Migration in der Schweiz

BERN. An der Schweizer Grenze wird stärker selektioniert, im Land rascher integriert und eingebürgert. Das Bild ist ähnlich wie in den Einwanderungsländer Kanada oder den USA.

Rückgang bei den Logiernächten

BERN. 2002 wurden in Schweizer Hotels 32 Mio. Logiernächte gebucht, 4,9 Prozent, oder 1,7 Mio. Einheiten weniger als 2001. Im Dezember verzeichneten die Hotels ein Minus von 0,1 Prozent.

Neuer Kommunikationschef im EVD

BERN. Der Diplomat Manuel Sager wurde vom Bundesrat Joseph Deiss zum Leiter des Kommunikationsdienstes des EDV ernannt. 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 
 

28.  Januar 2003

Migration in der Schweiz

An der Schweizer Grenze wird stärker selektioniert, im Land rascher integriert und eingebürgert. Das Bild ist ähnlich wie in den Einwanderungsländer Kanada oder den USA.

BERN. Die Schweiz ist in den letzten 50 Jahren zu einem Einwanderungsland geworden. Sie zählt heute, wie auch verschiedene EU-Länder, mehr Zuwanderer als die traditionellen Einwanderungsländer USA, Kanada und Australien. Wie mehrere Projekte zeigen, hat sich in den 1980er-Jahren auch die Zusammensetzung und Stellung der Migrationbevölkerung stark verändert. Die Migrantinnen und Migranten kommen heute aus unterschiedlichsten Ländern. Und über ihre gesellschaftliche Einbindung entscheidet anstelle der staatsbürgerlichen Zugehörigkeit - Schweizer Bürger versus Ausländer - eher die Zugehörigkeit zur Gruppe der „alten“ oder „neuen“ Zuwanderer.

Nur langsam begann in den 90er-Jahren die Haltung zu reifen, dass Integration als staatliche Querschnittaufgabe und aktiv, mit Massnahmen zum Abbau von Integrationsschranken und zur Erweiterung von Wissen und Fähigkeiten der Zuwanderer, anzugehen sei. Partizipation und Chancengleichheit wurden zu ideellen Leitplanken für eine zukünftige Integrationspolitik.

Bausteine dieser Politik sind auf Bundesebene etwa der 1999 in Kraft getretene Integrationsartikel 25a im Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern (ANAG), die Möglichkeit der doppelten Staatszugehörigkeit oder die Vorschläge zu Einbürgerungserleichterungen (Einbürgerungsgesetz, 1992). Auf Regionalebene zeigt sich die Politik der integrativen Öffnung unter anderem am Beispiel der integrationspolitischen Leitbilder und Fachstellen oder Delegierten für Migration, die in den Städten Zürich, Bern und Winterthur, den Kantonen Basel und Luzern (Leitbilder) bzw. den Kantonen Basel, Luzern und Neuchàtel (Fachstellen, Delegierte) neu entstanden sind und anderorts entstehen.

Der intensiv geführte öffentliche Integrationsdiskurs ist implizit vom politischen Willen getragen, erstens die Schweiz für bereits niedergelassene Ausländerinnen und Ausländer transparenter, partizipativer und weniger ausschliessend zu gestalten, und zweitens Land und Gesellschaft für künftige Zuwanderung vorzubereiten und kontrolliert zu öffnen.

Zwar ergeben sich Lohnungleichheiten unter anderem aus den unterschiedlichen individuellen Ressourcen, vor allem aus der unterschiedlichen Ausbildung von schweizerischen und ausländischen Arbeitskräften. Dennoch erklären diese Unterschiede nicht alles. Die Ergebnisse eines Forschungsprogramms des Nationalfonds belegen, dass die ausländischen Arbeitskräfte im Vergleich zu den schweizerischen eine Lohnstrafe hinnehmen müssen. Diese beträgt bei den Saisonniers knapp 14 Prozent und besteht auch bei den anderen Bewilligungstypen, obgleich er bei den Niedergelassenen klein ist (3,6 Prozent). Interessanterweise scheint die geographische Herkunft der Arbeitskräfte unabhängig vom Aufenthaltsstatus eine nicht unbedeutende Rolle zu spielen.

