Aktionstag „Zürich multimobil“ im September

ZÜRICH. Im September ist in Zürich und in 1.000 anderen europäischen Städten der internationale Aktionstag „In die Stadt – ohne mein Auto!“ angesagt. Der Verzicht auf das Auto wird belohnt.

Beitritt zum Verein RegioTriRhena

BASEL. Der Basler Regierungsrat hat den Vorsteher des Justizdepartements ermächtigt, die Beitritterklärung zum Verein "RegioTriRhena" zu unterzeichnen und die Stadt Basel im Vorstand zu vertreten.

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 
 

21. März 2003

Aktionstag „Zürich multimobil“ im September

Im September ist in Zürich und in 1.000 anderen europäischen Städten der internationale Aktionstag „In die Stadt – ohne mein Auto!“ angesagt. Der Verzicht auf das Auto wird belohnt.

ZÜRICH. Am 28. September 2003 werden viele autofreie Aktionen die Innenstadt von Zürich erneut zu einer Flanierzone verwandeln. Im Zeichen des internationalen Aktionstages „In die Stadt – ohne mein Auto!“ werden die Besucher und Besucherinnen auf Kreatives, Lebensfrohes und Nachhaltiges stossen. Das Resultat der „Zürich multimobil“ im vergangenen Herbst war ein grosser Erfolg; 70.000 Mensch besuchten die Innenstadt. Der Aktionstag, der vom Stadtrat von Zürich getragen wird, wird vom Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) in Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Institutionen organisiert.

Die Geschichte des Aktionstages begann vor vier Jahren. Das französische Ministerium für Umwelt und Raumordnung rief 1998 die Städte auf, am 22. September ihre Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Besucher und Besucherinnen aufzufordern, einen Tag auf das Auto zu verzichten. Diesem Aufruf folgten 35 französische Städte. Nachdem dieser Aktionstag ein grosser Erfolg war, schlossen sich bereits ein Jahr später 92 italienische Städte und Gemeinden an. In der Schweiz machte die Stadt Genf mit einigen Gemeinden den ersten Schritt in dieser Richtung. Die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission beschloss aufgrund des allgemein positiven Echos, den nächsten Aktionstag 2000 politisch und finanziell zu unterstützen. Zur Teilnahme waren alle europäischen Städte aufgerufen und über 800 Städte machten mit.

Zukunftsweisende Mobilitäts-Projekte sind in vielen europäischen Städten bereits realisiert. In Strassburg befindet sich ein futuristisches Niederflurtram, in Münster eine Velostadt und es gibt viele autofreie Innenstädte. In den italienischen Städten finden allmonatlich autofreie Sonntage statt, die sich grösster Beliebtheit erfreuen.

Eigentlich kombinieren wir alle verschiedene Verkehrsmittel miteinander. Wir sind also irgendwie alle multimobil. Multimobile wissen, wann Velo, Tram, Bus, Trottinett, Inlineskates oder Auto für welchen Zweck am geeignetsten sind. Oft ist es auch so, dass man in der Stadt mit dem Auto nicht unbedingt schneller ans Ziel gelangt.

In Zürich, als Stadt der kurzen Wege, zum Beispiel, ist es ideal zu Fuss zu gehen oder das Tram zu nutzen. Die andere Seite ist, dass das Auto fahren eigentlich nur einen Sinn macht, wenn es ökonomisch sinnvoll ist. Manchmal ist es aber auch nicht möglich, auf das Auto zu verzichten, wenn man beispielsweise schwere Lasten zu transportieren hat. Hier können wir nur vorschlagen, Fahrgemeinschaften zu bilden. Die freie Fahrt und der Spass ist dann aber dann auch nicht immer gewährt, denn Staus kommen unverhofft und das viel zu oft. Die Kombination verschiedener Verkehrsmittel wird auch immer einfacher. Dies zeigen uns die Veloabstellplätze in der Nähe von grösseren öffentlichen Verkehrsmittel-Haltestellen. In Zürich gibt es sogar die Möglichkeit, bei „Züri rollt“ an 6 zentral gelegenen Standorten gratis Velos und Skateboards auszuleihen; es stehen auch rund 350 Mobility® Carsharing-Autos an 132 Standorten bereit.

Am Aktionstag im September wird wieder ein Tag wie von der italienischen Riviera in Zürich zu erleben sein. Vom 22. bis 27. September 2003 werden bereits einzelne Veranstaltungen die Zürcherinnen und Zürcher sowie die Pendlerinnen und Pendler auf das Anliegen „In die Stadt – ohne mein Auto!“ aufmerksam machen und sie zu aktivem, nachhaltigem Handeln motivieren. Am Aktionstag werden verschiedene Bereiche für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Angesagt sind Strassencafés, Live-Musik, Spiel und Sport, Informationen zu multimobilen Themen und vieles mehr. Auf diese Weise soll das persönliches Mobilitätsverhalten noch mal überdacht werden und umweltverträgliche Verkehrsmittel entdeckt werden. Alle Beteiligten sollen animiert werden, stets jenes Mobilitätsmittel einzusetzen, das die Umwelt am wenigsten belastet. Dies für unsere Kinder, unsere Gesundheit und dem Klimaschutz zuliebe.

