Irakische Asylanten aufnehmen?

BERN. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe fordert die Bundesbehörden dazu auf, abgewiesene Asylsuchende aus Irak vorläufig aufzunehmen.

Umweltschutzverbände wollen Beschwerderecht behalten

BERN. Pro Natura, der WWF und der VCS  wehren sich gegen eine Demontage des Verbandbeschwerderechts.

Abgewiesene Asylsuchende sollen sofort Schweiz verlassen

BERN. Bundesrätin Ruth Metzler hatte an einem Treffen mit der Polizei- und Sozialdirektion vorgeschlagen, dass abgewiesene Asylsuchende aus dem Fürsorgesystem ausgeschlossen werden sollen.

Terrorangst der US-Konsulate

BERN. Die US-Botschaft in der Schweiz teilt auf ihrer Homepage mit, dass die Konsulate der USA in Genf und Zürich aus Sicherheitsgründen bis am Montag geschlossen bleiben.

Bundesfinanzen in einer nachhaltigen Krise

BERN. Wegen der dramatisch verschlechterten Lage des Bundeshaushalts ist die Finanzkommission des Nationalrates alarmiert.

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 
 

14. Februar 2003

Irakische Asylanten aufnehmen?

BERN. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe fordert die Bundesbehörden dazu auf, abgewiesene Asylsuchende aus Irak vorläufig aufzunehmen. Für viele Flüchtlinge aus Irak gilt es ernst. In diesen Wochen laufen ihre Ausreisefristen ab oder sind bereits verstrichen. Sie müssen die Schweiz unter Androhung der Ausschaffung verlassen, dürfen nach Ablauf der Frist nicht mehr arbeiten und riskieren gar ein Strafverfahren wegen illegalem Aufenthalt. Betroffene haben Angst und Arbeitgeber reagieren mit Unverständnis. Die Wegweisung könnte die Rückkehr in einen Krieg bedeuten. Die Türkei dürfte der Rückführung über ihr Territorium nicht zustimmen. Rund 5'700 Irakerinnen und Iraker leben unter den verschiedenen asylrechtlichen Aufenthaltstiteln in der Schweiz. Durch das Terror-Regime von Saddam Hussein oder durch eine der vorherrschenden Parteien des Nordiraks droht ihnen Verfolgung. Sie fliehen, weil sie ihr Leben nicht in der Armee Saddams opfern wollen. Rund 30 Prozent der irakischen Asylsuchenden wurden letztes Jahr als Flüchtlinge anerkannt. Weil sie aufgrund der allgemeinen Situation konkret gefährdet sind, haben andere eine vorläufige Aufnahme erhalten. Die meisten Flüchtlinge aus Nordirak sind Kurdinnen und Kurden. Etwa 3'200 Gesuche sind in Behandlung und 470 Menschen stehen im Wegweisungsvollzug.

Umweltschutzverbände wollen Beschwerderecht behalten

Pro Natura, der WWF und der VCS  wehren sich gegen eine Demontage des Verbandbeschwerderechts. Die Politiker heften diesen Organisationen einen Verhinderer-Image an, was diese nicht einsehen.

BERN. Die Stiftung Landschaftsschutz Pro Natura, der WWF und der VCS befürchten eine Demontage des Verbandsbeschwerderechts im Umweltbereich. An einer gemeinsamen Medienkonferenz am Freitag, 14.02.02 in Bern wehrten sie sich gegen entsprechende Vorstösse.

Silva Semadeni, Präsidentin von Pro Natura, äusserte, dass die Abschaffung des Beschwerderechts uns in die Steinzeit des Natur- und Heimatschutzes zurückwerfen würde. Ein solches Vorhaben stehe im krassen Wiederspruch zu den in der Bundesverfassung verankerten Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung.

Gegen Vorstösse im Parlament richtet sich der Protest der Umweltverbände. Ständerat Hans Hoffmann (SVP/ZH) will mit einer parlamentarischen Initiative das Verbandsbeschwerderecht schwächen.. Mit dem selben Mittel wollen es Nationalrat Jakob Freund (SVP/AR) und 53 Mitunterzeichnende aus dem rechtsbürgerlichen Lager abschaffen.

Seinen Vorstoss begründet Nationalrat Freund mit den Einsprachen der Umweltschutzverbände gegen die Einzonung Guggenbühel in Wolfhalden AR für den Autorennfahrer Michael Schumacher. Die Politiker sprechen von untragbaren wirtschaftlichen Schäden und heften den Umweltorganisationen ein Verhinderer- und Verzögerer-Image an.

Um das Umweltrecht vollziehen zu können, zählen die Umweltverbände das Verbandsbeschwerderecht zu den kostengünstigsten und effizientesten Mitteln. Mit aktuellen Beispielen unterstrichen dies Carsten Schmidt vom WWF-Rechtsdienst und Peter Saxenhofer, Geschäftsleiter des Verkehr-Clubs der Schweiz (VCS).

Im aargauischen Böttstein rettete der WWF mit einer Beschwerde einen national bedeutenden Wildwechsel. Der VCS erkämpfte im Fall des Fachmarktzentrums Adliswil im Kanton Zürich den Grundsatz, wonach publikumsintensive Grossprojekte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden müssen.

