Ständerat will 9 Bundesräte

BERN. Nach dem Willen des Ständerates soll der Bundesrat von sieben auf neun Mitglieder vergrössert werden. Das Bundespräsidium soll ebenfalls gestärkt werden.

SAR-Umsetzung im Bereich der Polizei- und Militärdirektion

BERN. Die Polizei- und Militärdirektion ist von einer ganzen Reihe von Massnahmen der strategischen Aufgabenüberprüfung (SAR) des Regierungsrates betroffen.

Auszeichnung für Swissport – trotz Stellenabbau!

BASEL. Swissport ist vom britischen „Institute of Transport Management“ zum dritten Mal in Folge als „Global Ground Handling Company of the Year“ ausgezeichnet worden.

„Migration und Gesundheit – Strategie 2002-2006“

BERN. Die Broschüre „Migration und Gesundheit 2002-2006“ ist erschienen.

Nationalrat berät AHV/IV-Finanzierung

BERN. Die Grosse Kammer will die IV ab 2005 mit einem Mehrwertsteuer-Zuschlag von 0,8 % sanieren.

Keine Alterslimite für Forscher/innen

BERN. Ein Forscher oder eine Forscherin der Spitzenklasse soll auch nach dem Alter 65 tätig sein können.

Kulturgütertransfergesetz abgeschwächt

BERN. Antiquare und Kunsthändler müssen nicht über Kulturgüter informieren, die ihnen illegalerweise angeboten werden.

Kunsthandel ein Milliardengeschäft

BERN. Der Handel mit Kunst und Kulturgütern ist für die Schweizer Wirtschaft ein Milliardengeschäft.

US-Botschafter verlässt Posten in Bern

BERN. Der US-Botschafter in der Schweiz, Mercer Reynolds, verlässt seinen Posten nach nur anderthalbjähriger Amtszeit auf Anfang April.

Suter legt Rekurs gegen BFU-Bericht ein

BASEL. Moritz Suter, der Ex-Chef der Fluggesellschaft Crossair, hat Rekurs gegen den Bericht des Büros für Flugunfalluntersuchung BFU über den Absturz einer Crossair-Maschine bei Nassenwil im Januar 2000 eingereicht.

Mikrobenforscher tagen in Basel

BASEL. Mehr als 500 Mikrobiologinnen und Mikrobiologen treffen sich am 6./7. März in der Messe Basel zum ersten gemeinsamen Kongress der drei Schweizerischen Gesellschaften für Mikrobiologie (SGM), für Infektiologie (SGInf) und für Tropenmedizin/ Parasitologie (SGTMP).

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 
 

5. März 2003

Ständerat will 9 Bundesräte

Nach dem Willen des Ständerates soll der Bundesrat von sieben auf neun Mitglieder vergrössert werden. Das Bundespräsidium soll ebenfalls gestärkt werden.

BERN. Bei der Beratung zur Regierungsreform hat sich der Ständerat mit 26 zu 8 Stimmen klar für das Neunermodell und gegen eine Lösung mit stimmberechtigten Bundesratstellvertretern entschieden. Damit stellte sich der Ständerat gegen die Mehrheit seiner vorberatenden Kommission, und der Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements, Bundesrätin Ruth Metzler.

Metzler wollte mit einer Kommissionsminderheit ein System mit nicht stimmberechtigten, delegierten Fachministern, weil dies die politische Führung stärke und sich der Bundesrat so besser auf übergeordnete Staatsziele konzentrieren könne. Auch der Vorschlag der Kommissionsmehrheit für je einen voll stimmberechtigten Stellvertreter fand kein Gehör im Ständerat. Nach der Meinung des Ständerates ist eine Aufstockung des Bundesrates das einfachste Mittel zur Entschärfung der Arbeitsbelastung und auch dem Volk am einfachsten zu vermitteln.

Vertreter der Bundesratsparteien äusserten sich positiv zum Entscheid des Ständerates. Auch glaubt man nicht an die Gefahr einer Verwässerung des Kollegialitätsprinzips.

Bereits 1996 wurde an der Urne die Einführung von Staatsekretären, die die Regierung hätten entlasten sollen, abgelehnt. Danach warf der Bundesrat die Idee der Zwei-Kreise-Regierung in die Runde, in der delegierte Minister mit politischer Mitverantwortung, aber ohne Entscheidungsbefugnis für Entlastung sorgen sollten. An diesem Modell wurde aber kritisiert, dass es sich kaum vom gescheiterten Staatssekretär-Modell unterscheide. Weiter scheint offenbar bis heute im Bundesrat keine Einigkeit für die Ausgestaltung der Reform bestanden haben.