Der offizielle europäische Aktionstag ist der 22. September, ein Montag. Da sich aber der Sonntag viel besser dafür eignet, die Menschen für einen bewussten und rücksichtsvollen Mobilitätseinsatz zu gewinnen und zum Mittun am Multimobilitätstag einzuladen, hat man sich, in Zürich, auf den 28. September geeignet. Der Tag soll genossen und die Prägung des Genusses eines fast ausschliesslich autofreien Tages gewährt werden. Viele Geschäfte in der City werden an diesem Sonntag offen sein. Wer ein gültiges Ticket des öffentlichen Verkehrs hat, soll mit Vergünstigungen (z. B. Kino-, Museumseintritte) belohnt werden.

Die Vorbereitungen für den Aktionstag sind bereits angelaufen: Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) ist dabei mit anderen städtischen Stellen federführend tätig und arbeitet eng mit den Quartiervereinen, umliegenden Gemeinden und weiteren Interessengruppen zusammen. Er wird vor den Sommerferien über das Programm und wichtige Details näher informieren.

Die Ziele der neuen Mobilitätsstrategie in Zürich

Der Stadtrat hat sich das Ziel gesetzt, optimale Mobilitätsvoraussetzungen für die Entwicklung der Wohn-, Wirtschafts-, Einkaufs-, Kultur, Sport- und Tourismusstadt Zürich zu schaffen. Er will die entsprechenden Entwicklungsspielräume für den Verkehr sicherstellen und gleichzeitig die Stadt und Wohnqualität erhalten oder, wo nötig, verbessern. Dazu wird er seine bisherigen Anstrengungen auch in der Neuausrichtung konsequent weiterführen.

Für die zukünftige Stadtentwicklung hat der Stadtrat in Legislaturzielen und Richtplänen folgendes festgelegt:

Er will die soziale Entmischung der Bevölkerung durch den Wegzug der Mittelschicht, insbesondere bei Familien, stoppen. Dafür schafft er optimale Bedingungen für attraktives Wohnen und wertet Stadtgebiete mit sozialen Brennpunkten gezielt auf.

Er will die Zahl der Einwohner und Einwohnerinnen zumindest halten, indem er vor allem auch in den Entwicklungsgebieten Wohnraum schafft. Dabei darf die Problematik des zunehmenden Pendlerverkehrs nicht vergessen werden.

Er will die in der Rezession eingebüssten Arbeitsplätze wieder zurückgewinnen, indem er der Wirtschaft ein optimales Umfeld bietet und das Potential der Entwicklungsgebiete für die Ansiedlung attraktiver Arbeitsplätze nutzt.

Er will die Umwelt- und Erholungsqualität erhalten und steigern, indem er insbesondere das Umfeld der Wohn- und Arbeitsplätze qualitativ verbessert und Immissionen vermindert. Dabei will er neue Umweltbelastungen wo immer möglich verhindern.

Zürich wächst und entwickelt sich. Neue Wohnquartiere entstehen, neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Es wird wieder gebaut. Gewohntes verändert sich in rasantem Tempo. Mit dieser Entwicklung muss auch der Verkehr mithalten. Die Stadt will innerhalb des komplexen Mobilitätssystems sinnvolles ermöglichen und dabei rasch auf aktuelle Bedürfnisse und Chancen reagieren können.

Beitritt zum Verein RegioTriRhena

Der Basler Regierungsrat hat den Vorsteher des Justizdepartements ermächtigt, die Beitritterklärung zum Verein "RegioTriRhena" zu unterzeichnen und die Stadt Basel im Vorstand zu vertreten.

BASEL. Der Vorsteher des Justizdeparementes soll die Beitrittserklärung zum Verein "RegioTriRhena-Rat" unterzeichnen. Zudem ermächtigt ihn der Basler Regierungsrat die Stadt Basel im Vorstand zu vertreten. Der Verein ist die Nachfolgeorganisation des Rat RegioTriRhena. Bei dieser Erneuerung soll die Zusammenarbeit und die Aussenwirkung verstärkt werden. Dafür sollen die Gebietskörperschaften und die grossen Städte die Hauptverantwortung und die kommunalen Zusammenschlüsse, beziehungsweise Gemeinden eine stärkere Rolle übernehmen.

Auch für die Schweiz werden im Zuge der bilateralen Verträge die grenzüberschreitenden Beziehungen von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung an Wichtigkeit weiter zunehmen. Denn hier an den Grenzen, zeigen sich Auswirkungen des Grenzabbaus zuerst und in besonders unmittelbarer Art und Weise.

Der Raum der RegioTriRhena ist der klassische Kooperationsraum im Städtevierreck: Basel-Freiburg-Mulhouse-Colmar. Hier im südlichsten Teilraum des Obberrheins nahm die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den sechziger Jahren ihren Anfang. Dabei stützt sie sich auf drei Regio-Vereine in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz und den übergeordneten Rat der RegioTriRhena.

