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foto: snc-mehmet gürz

Die Farbenpracht seit 1471

Die Herbstmesse hat angefangen

BASEL. 25. Oktober, Samstag... Die Eile in den Morgenstunden für die letzten Vorbereitungen neigt sich so langsam dem Ende entgegen und gibt ihren Platz an das ungeduldige Warten weiter. Die Mittagsstunden nähern sich nämlich. Die Ohren sind bereit, die Glocken zu hören. Der Glöckner der Martinskirche wird zur wichtigsten Person der Stadt. Um genau 12.00 Uhr geben die Glocken das Zeichen, dass die Herbstmesse, die am 9. November endet, begonnen hat.

Für die Basler hat die Herbstmesse, die mehr als 1 Millionen Besucher erwartet und Zentrum von Einkauf und Unterhaltung darstellt, jedes Jahr eine ganz andere, und besondere Bedeutung. Sie wird in Basel als eine wichtige, geschichtliche und kulturelle Tradition akzeptiert. Eine Brücke zwischen der Vergangenheit, dem Heute und dem Morgen. Seit 533 Jahren wird das soziale Leben in Basel von der Herbstmesse beeinflusst.

snc text: nuriye polat-zafer sayar

snc deutsch: özen aytac

Die Farbenpracht seit 1471

Alle nennen die Herbstmesse "Herbstmesse", es ist zu einer Gewohnheit geworden, sie so zu nennen. Übersetzungen in die eigene Sprache haben einen fremden Ton. Die Herbstmesse ist nicht fremd und sollte ihren Namen behalten. Das wird das Beste sein. Es liegt wohl sicher auch daran, dass wir hier leben, wir wollen den Namen beibehalten, es ist ein Eigenname. Es gibt keinen anderen Weg, als diesen Namen zu nutzen.

Die Auswirkungen der Herbstmesse sind natürlich nicht nur im Wörtchen begrenzt. Zugleich ist sie eine kulturelle Organisation von Basel. Eine unablassbare Gewohnheit von mehr als 500 Jahre. Vielleicht ist es sogar eine Liebe für die Basler, die zu einem Muss geworden ist...

Die Verbundenheit zur Herbstmesse wird seit hunderten von Jahren von Generation zu Generation weitergegeben. Die Kinder lernen sie manchmal bereits als Baby kennen... Sie lieben die Herbstmesse, diese Liebe ist so gross, dass sie ihre Kinder auch in die Herbstmesse bringen. Dies nimmt so seinen Lauf... Ja, für die Kinder ist die Zeit der Herbstmesse eine, von der man nicht genug kriegen kann. Wie sollte dem auch nicht sein? Spiele, Geräte, Lichter, Gedränge und die ganze Zeit eine lebendige, farbenfrohe Welt....

Alles, was in jedem Jahr erlebt wird, ist in Verbundeheit mit der Vergangenheit und eine Liebe zur Herbstmesse ist entstanden. In Basel weht ein ganz besonderer Wind. Die Erinnerungen von den Älteren, den Erwachsenen bis zu den Kindern vermischen sich zu etwas ganz Besonderem...

Seit hunderten von Jahren...

Wann hat aber die Geschichte begonnen, die nun hunderte von Jahren zählt? Wir haben das Bedürfnis, in die Bibliothek zu gehen und dies zu erforschen. Wir entscheiden uns für das Buch "500 Jahre Basler Messe", unseres Erachtens können wir die Fragen damit beantworten.Beim durchblättern des Buches, das M. Fürstenberger und E. Ritter verfasst haben, lesen wir uns auch in die Geschichte der

Stadt ein, in der wir leben...

Lasst uns doch gemeinsam ein paar historische Notizen anschauen...Vor 500 Jahren konnte in der Stadt keine Messe abgehalten werden. Basel gehörte damals zur Deutschland und musste die Erlaubnis für die Messe an oberster Stelle, beim Kaiser, einholen.Im Jahre 1471 stellte die Basler Kantonsrat eine Gruppe zusammen, die nach
Regensburg, in die Stadt, in der Kaiser Friedrich lll. lebte, aufbrauch. Ziel war es, Erlaubnis für die Durchführung einer Messe zu erhalten. Der Wunsch der Basler, jedes Jahr 2 Mal, im Frühling und im Herbst eine Messe durchzuführen, wird gewährt.

Die Gruppe bricht mit der guten Nachricht von Regensburg auf und kommt mit der Erlaubnis nach Basel. Noch im gleichen Jahr, also im Herbst 1471 findet die erste Herbstmesse statt. Die Beauftragten eröffneten die Messe auf dem "Kornmarkt" am 27. Oktober 1471, sie wurde von den Glocken des Gemeindehauses eingeläutet und das Volk somit "benachrichtigt".Basel hat in dieser Zeit Besuch aus verschiedenen europäischen Städten. Es wird mit Sorgfalt darauf geachtet, dass sich die Besucher wohl fühlen. Natürlich haben sich die Zeiten geändert, die Vorsichtsmassnahmen haben sich dem aber angeschlossen. Es wird dazu geladen, den Gästen gegenüber freundlich zu sein, das Volk läd zur Gastfreundschaft.Als Beispiel für die Sicherheitsvorkehrungen wird genannt, dass von den sieben Toren der Stadt nur drei geöffnet worden sind. Die Besucher, die zur Messe kamen wurden von der "Messepolizei" kontrolliert.Die 14 tägige Handelsfreiheit in der Messe hat auch dem Vergnügen einen grossen Platz gegeben. Neben echten und falschen Schauspielern wurden Wettrenen und Glücksspiele durchgeführt. Ausgebildete Bären, Löwen und Affen zogen mit ihren Kunststücken die Zuschauer und Zuschauerinnen in ihren Bann.

Dies aus der kurzen Tour in die Geschichte. Wenn wir das, was wir lesen und das was wir heute erleben, miteinander vergleichen, erhalten wir ein sehr interessantes Bild: Auch wenn heute keine Bären mehr tanzen, können Spuren aus der Zeit vor 532 Jahren gesehen werden.

herbstmesse aktuell

 

Die Verbundenheit zur Herbstmesse wird seit hunderten von Jahren von

Generation zu Generation weitergegeben...  (foto: snc- mehmet gürz)

 

Wenn wir das was wir

lesen und das was wir

heute erleben miteinander

vergleichen, erhalten wir

ein sehr interessantes

Bild:

Auch wenn heute keine

Bären mehr tanzen,

können Spuren von vor

532 Jahren gesehen

werden.

(fotos: "500 Jahre Basler Messe")