Schmidt sagte: „Wir schützen anerkannte Werte wie Heimat, Natur und Gerechtigkeit!“

Abgewiesene Asylsuchende sollen sofort Schweiz verlassen

Bundesrätin Ruth Metzler hatte an einem Treffen mit der Polizei- und Sozialdirektion vorgeschlagen, dass abgewiesene Asylsuchende aus dem Fürsorgesystem ausgeschlossen werden sollen.

BERN. Abgewiesen Asylsuchende sollen aus dem Fürsorgesystem des Asylbereichs ausgeschlossen werden und die Schweiz unverzüglich verlassen. Am Donnerstag, an einem Treffen mit den Vorständen der kantonalen Polizei- und Sozialdirektion, hatte dies Bundesrätin Ruth Metzler vorgeschlagen. Anfang April 2003 an einer Nationalen Asylkonferenz soll eingehend über Vorschläge zur Weiterentwicklung der Massnahmen im Asylwesen diskutiert werden.

Am heutigen Treffen orientierte Metzler über die Situation im Asylbereich. Sie unterbreitete den anwesenden Regierungsrätinnen und Regierungsräten Vorschläge, wie die massiven Sparvorgaben des Bundesrates gezielt und nicht durch lineare Kürzungen umgesetzt werden können. Ziel dieser Aussprache über die Situation im Asylbereich war, Klarheit zu schaffen, wo in der Lagebeurteilung zwischen Bund und Kantonen Einigkeit besteht und wo es unterschiedliche Einschätzungen gibt.

Im Rahmen der Diskussion über die Sparmassnahmen sprach sich Metzler grundsätzlich gegen lineare Kürzungen aus. Diese seien weder differenziert noch wirkungsorientiert und gingen vor allem zu Lasten der Kantone. Daher schlug die EJPD-Vorsteherin vor, dass Personen, auf deren offensichtlich unbegründetes Asylgesuch nicht eingetreten wird und deren Rückkehr zumutbar ist, zu bewegen, die Schweiz umgehend zu verlassen. Grundsätzlich soll dieser Personenkreis aus dem Sozialhilfesystem ausgeschlossen werden.

Diese Regelung betrifft ausschliesslich Personen, auf deren unbegründetes Gesuch nicht eingetreten wird und die nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen sind. Metzler unterstrich, dass dieser Vorschlag nicht dem Prinzip widerspricht, verfolgten Menschen den nötigen Schutz zu gewähren. Insbesondere Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene und Asylsuchende während der Dauer ihres Asylverfahrens sind nicht von der neuen Regelung betroffen.

Terrorangst der US-Konsulate

BERN. Die US-Botschaft in der Schweiz teilt auf ihrer Homepage mit, dass die Konsulate der USA in Genf und Zürich aus Sicherheitsgründen bis am Montag geschlossen bleiben. Die US-Botschaft in Bern bleibt weiterhin geöffnet. US-Bürger werden von der Botschaft aufgefordert, vorsichtig zu sein. Sie werden aufgerufen, Orte zu vermeiden, an denen sich Amerikaner treffen, wie zum Beispiel Clubs, Restaurants, Schulen und Hotels. Terroristen suchen ,laut der Botschaft, vermehrt zivile Orte als mögliche Ziele auf. Für die Schweizer Bevölkerung geht derzeit vom internationalen Terrorismus keine Gefahr aus. Das ist die Einschätzung des Bundes.

„Bundesfinanzen in einer nachhaltigen Krise“

BERN. Wegen der dramatisch verschlechterten Lage des Bundeshaushalts ist die Finanzkommission des Nationalrates alarmiert. Sie hat mit 11 zu 10 Stimmen eine Motion beschlossen, die eine Verschärfung der Kreditsperre in diesem Jahr verlangt. Das Budget 2003 sieht einen Ausgabenüberschuss von rund 250 Millionen Franken vor. Wegen des massiven Einnahmeeinbruchs zeichnet sich nun aber ein Ausgabenüberschuss von 4 Milliarden ab. Die vorgeschlagene Motion fordert den Bundesrat deshalb auf, die allgemeine Kreditsperre im laufenden Jahr von 1 auf 2 Prozent zu erhöhen. Damit würde sich der Spareffekt der Kreditsperre von 250 auf 470 Millionen Franken erhöhen. Die Sperre erfasst etwa 40 Prozent der Bundesausgaben. Ihre Verdoppelung hatte der Bundesrat im Dezember noch klar abgelehnt. Auch diesmal leistete eine starke Minderheit Wiederstand. Die Kommission will mit ihrem Vorstoss die Sanierungsstrategie des Bundesrates unterstützen. Der Bundesrat soll den Räten noch vor den Sommerferien ein zwei Milliarden schweres Entlastungsprogramm unterbreiten. Ihrer Ansicht nach sind die Bundesfinanzen „in eine nachhaltige Krise geraten, die strikte Massnahmen auf der Ausgabenseite verlangt.“

 

 

 

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