strassenreinigung und verärgert die
Leute. Ursachen für das Littering sind nicht die Sackgebühr,
sondern das geänderte Konsumverhalten (z.B. Fast-Food,
Verpflegung im Freien) sowie Bequemlichkeit und die Geringschätzung
des öffentlichen Raums.
Schafft
Praktikumsplätze für die Jungen!
BERN.
Jean Luc Nordmann, Direktor für Arbeit im Staatssekretariat für
Wirtschaft (seco), appelliert an die Unternehmen, mehr
Praktikumsplätze für junge Stellensuchende zu schaffen. Die
Arbeitslosenversicherung (ALV) bezahlt bis zu 75 Prozent der
Kosten.
„Das
grösste Handicap der jungen Schul-, Studien- und Lehrabgänger
ist ihre mangelnde Berufserfahrung“, sagt Jean-Luc Nordmann.
„Mit einem Praktikum können sie Erfahrungen im Berufsleben
sammeln und haben nachher grössere Chancen auf dem
Arbeitsmarkt.“
Auch
die Unternehmen profitieren von den halbjährigen Berufspraktika:
Sie erhalten qualifizierte Mitarbeitende, die sie ohne Risiko
testen können. Zudem trägt die Arbeitslosenversicherung (ALV)
bis zu 75 Prozent der Kosten. Im Jahr 2002 finanzierte die ALV mit
7,4 Millionen Franken rund 800 Berufspraktika.
Jean-Luc
Nordmann ruft die Unternehmen auf, diese Möglichkeit vermehrt zu
nutzen und sich mit den Kantonalen Arbeitsämtern in Verbindung zu
setzen. „Die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz ist nicht
alarmierend“, sagt Nordmann. „Und gerade deshalb müssen wir
alles tun, damit es so bleibt.“
Eine
weitere arbeitsmarktliche Massnahme der ALV sind
Motivationssemester für Jugendliche. Die Motivationssemester
helfen Schulabgängern und Jugendlichen, ihre beruflichen Ziele zu
definieren und eine Lehrstelle zu finden. 2002 nahmen rund 2800
junge Frauen und Männer an diesen Motivationssemestern teil.
Konsumentenstimmung
verharrt auf niedrigem Stand
BERN.
Nach der Umfrage, die das Staatssekretariat für Wirtschaft
(seco) quartalsweise bei rund 1'100 Haushalten durchführt,
verharrte die Konsumentenstimmung im Juli 2003 mit -35 Punkten
praktisch auf dem vor drei Monaten erreichten niedrigen Indexstand
(April 2003 -36 Punkte).
Die
drei Teilindizes, die der Berechnung des Konsumentenstimmungsindex
zugrunde liegen, entwickelten sich unterschiedlich. Die Haushalte
schätzten die Entwicklung in den vergangenen 12 Monaten (-90
Punkte) weniger pessimistisch ein als noch bei der Erhebung vom
April 2003 (-99 Punkte). Hingegen verschlechterte sich gemäss
ihrer Einschätzung die finanzielle Lage ihres Haushalts in den
vergangenen Monaten etwas (-19 Punkte im Juli 2003 gegenüber -12
Punkten im April 2003). Die finanzielle Lage ihres Haushalts mit
Blick auf die kommenden zwölf Monate sehen sie nach wie vor
positiv (+2 Punkte).
Die
übrigen Indikatoren, die nicht in den Konsumentenstimmungsindex
einfliessen, entwickelten sich ebenfalls uneinheitlich. Die
erwartete Wirtschaftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten
stuften sie signifikant besser ein als noch vor drei Monaten (-16
Punkte im Juli 2003 nach -28 Punkten im April 2003). Mehr
Haushalte als noch vor drei Monaten gaben an, sparen zu können.
Der Zeitpunkt für grössere Anschaffungen (Autos,
Haushaltmaschinen, Möbel etc.) wurde etwas weniger ungünstig
erachtet als noch vor drei Monaten. Die Sicherheit der Arbeitsplätze
ist mit -124 Punkten nochmals schlechter eingestuft worden als im
April 2003 (-118 Punkte). Im Urteil der Konsumenten hat der
Preisauftrieb in den vergangenen Monaten weiter etwas nachgelassen
und auch für die kommenden Monate erwarten sie eine leichte
Abnahme der Teuerung.
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