Die Vorlage des Ständerates geht nun an den Nationalrat.

SAR-Umsetzung im Bereich der Polizei- und Militärdirektion

BERN. Die Polizei- und Militärdirektion ist von einer ganzen Reihe von Massnahmen der strategischen Aufgabenüberprüfung (SAR) des Regierungsrates betroffen. Zum Teil sind sie ohne Änderung von Erlassen umsetzbar, bei anderen sind Änderungen von Gesetzen, Dekreten oder Verordnungen notwendig.

Um den Sportbereich von der Erziehungsdirektion zur Polizei- und Militärdirektion zu verschieben, müssen das Organisationsgesetz und das Gesetz über die Förderung von Turnen und Sport geändert werden.Eine weitere SAR-Massnahme verlangt, dass die Abgaben für Bootsplätze erhöht werden. Dazu muss das Schifffahrtsgesetz geändert werden. Zur Umsetzung der Massnahme, wonach der Lotterie- und der Sportfonds in Zukunft gemeinsam zu verwalten sind, muss das Lotteriegesetz geringfügig geändert werden.

Eine weitere SAR-Massnahme verlangt die Aufhebung des Filmjugendschutzes im Bereich der Kinovorführungen. Als Ersatz ist vorgesehen, dass der bernische Kinoverband in eigener Verantwortung die Ansetzung des Mindestalters für die Zulassung zu einem Film festsetzt. Die vorberatende Kommission verlangte, dass der Kinoverband die geplante Lösung noch vor der Behandlung der Vorlage im Ratsplenum näher konkretisiert. Die Aufhebung des Filmjugendschutzes und Änderungen auf Grund des neuen Filmgesetzes des Bundes führen zur ersatzlosen Aufhebung des kantonalen Filmgesetzes. Für die Aufhebung der Genehmigungspflicht von Gemeindereglementen im Bereich des Bestattungswesens sollen zwei Dekrete geändert werden.

Auszeichnung für Swissport – trotz Stellenabbau!

Swissport ist vom britischen „Institute of Transport Management“ zum dritten Mal in Folge als „Global Ground Handling Company of the Year“ ausgezeichnet worden.

BASEL. Swissport gilt damit weiterhin weltweit als beste Firma ihrer Branche. Was aber im Fussball möglich ist, man erinnere sich an den Rausschmiss des besten deutschen Trainers des letzten Jahres, Klaus Toppmöller, bei Bayer Leverkusen, wird nun offenbar auch in der grossen, weiten Welt der Fliegerei (im weitesten Sinne) praktiziert. Die in der Bodenabfertigung für den Luftverkehr tätige Swissport hat nämlich angekündigt, 70 bis 80 Stellen auf dem EuroAirport abzubauen.

Zur Zeit sind rund 550 Mitarbeiter bei der Swissport, einer ehemaligen Tochter der Swissair, die heute mehrheitlich zur britischen Candover-Gruppe gehört, beschäftigt. Grund für die Entlassung ist der Entscheid der Swiss, die sich noch Ende August 2002 explizit für eine Zusammenarbeit mit Swissport entschieden hatte, in Basel diverse Flugverbindungen stillzulegen. Die Entlassungen sollen Ende März ausgesprochen werden. Ein Sozialplan ist zwar vorhanden, aber nur für festangestellte Mitarbeiter über 40 Jahre.

Swissport beschäftigt weltweit über 18'000 Personen und betreut auf über 150 Flughäfen jährlich 60 Millionen Passagiere und 2,5 Millionen Tonnen Fracht. Laut neuster Medienmitteilung expandiert Swissport nun auch nach Indien. Mit der Cambata Aviation wurde ein Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen. Cambata ist eine der grössten Abfertigungsfirmen in Indien und hat letztes Jahr 8'000 Flüge von 18 Fluggesellschaften betreut.

„Migration und Gesundheit – Strategie 2002-2006“

Die Broschüre „Migration und Gesundheit 2002-2006“ ist erschienen. Das Forum für Migrationstudien hat die wissenschaftlichen Grundlagen geliefert.