Diese nicht erklärbaren Lohnunterschiede sind besorgniserregend. Sie können ein Anzeichen sein für eine Diskriminierung der ausländischen Arbeitskräfte auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt, die von der Art der Aufenthaltsbewilligung und der geografischen Herkunft abhängt. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass bei allen Migranten, unabhängig von ihrer Herkunft, ausländische Diplome weniger zählen als in der Schweiz erhobene Abschlüsse. Dies ist eine Diskriminierung bei der Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen. Die Nichtanerkennung der ausländischen Diplome durch die Arbeitgeber benachteiligt die Migranten; es spielt dabei keine Rolle, wie lange jemand schon in der Schweiz ist.

Ferner wurde festgestellt, dass der „Ertrag“ der von der Migration erworbenen Ausbildung für Arbeitskräfte aus Italien, Spanien, Portugal, der Türkei und Ex-Jugoslawien zweimal geringer ist als für Arbeitnehmende aus Deutschland, Frankreich, Nordeuropa, USA oder Kanada. Offensichtlich gibt es Unterschiede in der Qualität und Kompatibilität der ausländischen Diplome in Bezug auf den schweizerischen Arbeitsmarkt. Dies zeigt, dass sich das Humankapital nicht ohne weiteres von einem Land ins andere verschieben lässt.

Rückgang bei den Logiernächten

2002 wurden in Schweizer Hotels 32 Mio. Logiernächte gebucht, 4,9 Prozent, oder 1,7 Mio. Einheiten weniger als 2001. Im Dezember verzeichneten die Hotels ein Minus von 0,1 Prozent.

BERN. Das Jahr 2002 wird als schwieriges Jahr für die schweizer Hotellerie bezeichnet. Auch die Schweizer Landesausstellung expo.02, die als relativer besuchermässiger Erfolg betrachtet wird, scheint der gebeutelten schweizer Hotellerie nicht auf die Sprünge geholfen haben. Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) bedeutet das Resultat von 2,02 Logiernächten im Dezember 2002 eine Stagnation. Die relativ günstigen Schneeverhältnisse dürften dazu beigetragen haben, die negativen Folgen der schwachen Konjunktur und des starken Schweizer Frankens zu dämpfen. Sowohl der Binnentourismus mit 870'000 Logiernächten (-0,1 Prozent) als auch die ausländische Nachfrage mit 1,16 Logiernächten (-0,1 Prozent) stagnierten.

Europäische Gäste logierten 940'000 Mal (-1,8 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresdezember ist laut BFS ein Rückgang bei den Gästen aus Deutschland (-31'000 Einheiten/-7,5 Prozent), aus Italien (-5’600/-7,1 Prozent) und den Niederlanden (-3’400/-5,4 Prozent) zu verzeichnen. Zugelegt hat die Zahl der Hotelgäste aus Grossbritannien (+11'000 Logiernächte/+8,4 Prozent), Griechenland (+3’500/+33 Prozent) und Frankreich (+1’900/+2,4 Prozent).

Ein Plus von 15'000 Einheiten (+7,7 Prozent) geht auf das Konto aussereuropäischer Gäste. Eine Zunahme um 13'000 (+19 Prozent) ist bei den Touristen aus Asien zu registrieren. Hier fällt insbesondere die Zunahme bei Gästen aus Indien (+2’100/+34 Prozent) und China (+2’100/+30 Prozent) auf. Ebenfalls im Plus sind die japanischen Touristen (+4’300/+30 Prozent) und die Gäste aus Amerika (+220/+0,3 Prozent).

Eine leichte Zunahme für das gesamte 2002 melden die schweizerischen Jugendherbergen mit 865'000 (+1,2 Prozent) Logiernächten.

Neuer Kommunikationschef im EVD

BERN. Der Diplomat Manuel Sager wurde vom Bundesrat Joseph Deiss zum Leiter des Kommunikationsdienstes des EDV ernannt. Er tritt die Nachfolge von Robin Tickle an. Sager tritt sein Amt am 1. Februar 2003 an. Bis zu seiner Ernennung zum Chef Information EDA am 1. Oktober 2002  leitete er die Koordinationsstelle für humanitäres Völkerrecht der Direktion für Völkerrecht.  

 

 

 

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