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PISA
2000: Kompetenzmessung bei den 15jährigen
Die
ersten Resultate von PISA 2000 (Programme for International
Student Assessment, OECD) haben gezeigt, dass die Lesekompetenzen
der Jugendlichen in der Schweiz im internationalen Vergleich
mittelmässig sind. Rund 20% der Schülerinnen und Schüler
bekunden am Ende der obligatorischen Schulzeit Mühe, einen ganz
einfachen Text zu verstehen und ihn zu interpretieren. Fünf Teams
von Forschenden haben die Gründe für schwache Leseleistungen und
grosse Leistungsunterschiede untersucht.
NEUENBURG.
Als wichtigste Faktoren haben sich
die soziale und die kulturelle Herkunft der Jugendlichen
herausgestellt. Die Bildungsnähe des Elternhauses und der
Berufsstatus der Eltern haben einen entscheidenden Einfluss auf
die Lesekompetenzen der Schülerinnen und Schüler. In der Schweiz
ist dieser Einfluss besonders hoch. Im Vergleich mit andern Ländern
gelingt es den Schulen hierzulande weniger gut, die ungleichen
Lernvoraussetzungen der Jugendlichen auszugleichen. Die hier
vorgestellten Resultate stammen aus fünf zusätzlichen Berichten,
welche die PISA-Steuerungsgruppe im Anschluss an die ersten
Resultate von PISA 2000 in Auftrag gegeben hat. In PISA 2000 war
das Lesen das Schwerpunktthema zu welchem die umfangreichsten
Tests durchgeführt wurden. Dadurch war es möglich, für diesen
Bereich detailliertere Analysen vorzunehmen. Der Einfluss der
sozialen und kulturellen Herkunft Jugendliche mit guten
Ergebnissen im PISA-Test wachsen meist in einem Elternhaus auf,
das sich durch Bildungsnähe auszeichnet. Vor allem gut
ausgebildete Mütter und Väter ermöglichen
eine für den Lernerfolg günstige Umgebung zu Hause. Der
Berufsstatus der Eltern hat eine grosse Bedeutung. Kinder, deren
Eltern einen Beruf mit hohem sozialen Prestige und guter Entlöhnung
ausüben, erreichen vergleichsweise bessere Leseleistungen.
Zusammen mit anderen Ländern gehört die Schweiz zu einer Gruppe
von OECD-Ländern, bei der die Lesekompetenzen am stärksten vom
Berufsstatus der Eltern beeinflusst werden. Im Vergleich mit
anderen Ländern gelingt es der Schweiz somit weniger gut, den
Einfluss ungleicher Lernvoraussetzungen abzuschwächen. Wenn zum
bildungsfernen Hintergrund von Jugendlichen aus tieferen sozialen
Schichten noch mangelnde Kenntnisse der Unterrichtssprache und
mangelnde Vertrautheit mit der einheimischen Kultur hinzukommen,
verschärfen sich die Probleme. Rund die Hälfte der Jugendlichen
aus immigrierten Familien hatte erhebliche Schwierigkeiten mit dem
PISA-Lesetest. Ihr Leistungsrückstand reduziert sich allerdings
mit zunehmender Verweildauer im schweizerischen Bildungssystem. Möglichkeiten
zur Verbesserung der Chancengleichheit Der internationale
Vergleich zeigt, dass es leichter ist, Chancengleichheit für alle
sozialen Schichten zu realisieren, wenn die Kinder früh
eingeschult werden. Den Kindern gelingt es dann besser, sich in
die Schule zu integrieren
und von ihr zu profitieren. Dies gilt insbesondere in Bezug auf
die Lesekompetenzen, weil sich das Sprachverständnis der Kinder
in den frühen Jahren der Sozialisation entwickelt. Positive
Effekte zeigen auch eine auf Integration ausgerichtete
Immigrationspolitik sowie die gezielte Förderung des
Sprachunterrichts für fremdsprachige Schülerinnen und Schüler.
Der Einfluss des Sprachunterrichts Wo der reflexive Umgang mit
Texten und die Entwicklung von Lesestrategien und -techniken
bewusst geübt werden, zeigen sich höhere Lesekompetenzen. Die
Jugendlichen in der Schweiz bekundeten gerade in diesem Bereich
Schwierigkeiten, weil sie das kritische Reflektieren von Texten
nicht gewohnt sind. Dabei geht es vielfach nicht um Unterschiede
in den Lehrplänen, sondern vielmehr um die unterschiedlichen
Umsetzungen im Unterricht. Das
Studium der Programme in den anderen Ländern zeigt, dass
eine systematische Integration des Lesens und der Reflexion in die
verschiedenen Fächer möglich ist und dazu beiträgt, die
Lesekompetenzen zu verbessern, ohne dass deswegen zusätzliche
Sprachlektionen eingeführt werden müssen. Die Auswirkungen der
Schulstrukturen und des Schulsystems Im Ländervergleich zeigt
sich, dass stark selektive Schulstrukturen keinen eindeutigen
Einfluss auf die
Leistungshöhe haben. Sie verschärfen jedoch die Abhängigkeit
der schulischen Leistungen von sozialen Unterschieden. Für die
Schweiz zeigt sich insbesondere, dass sich die Selektionsmuster
auf der Sekundarstufe I auf die weiteren Bildungskarrieren
auswirken. Die Selektionsentscheidungen
werden allerdings nicht alleine auf der
Basis der schulischen Leistungen der Jugendlichen gefällt.