BERN. Die neue Broschüre „Migration und Gesundheit 2002-2006“ ist erschienen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat zusammen mit dem Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), dem Bundesamt für Ausländerfragen (BFA) und der eidgenössischen Ausländerkommission (EKA) eine Strategie erarbeitet. Diese soll darlegen, wie die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten in der Schweiz in den nächsten fünf Jahren verbessert werden. Das Strategiepapier Migration und Gesundheit 2002-2006 ging bereits im April 2001 in die Vernehmlassung.

Die Strategie konzentriert sich auf fünf Gebiete. Bildung, Information – Prävention und Gesundheitsförderung, Gesundheitsversorgung, Therapieangebote für Traumatisierte im Asylbereich und das Gebiet Forschung.

Die grösste Bedeutung wird der Aus- und Weiterbildung von Migrantinnen und Migranten in den Bereichen Dolmetschen und interkulturelle Vermittlung sowie des medizinischen Personals zu migrationspezifischen Fragen beigemessen. Dabei soll sich die Verständigung zwischen den MigrantInnen und dem Fachpersonal verbessern. Ziel ist es, eine professionelle und anerkannte Aus- und Fortbildung für Dolmetscherdienste und für die interkulturelle Vermittlung zu schaffen.

Im Bereich der Information zum Schweizerischen Gesundheitssystem, in der Prävention und in der Gesundheitsförderung sind zusätzliche Anstrengungen von und mit MigrantInnen geplant.

In den bestehenden Institutionen des Gesundheitswesens sollen leicht zugängliche Gesundheitsangebote und Vermittlungsstellen gefördert werden. Diese sollen unbürokratische Hilfe bei gesundheitlichen Problemen leisten.

Das bestehende Angebot vor allem für Traumatisierte mit längerfristiger Aufenthaltsperspektive soll einerseits verbessert werden. Andererseits werden leicht zugängliche, dezentralisierte Angebote insbesondere für Traumatisierte mit ungeklärter Aufenthaltsperspektive angeboten.

In der Forschung will sich der Bund dafür einsetzen, dass der Bereich Migration und Gesundheit gefördert wird. Vermehrt unterstützt werden soll die problemorientierte Grundlagenforschung.

Mit diesen Schwerpunkten will der Bund die Gesundheit der Migrationbevölkerung stärken und schützen und somit auch einen Beitrag zur Integration leisten. Denn der Gesundheitszustand von MigrantInnen in der Schweiz ist häufig schlechter als derjenige vergleichbarer Gruppen der Schweizer Bevölkerung. Die zusätzlichen Anstrengungen zielen jedoch nicht auf eine Besserstellung von MigrantInnen im Vergleich zur Schweizer Bevölkerung ab. Sie dienen dazu, eine Chancengleichheit im Gesundheitswesen in der Schweiz zu schaffen. So wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert.

Der Bund will für die Umsetzung der Strategie die heutigen Ausgaben bis ins Jahre 2006 nach und nach auf 9,5 Millionen Franken pro Tag erhöhen. Experten sind der Meinung, dass die Massnahmen die gesamten Ausgaben im Gesundheitswesen senken werden.

Die wissenschaftlichen Grundlagen hat das Forum für Migrationstudien (SFM) in Neuenburg geliefert. Das SFM hat dabei rund 300 Akteure aus dem Migration-, Integrations- und Gesundheitsbereich einbezogen.

Die Broschüre „Migration und Gesundheit 2002-2006“ kann beim Bundesamt für Gesundheit unter der Telefonnummer 031 323 30 15 bestellt werden. Auch via Internet unter www.bag.admin.ch kann sie in verschiedenen Sprachen gelesen werden.

Nationalrat berät AHV/IV-Finanzierung

BERN. Die Grosse Kammer will die IV ab 2005 mit einem Mehrwertsteuer-Zuschlag von 0,8 % sanieren. Zu Gunsten der AHV will sie bereits jetzt eine Verfassungsgrundlage für MWSt-Zuschläge von 1,5 % ab 2010 schaffen.

Mit dem nationalrätlichen Vorschlag könne die AHV langfristig bis 2020 gesichert werden, hiess es. Es gelte eine der grössten Ängste im Volk ernst zu nehmen: Dass die AHV dereinst nicht mehr zahlungsfähig sein könnte.

Damit hat der Nationalrat an den Differenzen zum Ständerat festgehalten. Dieser hatte vorerst die Frage für die mit 4 Mrd. Fr. verschuldete IV geregelt

Keine Alterslimite für Forscher/innen

BERN. Ein Forscher oder eine Forscherin der Spitzenklasse soll auch nach dem Alter 65 tätig sein können. Der Nationalrat hat einstimmig für eine Anpassung des ETH-Gesetzes votiert.

