Auch Samuel Schmid befürchtet Irak-Angriff

BERN. Verteidigungsminister Samuel Schmid hält einen Angriff auf den Irak als sehr wahrscheinlich.

Für das Gefühl der Sicherheit

BERN. Die Bevölkerung soll das Gefühl, in einem sicheren Land zu leben, wieder bekommen.

Kinder kommen zu kurz

BERN. Gemäss der UNO-Kinderrechtskonvention hätten Kinder und Jugendliche das Recht in Angelegenheiten, die sie betreffen, auf Gemeindeebene mitzusprechen.

Lettischer Verteidigungsminister in Bern

BERN. Vom 10. bis 11. Februar 03 stattet der lettische Verteidigungsminister Girts Valdis Kristovski, der Schweiz einen offiziellen Besuch ab.

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 
 

10. Februar 2003

Auch Samuel Schmid befürchtet Irak-Angriff

BERN. Verteidigungsminister Samuel Schmid hält einen Angriff auf den Irak als sehr wahrscheinlich. Schmid sagte gegenüber dem „Tages-Anzeiger“, er befürchte, dass die deutschfranzösische Initiative zu spät komme. Wenn Irak mit der UNO kooperiere, sei eine friedliche Lösung noch möglich. Dass es aber sehr wahrscheinlich zu einem Irak-Angriff komme, hätten ihm seine Kontakte an der Münchner Sicherheitskonferenz deutlich gemacht.

Von der Initiative von Micheline Calmy-Rey für eine humanitäre Konferenz distanziert er sich zudem. Dabei handle es sich eher um eine Arbeitstagung.

Für das Gefühl der Sicherheit

Die Bevölkerung soll das Gefühl, in einem sicheren Land zu leben, wieder bekommen. Ein 4-Säulen-Konzept für mehr Bürgersicherheit wurde von der FDP erarbeitet und präsentiert.

BERN. Die FDP hat in Bern ihr Konzept für mehr Bürgersicherheit präsentiert. Das Gefühl, in einem der sichersten Länder Europas zu leben, soll der Bevölkerung zurückgegeben werden. Die FDP propagiert in Anlehnung an das bewährte Konzept in der Drogenpolitik, ein 4-Säulen-Konzept mit Prävention, Repression, Therapie und Wiedergutmachung. Die Sicherheit dürfe nur so weit nötig zu Lasten der Freiheit gehen, meinte die liberale Partei.

Parteipräsidentin Christiane Langenberger erwähnte, dass das Empfinden in einem unsicheren Umfeld zu sein, zu ernst nehmen sei, obwohl dieses Gefühl der Realität und der Kriminalstatistik nicht entspreche.

In ihrem Massnahmenkatalog verlangt die FDP, dass die Polizei als „Freund und Helfer“ wieder mehr Bürgernähe zeigt. Sicherheitskräfte, welche zu Fuss patrouillieren, würden das Sicherheitsempfinden mehr erhöhen als Streife fahrende Polizeifahrzeuge. Die Bevölkerung müsse aber auch Mitverantwortung übernehmen, ganz nach dem Motto: Hinschauen statt Wegschauen. Sensible Bereiche des öffentlichen Raums sollten mit Videokameras überwacht werden. Klare Regeln müssen für deren Umgang und Installation aufgestellt werden.

Dass „Persönlichkeitsdefizite“ früh behandelt werden, gehört nach Meinung der FDP auch zur Prävention. Um der Gewalt begegnen zu können, seien polizeiliche Jugenddienste auszubauen. Untragbare Kinder seien vom Unterricht zu dispensieren und mit geeigneten Massnahmen zu unterstützen.

Bei der Verfolgung kleiner Delikte, welche rasch abgestraft werden müssten, verlangen die Liberalen „Null-Toleranz“. Die Minimalstrafen für Gewaltdelikte, Drogenhandel und Vandalismus seine zu erhöhen und das Waffenrecht zu verschärfen. Für straffällig gewordene und asoziale Asylsuchende sollen konsequent Zwangsmassnahmen umgesetzt werden. Mit elektronischen Hilfsmittel seien die Betretungsverbote zu kontrollieren. Um die ausländische Bevölkerung zu integrieren, seine gleichzeitig besondere Massnahmen nötig.