Der Rat der RegioTRiRhena hat rund 60 Mitglieder. Dazu gehören Regio-Vereine in Mulhouse, Freiburg und Basel sowie Gemeinden, Gemeindeverbände oder Gebietskörperschaften aus der RegioTriRhena.

Der Rat verfolgt folgende Ziele und Arbeitsweisen:

1. Einbezug der kommunalen und privatrechtlichen Partner in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der RegioTriRhena 

2. Erarbeiten von Lösungen für grenzüberschreitende Probleme

3. Planung und bürgernahe Ausführung von gemeinsamen Vorhaben

4. Schwerpunkte sind: Öffentlicher Regionalverkehr, Tourismus, Messen, Publikation von  Plänen, Karten und Reiseführern, Begegnungen der Bevölkerung

5. Der Rat der RegioTriRhena ist eine kommunal geprägte und privatrechtlich organisierte Bewegungsplattform. Sie ist komplementär zu staatlich vereinbarten und weiträumigeren Obberrheinkonferenz tätig

6. Ihre Organe sind die Plenarversammlung, der Vorstand und die Geschäftsführung. Die Plenarversammlung wählt den Vorstand auf zwei Jahre hinaus und genehmigt das vom Vorstand vorgeschlagene Tätigkeitsprogramm.

7. Der Präsident vertritt den Rat der RegioTriRhena nach außen. Die Geschäftsführung wird von den drei Regio-Vereinen (REGIO BASILENSIS; Regio du Haut-Rhin, Freiburger Regiogesellschaft) und von einem vom Rat finanzierten Sekretär ausgeübt. Diese stehen unter der Aufsicht des Präsidenten.

Der RegioTriRhena-Führer mit Karte, RegioTriRhena-Kindertreffen oder das RTR-Projekt "Nachhaltige Entwicklung", sind unter anderem Projekte der RegioTriRhena.

Geschichtliche Hintergründe

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein hat in den vergangenen 40 Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht. Angefangen hat sie mit der Gründung des binationalen Flughafens Basel-Mulhouse.

1963 wurde die REGIO BASILENSIS gegründet. Sie war ab 1971 vor allem als Impulsgeberin und im Aufbau der Kooprationsgremien aktiv. Bereits in den 70er Jahren wurde beispielweise die Idee einer grenzüberschreitenden Regio-S-Bahn lanciert. Mit der Eröffnung der "Grünen Linie" zwischen Mulhouse und dem Aargauer Fricktal wurde sie im Jahr 1997 sowie jetzt mit weiteren Linien realisiert.

Die Zusammenarbeit erfuhr einen eigentlichen Schub am Oberrhein im Jahr 1998 und den darauffolgenden Jahren: Konkrete Projekte treten mehr und mehr an die Stelle von Planungen und Programmen. So wird zum Beipiel 1989 das "Regionale Klimaprojekt" gestartet. Auch der Verbund der Oberrheinischen Universitäten wurde zu der Zeit gegründet.

Schliesslich bildete das auf das Jahr 1989 zurückzuführende Entwicklungskonzept die Grundlage für eine Beteiligung unserer Region am Förderprogramm INTERREG der Europäische Union. Im Rahmen von INTERREG wurden am Oberrhein insgesamt 140 Projekte, die Hälfte davon mit Schweizer Beteiligung, mit einem Gesamt-Ausgabenvolumen von rund 140 Millionen Franken realisiert.

Mit den Gründungen des "Rates der RegioTRiRhena" sowie der Konstituierung des EURES-T-Netzwerk Oberrhein" weitete sich die Kooperation auch auf Akteure der Wirtschafts- und Sozialpartner aus.

Währenddem über lange Zeit die grenzüberschreitende Oberrhein-Kooperation auf staatlicher Seite ausschliesslich durch die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft bestritten wurde, engagieren sich seit einigen Jahren die übrigen Kantone der Nordwestschweiz in zunehmendem Ausmass in diesem Bereich. Die Kantone Aargau, Jura und Solothurn sind seit 1993 am INTERREG-Programm beteiligt. Der Kanton Aargau ist seit 1996 assoziiertes Mitglied der Deutsch-französich-schweizerischen Oberrheinkonferenz. Auch das Karlsruher Übereinkommen haben die fünf Nordwestschweizer Kantone zusammen mit dem Bund ausgehandelt und im Januar 96 unerzeichnet. Zudem sind die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Aargau seit 2001 an der Finanzierung des gemeinsamen Sekratariats in Kehl sowie der Finanzierung des Schweizer Delegationssekretärs beteiligt.

Mit der Basler Vereinbarung, die am 1. Juni 2001 in Kraft trat und eine Aktualisierung des Bonner Abkommens von 1975 darstellt, wurde die faktische Ausweitung des Tätigkeitsgebietes der Oberrhein-Kooperation vollzogen. Neu gehören auch die Kantone Aargau, Jura und Solothurn offiziell und integral zum Mandatsgebiet der deutsch-französisch-schweizerischen Regierungskommission und Oberrheinkonferenz.

 

 

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