Diskussionslos übernahm der Rat in der kleinen Revision des ETH-Gesetzes von 1991 einen Antrag, dass der ETH-Rat "in begründeten Fällen eine Anstellung über die Altersgrenze" hinaus vereinbaren kann. Damit soll die Leistungsfähigkeit der ETH garantiert werden.

Der Nationalrat will den ETH-Rat ferner dazu verpflichten, dem Bundesrat einen Leistungsbericht zu unterbreiten, der dem Parlament vorgelegt werden muss.

Kulturgütertransfergesetz abgeschwächt

BERN. Antiquare und Kunsthändler müssen nicht über Kulturgüter informieren, die ihnen illegalerweise angeboten werden. Der Nationalrat hat den Entwurf des Kulturgütertransfergesetzes KGTG zugunsten des Handels abgeschwächt.

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Verjährungsfrist von 30 Jahren, innerhalb derer der Eigentümer gestohlenes Kunstgut vom Käufer zurückverlangen kann, wurde knapp mit 76:72 Stimmen halbiert.

Das KGTG soll die Ratifikation der UNESCO-Konvention über den Schutz der Kulturgüter aus dem Jahre 1970 ermöglichen. Mit 123:3 Stimmen hat der Rat die Regierung ermächtigt, dies zu tun.

Kunsthandel ein Milliardengeschäft

BERN. Der Handel mit Kunst und Kulturgütern ist für die Schweizer Wirtschaft ein Milliardengeschäft. Die Ein- und Ausfuhren belaufen sich nach Angaben des Bundesamtes für Kultur auf je rund 1,4 Mrd. Fr. pro Jahr.

Damit belegt die Schweiz hinter den USA, England, Frankreich und Deutschland den 5. Rang unter den wichtigsten Kunsthandelsnationen.

Über den Umfang des illegalen Handels bestehen laut Bundesamt für Kultur keine genauen Zahlen. Laut Interpol ist die Schweiz aber erwiesenermassen ein Umschlagplatz für illegal ausgegrabene Kulturgüter aus dem Mittelmeerraum.

US-Botschafter verlässt Posten in Bern

BERN. Der US-Botschafter in der Schweiz, Mercer Reynolds, verlässt seinen Posten nach nur anderthalbjähriger Amtszeit auf Anfang April.

Botschaftssprecher Bruce Armstrong bestätigte entsprechende Zeitungsberichte. Der Rücktritt Reynolds erfolge wegen persönlicher Verpflichtungen.

Der 58-jährige Multimillionär und ehemalige Geschäftsfreund von US-Präsident George W. Bush hatte seinen Posten in Bern am 11. September 2001 angetreten. Reynolds hatte beim Präsidentschaftswahlkampf von Bush eine wichtige Rolle als Spendensammler gespielt.

Suter legt Rekurs gegen BFU-Bericht ein

BASEL. Moritz Suter, der Ex-Chef der Fluggesellschaft Crossair, hat Rekurs gegen den Bericht des Büros für Flugunfalluntersuchung BFU über den Absturz einer Crossair-Maschine bei Nassenwil im Januar 2000 eingereicht.

Suter sagte gegenüber SF DRS, der Bericht des BFU enthalte "sachliche und materielle" Fehler. Eine erste Fassung sei ihm im August zur Stellungnahme zugegangen. Seine Kritikpunkte seien in der Januar-Fassung aber nicht berücksichtig worden.

Im August-Entwurf machte das BFU für den Absturz ausschliesslich menschliches Versagen verantwortlich.

Mikrobenforscher tagen in Basel

BASEL. Mehr als 500 Mikrobiologinnen und Mikrobiologen treffen sich am 6./7. März in der Messe Basel zum ersten gemeinsamen Kongress der drei Schweizerischen Gesellschaften für Mikrobiologie (SGM), für Infektiologie (SGInf) und für Tropenmedizin/Parasitologie (SGTMP). Über 250 wissenschaftliche Beiträge aus Forschung, Entwicklung oder Diagnostik, aus Human- und Veterinärmedizin, aus Lebensmittel- und Umweltwissenschaften sowie aus der Biotechnologie vermitteln ein repräsentatives Bild der Mikrobiologie in der Schweiz.

 

 

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