Kinder kommen zu kurz

Gemäss der UNO-Kinderrechtskonvention hätten Kinder und Jugendliche das Recht in Angelegenheiten, die sie betreffen, auf Gemeindeebene mitzusprechen. Dieser Artikel sei, laut UNICEF-Schweiz, ungenügend umgesetzt worden.

BERN. Eine UNICEF-Studie zeigt, dass Kinder und Jugendliche in der Schweiz im Kreis ihrer Familie ein relativ grosses Mitspracherecht haben. Die Möglichkeiten in der Schule mitzureden, seien aber schon geringer und in der Gemeinde praktisch unexistent.

Sich schon einmal in ihrer Wohngemeinde engagiert zu haben, wie zum Beispiel beim Bemalen von Wänden in einer Unterführung, beim Pflanzen von Bäumen oder beim Aufstellen von Spielgeräten, gaben nur 7 Prozent der befragten Kinder und Jugendliche an. Über 12'000 wurden befragt.

Die Studie kommt zum Schluss, dass Kinder auch dann kaum einbezogen werden, wenn es um Fragen geht, die sieselbst betreffen. Dabei hätten sie eigentlich grosses Interesse, ihr Umfeld auf Gemeindeebene mitzugestalten.

Dass sich jedes zweite Kind in einem Sportverein, in Jugend- und Musikgruppen bestätigt, oder für Geld jobbt, lasse sich anhand der Freizeitaktivitäten ablesen. UNICEF Schweiz bemängelt, Gemeinden und Kantone hätten Artikel 12 der UNO-Kinderrechtskonvention ungenügend umgesetzt. Nach diesem Artikel sollte jedes Kind seine Meinung äussern dürfen in den Angelegenheiten, die sie betreffen. Die Vertragsstaaten, unter anderem auch die Schweiz, verpflichten sich, diese Meinung auch tatsächlich zu berücksichtigen.

Die UNICEF Schweiz fordert, dass Minderjährige bei Entscheidungen auf Gemeindeebene besser einbezogen werden müssen. Die Diskrepanz zwischen Gestaltungswillen und tatsächlichen Möglichkeiten berge nämlich ein hohes Mass an Frustration.

Die Partizipation der Kinder und Jugendlichen  ist mit 39 Prozent deutlich höher in der Schule als auf Gemeindeebene. Schüler dürfen vor allem Einfluss nehmen auf die Einrichtung des Klassenzimmers oder auf Schulfeste und Sporttage. Bei Unterrichtsthemen oder Notengebung haben sie aber wenig zu sagen. UNICEF schreibt, zwar gäbe es Lehrpläne zu beachten, es gäbe aber auch die Möglichkeit, eine Mitgestaltung durch die Schüler zuzulassen.

Lettischer Verteidigungsminister in Bern

BERN. Vom 10. bis 11. Februar 03 stattet der lettische Verteidigungsminister Girts Valdis Kristovski, der Schweiz einen offiziellen Besuch ab. Er wird mit seiner Delegation von Bundesrat Samuel Schmid empfangen. Sicherheitspolitische Themen wie die Rolle der UNO in internationalen Friedensprozessen, Beiträge beider Länder zu friedensunterstützenden Operationen sowie die Erweiterung und Entwicklung der NATO werden behandelt. Anlässlich des NATO-Gipfels im letzten November in Prag, wurde Lettland zum NATO-Beitritt eingeladen und wird diesen Schritt wahrscheinlich im Mai 2004 vollziehen.

Die Frage der regionalen Kooperation wie die Reformen der Streitkräfte und die bilaterale Zusammenarbeit werden ebenso erörtert. Die Schweiz unterstützt verschiedene Projekte in den baltischen Staaten. Lettland ist Mitglied des Genfer Zentrums für die Demokratische Kontrolle der Streitkräfte und des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik.

Die schweizerische und lettische Delegation besuchen am Montag im Rahmen der nationalen Sicherheitskooperation die Rettungstruppen in Wangen und das Trainingszentrum für Sicherheit in Büren. Am Dienstagmorgen trifft der lettische Verteidigungsminister mit Parlamentariern zusammen.

 

 

 

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