Couchepins Neujahrsansprache            BERNBundespräsident Pascal Couchepin erwähnte in seiner Neujahrs- ansprache, dass einem goldenen helvetischen Zeitalter nachzutrauern   nicht nur gefährlich    sondern falsch sei.

Streikdrohung der Staatsangestellten

BERN. In den Kantonen Zürich und Aargau bereitet sich das Staatspersonal auf Kampfmassnahmen vor. Es ist mit den generellen Lohnerhöhungen, die fast alle Kantone ihren Angestellten gewährten, nicht zufrieden.

 

 

2. Januar 2003

Couchepins Neujahrsansprache

BERN. Bundespräsident Pascal Couchepin erwähnte in seiner Neujahrsansprache, dass einem goldenen helvetischen Zeitalter nachzutrauern nicht nur gefährlich sondern falsch sei. Die bestehenden Probleme könnten nur mit dem Willen zum Handeln und etwas Risikobereitschaft angegangen werden.

Am Neujahrstag sagte der Walliser Pascal Couchepin in seiner ersten offiziellen Ansprache als Bundespräsident, dass die Welt heute so komplex wie nie zuvor sei. Aufgrund der Fehler, die begangen wurden, dürfe man sich nicht von Zweifeln und unguten Gefühlen bedrücken lassen. Der neue Bundespräsident forderte die Wiedergewinnung des Vertrauens in unser Land. Dementsprechend müsse den Institutionen, welche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortung tragen, vertraut werden können.

Die Tendenz, einfacherweise zu kritisieren, anstatt zu tragfähigen Lösungen beizutragen, sei in der Schweiz offensichtlich. Der neue Innenminister versicherte seinen Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass sie das ganze Jahr hindurch sagen werden können, was für eine Schweiz sie wollen. Das Verhältnis zur EU, mit der die Schweiz den geographischen Raum sowie gemeinsame Werte und wirtschaftliche Interessen teilt, könne auch mitbestimmt werden.

Bei den Gesamterneuerungswahlen des Parlaments im kommenden Herbst werde jeder einzelne staatsbürgerliche Einsatz von besonderem Gewicht sein. Als seinen Wunsch bezeichnete Couchepin, den politischen und sozialen Zusammenhalt im Land zu stärken. Vieles, dessen man sich sicher glaubte, sei mit dem enormen Tempo, mit dem sich Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Wertvorstellungen verändert hätten, ins Wanken geraten. Das Ideal einer Gesellschaft, welche die Vielfalt respektiere und fähig sei, alle am Wohlstand teilhaben zulassen, bleibe aber. Dies sei nicht all zu leicht, aber möglich.

„Wir müssen den Mut haben, Entscheide zu treffen und manchmal auch ein Risiko auf uns zu nehmen“, sagte der Walliser Bundespräsident.

Die grossen Epochen der Schweizer Geschichte seien immer von der Kraft Entscheide zu treffen, geprägt gewesen. Deshalb sei es nicht nur gefährlich, sondern auch falsch, einem goldenen helvetischen Zeitalter nachzutrauern.

Zum Schluss verwies der neue Bundespräsident auf den grossen Erfolg der Alinghi-Segeljacht, die in der Südsee die Schweizerfahne hochhalte und fügte hinzu: „Freuen wir uns darüber, dass die Schweiz immer wieder zu Überraschungen fähig ist!“ 

Streikdrohung der Staatsangestellten

BERN. In den Kantonen Zürich und Aargau bereitet sich das Staatspersonal auf Kampfmassnahmen vor. Es ist mit den generellen Lohnerhöhungen, die fast alle Kantone ihren Angestellten gewährten, nicht zufrieden. Weil es keinen Lohnstufenanstieg gab, dafür aber nur 0,7 % Teuerungsausgleich, wollen die Zürcher Staatsangestellten mit ihren Kollegen aus dem Aargau auf die Strasse gehen. Sie verlangen, dass die Kantone auf Sparmassnahmen verzichten. In den Kantonen Waadt und Genf ist die Situation anders, die Staatsangestellten erhalten jeweils 1,2 % Teuerungsausgleich. Im Jura werden die Löhne der Staatsangestellten im Januar automatisch entsprechend der Teuerung im Dezember erhöht. Obwohl in Neuenburg ein grosser Spardruck besteht, wurde die Lohnerhöhungsmassnahme von 1 % nicht rückgängig gemacht. Eine Teuerungszulage von 1 % zahlt auch der Kanton Thurgau, hinzu kommen, 1,2 % Lohnsumme für individuelle Erhöhungen und 0,3 % für Leistungsprämien. Der Kanton Bern spart auch, der Teuerungsausgleich beträgt dort 0,5 %. Für gesetzlich garantierte Dienstalterzulagen werden weiter 0,5 % eingesetzt.

 

 

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