Schülerinnen- und Schülerstreik in Basel

BASEL. Der Beginn des Krieges hält die Menschen nicht davon ab, weiter Aktivitäten gegen den Krieg durchzuführen. In Basel haben sich Tausende von Schülern und Schülerinnen zum Streik getroffen.

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 
 

20. März 2003

Schülerinnen- und Schülerstreik in Basel

Der Beginn des Krieges hält die Menschen nicht davon ab, weiter Aktivitäten gegen den Krieg durchzuführen. In Basel haben sich Tausende von Schülern und Schülerinnen zum Streik getroffen.

BASEL. Die Schüler und Schülerinnen aus Basel, den Nachbarkantonen und aus der badischen Nachbarschaften gingen in verschiedenen Demonstrationszügen bis zum Barfüsserplatz. Von dort wurde die Grossdemonstration eingeleitet. Die Schüler und Schülerinnen hielten verschiedene friedliche und kriegsgegnerische Transparente in den Händen, mal sangen sie Friedenslieder, mal wurde gegen den Krieg skandiert. Überall auf den Strassen waren Kriegsgegner. Die internationale Solidarität und die Missachtung gegen den Krieg, Bush, Blair und Saddam lauthals wurden bekundet. Nachdem ein Schüler ein Sternenbanner auf dem Barfüsserplatz in Brand steckte, wurde das mit Applause und Pfiffen begleitet. Kleine Kinder, die die Grundschule besuchten, schrien auf dem Wettsteinplatz „Kein Krieg, kein Krieg“. Überall waren Fahnen zu sehen, die die Haltung gegen den Krieg noch einmal in Worte fassten.

Über die Falknerstrasse ging der Demonstrationszug vom Barfüsserplatz zur Mittleren Rheinbrücke, über die Rheingasse zur Wettsteinbrücke. Vor dem Kunstmuseum kam es zu einer Blockade. Der öffentliche Verkehr und Autos wurden von der Blockade stark beeinträchtigt. Ein Mädchen hatte ein rot gefärbtes Tuch in der Hand, die Hände waren auch rot. Blut. Nach dem Kunstmuseum gingen die Demonstranten Richtung Aeschenplatz. Immer wieder hielt der Zug an, um Lieder zu singen, um auf weitere Aktionen gegen den Krieg hinzuweisen und um die Forderung „Nein gegen den Krieg“ lauthals zu bekunden.

Angekommen am Bahnhof liessen sich die Schüler zu einer Sitzblockade nieder. Nach der Sitzblockade wurde weiter bis zum Theaterplatz marschiert. Hier endete der Demonstrationszug. Einige Schüler gingen vor dem Mc. Donalds am Barfüsserplatz und blockierten den Eingang.

Es waren ungefähr 10.000 Demonstranten und Demonstrantinnen (laut Angaben der Kantonspolizei 5.000 – 6.000), viele wollten den Mut nicht aufgeben, obwohl sie sagten, dass sie wüssten, dass sie gegen den Krieg nichts tun könnten. Sie wollten, dass gesehen wird, dass so viele Menschen zusammenkommen und gegen den Krieg sind. Einige Schüler waren auch der Meinung, dass der Krieg jetzt angefangen hätte und die Schweiz zu klein wäre, um ihre Meinung vertreten zu können. Andere Schüler waren der Meinung, dass es eigentlich keinen Sinn mehr hatten, sie aber der Welt zeigen wollen, dass sie auch hier leben. Es wäre eigentlich auch so eine Art Gewissensberuhigung.

Für die Schüler lag die Hoffnung in der Wirkung. Die Schüler haben die Hoffnung, dass die Demonstrationen etwas bewirken, sie sagten aber auch, dass sie wissen, dass sie Bush nicht aufhalten können. Einige sind sich aber sicher, dass auch Bush hören wird, dass so viele Menschen auf der Strasse sind und dass sie gegen seine Kriegsstrategie sind.

Überall in der Stadt waren Schüler, die sich gegen den Krieg stellten und auch eine gewisse Hoffnung hatten.

Viele Passanten zeigten den Schülern und Schülerinnen, dass sie sie unterstützen und dass sie es gut finden, dass sie sich für ihre Zukunft einsetzen. Andere hingegen regten sich über die Strassenblockaden und die Tramaufenthalte auf.

Das Basler Bündnis gegen den Krieg trifft sich heute Abend um 18:00 Uhr wieder auf dem Barfüsserplatz. Anschliessend ca. um 18:15 Uhr wird es Reden auf dem Marktplatz geben. Das Motto ist „Wir lassen uns vom Krieg nicht von weiteren Aktivitäten abhalten“. Am Hirscheneck treffen sich alle Interessierten zwischen 19:00 und 20:00 Uhr, um Informationen über den Krieg zu erhalten. Vor dem Haupteingang des Bahnhof SBB werden sich die Kriegsgegner gegen 21:00 Uhr treffen, um Kerzen anzuzünden. Am Montag findet um 18:00 Uhr im Gewerkschaftshaus in der Rebgasse 1 eine Anti-Kriegs-Vollversammlung statt.

Das nationale „Bündnis gegen Krieg“ hat beschlossen, sich zu einer gesamtschweizerischen Kundgebung zu treffen. „Stoppt den Krieg gegen Irak – Kein Blut für Öl“. In der Schützenmatte in Bern fängt die Demonstration am Samstag, 22. März, um 14:30 Uhr. an.

 

 

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