Andere Faktoren wie der Schultyp, die soziale und kulturelle
Herkunft spielen eine bedeutende Rolle. Auf der Systemebene ist zu
beobachten, dass Länder, die überdurchschnittliche
PISA-Resultate erzielt haben, eine ausgeprägte Reformphase hinter
sich haben. Gemeinsame Kernelemente dieser Reformen sind eine erhöhte
Schulautonomie, die Förderung einer Evaluationskultur und das
Einführen von standardisierten Leistungsmessungen zur Qualitätssicherung
auf nationaler Ebene.
Bekämpfung
der Geldwäscherei
BERN.
Die Schweiz und die übrigen
Mitgliedstaaten der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei
(FATF) haben die revidierten Empfehlungen verabschiedet, die auf
diesem Gebiet als neue internationale Standards gelten werden.
Eine Anpassung war nötig, um den veränderten Geldwäschereimethoden
sowie den bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung der 40
Empfehlungen Rechnung zu tragen. Die Genehmigung der revidierten
Empfehlungen setzt einen Schlusspunkt hinter zwei
Verhandlungsjahre, in denen regelmässige Konsultationen mit
breiten Wirtschaftskreisen stattfanden. Die Schweiz, die der FATF
seit deren Gründung im Jahr 1989 angehört, beteiligte sich aktiv
an den Revisionsarbeiten. Einige der neuen Regeln, namentlich
diejenigen, welche die Identifikation des Kunden oder des
wirtschaftlich Berechtigten sowie die Sorgfaltspflicht gegenüber
"politisch exponierten Personen" betreffen, entstanden
in Anlehnung an die Schweizer Gesetzgebung, so dass diese bereits
weitgehend den revidierten FATF-Empfehlungen entspricht. Der
Bundesrat begrüsst das Verhandlungsergebnis als guten Kompromiss,
der für die Schweiz insgesamt positiv ausfällt. Alle
FATF-Mitglieder sind nun aufgerufen, die revidierten Empfehlungen
umzusetzen, damit die Geldwäscherei noch wirksamer bekämpft
werden kann.
Bilaterale
Beziehungen Schweiz – Deutschland"
BERN.
Eine Subkommission, bestehend aus Mitgliedern
der Aussenpolitischen
Kommission (APK) und der Verkehrskommission (KVF) des Ständerates hat sich heute zu ihrer konstituierenden
Sitzung getroffen.
Maximilian Reimann (Präsident APK) wurde als Präsident,
Rolf Escher (KVF Vizepräsident) als Vizepräsident gewählt.
Der Subkommission gehören
als Mitglieder die Ständerate Briner,
Fünfschilling, Pfisterer und Stähelin sowie Ständerat
Hofmann als Standesvertreter des Kantons Zürich an. Ausgehend von der
Problematik um den abgelehnten Staatsvertrag im Luftverkehr
mit Deutschland will
sich die Subkommission in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesrat in einem thematisch weiter gefassten Rahmen mit
den bilateralen
Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn befassen. Sie
will dafür insbesondere den Kontakt und das Gespräch mit
deutschen Partnern
auf parlamentarischer Ebene suchen. Als Gesprächspartner
bietet sich u.a. die Deutsch – Schweizerische
Parlamentariergruppe des deutschen Bundestages an, welche sich zu einem grossen
Teil aus Parlamentsvertreter
aus Baden-Württemberg zusammensetzt. Die
Subkommission wird sich am Donnerstag, 26. Juni, zu ihrer
ersten Sitzung
treffen und wird dann über ihr weiteres Arbeitsprogramm
entscheiden.
Mit
Feuer gegen Rauch. Ein neues Handbuch zur Tabakprävention
LAUSANNE.
Die Schweizerische Fachstelle für
Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) veröffentlicht ein neues
Lehrmittel, um Lehrpersonen und Gesundheitserziehende ein
Hilfsmittel für die Tabakprävention bei Jugendlichen ab der 6.
Schulklasse in die Hand zu geben.
Der
Tabak ist das einzige Konsumgut, das auch beim Normalverbraucher
zu Krankheit und vorzeitigem Tod führt. Jedes Jahr sterben in der
Schweiz mehr als 8'000 Menschen an den Folgen des Rauchens.
Dennoch ist das Rauchen in unserer Gesellschaft omnipräsent, und
Zigaretten sind praktisch überall für alle erhältlich. Die neue
Schülerbefragung der SFA zeigt, dass bei den 15/16-Jährigen
jede/r Vierte mindestens wöchentlich raucht, wobei die meisten
gewohnheitsmässig Rauchenden täglich zu den Zigaretten greifen.
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