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Couchepins
Neujahrsansprache
BERN.
Bundespräsident Pascal Couchepin erwähnte in seiner Neujahrsansprache,
dass einem goldenen helvetischen Zeitalter nachzutrauern nicht nur gefährlich
sondern falsch sei. Die bestehenden Probleme könnten nur mit dem Willen
zum Handeln und etwas Risikobereitschaft angegangen werden.
Am
Neujahrstag sagte der Walliser Pascal Couchepin in seiner ersten
offiziellen Ansprache als Bundespräsident, dass die Welt heute so
komplex wie nie zuvor sei. Aufgrund der Fehler, die begangen wurden, dürfe
man sich nicht von Zweifeln und unguten Gefühlen bedrücken lassen. Der
neue Bundespräsident forderte die Wiedergewinnung des Vertrauens in
unser Land. Dementsprechend müsse den Institutionen, welche in Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortung tragen, vertraut werden können.
Die
Tendenz, einfacherweise zu kritisieren, anstatt zu tragfähigen Lösungen
beizutragen, sei in der Schweiz offensichtlich. Der neue Innenminister
versicherte seinen Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass sie das ganze
Jahr hindurch sagen werden können, was für eine Schweiz sie wollen.
Das Verhältnis zur EU, mit der die Schweiz den geographischen Raum
sowie gemeinsame Werte und wirtschaftliche Interessen teilt, könne auch
mitbestimmt werden.
Bei
den Gesamterneuerungswahlen des Parlaments im kommenden Herbst werde
jeder einzelne staatsbürgerliche Einsatz von besonderem Gewicht sein.
Als seinen Wunsch bezeichnete Couchepin, den politischen und sozialen
Zusammenhalt im Land zu stärken. Vieles, dessen man sich sicher
glaubte, sei mit dem enormen Tempo, mit dem sich Wissenschaft, Technik,
Wirtschaft und Wertvorstellungen verändert hätten, ins Wanken geraten.
Das Ideal einer Gesellschaft, welche die Vielfalt respektiere und fähig
sei, alle am Wohlstand teilhaben zulassen, bleibe aber. Dies sei nicht
all zu leicht, aber möglich.
„Wir
müssen den Mut haben, Entscheide zu treffen und manchmal auch ein
Risiko auf uns zu nehmen“, sagte der Walliser Bundespräsident.
Die
grossen Epochen der Schweizer Geschichte seien immer von der Kraft
Entscheide zu treffen, geprägt gewesen. Deshalb sei es nicht nur gefährlich,
sondern auch falsch, einem goldenen helvetischen Zeitalter
nachzutrauern.
Zum
Schluss verwies der neue Bundespräsident auf den grossen Erfolg der
Alinghi-Segeljacht, die in der Südsee die Schweizerfahne hochhalte und
fügte hinzu: „Freuen wir uns darüber, dass die Schweiz immer wieder
zu Überraschungen fähig ist!“
Streikdrohung
der Staatsangestellten
BERN.
In
den Kantonen Zürich und Aargau bereitet sich das Staatspersonal auf
Kampfmassnahmen vor. Es ist mit den generellen Lohnerhöhungen, die fast
alle Kantone ihren Angestellten gewährten, nicht zufrieden. Weil es
keinen Lohnstufenanstieg gab, dafür aber nur 0,7 % Teuerungsausgleich,
wollen die Zürcher Staatsangestellten mit ihren Kollegen aus dem Aargau
auf die Strasse gehen. Sie verlangen, dass die Kantone auf
Sparmassnahmen verzichten. In den Kantonen Waadt und Genf ist die
Situation anders, die Staatsangestellten erhalten jeweils 1,2 %
Teuerungsausgleich. Im Jura werden die Löhne der Staatsangestellten im
Januar automatisch entsprechend der Teuerung im Dezember erhöht. Obwohl
in Neuenburg ein grosser Spardruck besteht, wurde die Lohnerhöhungsmassnahme
von 1 % nicht rückgängig gemacht. Eine Teuerungszulage von 1 % zahlt
auch der Kanton Thurgau, hinzu kommen, 1,2 % Lohnsumme für individuelle
Erhöhungen und 0,3 % für Leistungsprämien. Der Kanton Bern spart
auch, der Teuerungsausgleich beträgt dort 0,5 %. Für gesetzlich
garantierte Dienstalterzulagen werden weiter 0,5 % eingesetzt.
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