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Nuriye Tasoglu: Das Projekt fördert die eigenen Stärken der Frauen, in dem es die Frauen bei der Suche nach Wissen unterstützt.

Ein Basler Projekt:

Treffpunkt für Wissen

Mit dem Basler Projekt «Treffpunkt Wissen» soll fremdsprachigen Frauen die Möglichkeit gegeben werden, ihr Wissen und ihren Horizont zu erweitern.

snc sprach mit Nuriye Tasoglu, der Initiantin des Projekts.

snc

interview: nevin yilmaz

foto: mehmet gürz

snc: Können Sie sich uns vorstellen?

Nuriye Tasoglu: Ich heisse Nuriye Tasoglu und arbeite als Dolmetscherin bei verschiedenen staatlichen Behörden. Ich habe bei HEKS MEL II die Ausbildung zur interkulturellen Vermittlerin und Erwachsenenbildnerin (Mediatorin) gemacht und das Projekt "Treffpunkt für Wissen", das von "Basel denkt" ein Startkapital erhielt, ist meine Abschlussarbeit.

An wen wendet sich der Treffpunkt und was sind seine Ziele?

Mein Projekt heisst «Treffpunkt für Wissen» und wendet sich an fremdsprachige Frauen, die sich im Alltag schon auf Deutsch verständigen können, aber nur über wenig Schulbildung verfügen, ihren Horizont erweitern und ihre Allgemeinbildung verbessern wollen. Das Projekt fördert die eigenen Stärken der Frauen, in dem es die Frauen bei der Suche nach Wissen unterstützt. Unser Ziel besteht darin, Frauen zu unterstützen, ihr Leben eigenständig zu gestalten und ihre Potentiale zu erkennen und für sich zu nutzen. Viele Frauen erkennen ihre Fähigkeiten und Begabungen nicht. Zum Beispiel haben viele Frauen zu Hause einen Computer, wissen aber nicht wie man damit umgeht. Wir motivieren die Frauen, das zu lernen, und sie sind dann erstaunt, dass sie dazu fähig sind, und es macht ihnen grossen Spass. Wir bieten individuelle Unterstützung beim selbständigen Lernen im Bereich Computer. Zu den Computerkursen können die Frauen während unser Öffnungszeiten jederzeit kommen. Wir beraten die Frauen in alltäglichen Sachen, wenn wir nicht weiter wissen, empfehlen wir den Frauen, zu den entsprechenden Stelle zu gehen. Zudem bieten wir regelmässige Seminare zu den Themen Gesundheit, Erziehung etc, dadurch haben die Frauen die Möglichkeit, sich zu den Themen zu informieren. Es besteht auch die Möglichkeit die Ämter , Behörden und die Institutionen in Basel näher kennen lernen. Wenn die Frauen dann einmal ein Problem haben, wissen sie, an welche Stelle sie sich wenden müssen. Viele der Teilnehmerinnen haben hier die Schule besucht und sprechen die deutsche Sprache im Alltag, hatten aber keine Chance, eine Lehre zu machen. Sie sind zu jung ins Berufsleben gestiegen , haben zu früh geheiratet und sind jetzt Mütter. Viele haben keine Ahnung, dass sie sich weiterbilden könnten. Wir sprechen mit ihnen und erklären ihnen, dass es nie zu spät sei etwas zu lernen. Um solchen Frauen weiterzuhelfen, wurde der Treffpunkt für Wissen gegründet. Wir, die Betreuerinnen im Treffpunkt, beraten die Frauen in alltäglichen Sachen, wenn wir nicht weiter wissen, empfehlen wir den Frauen, zu den entsprechenden Stelle zu gehen. Bevor die Frauen zu uns kommen, sollten sie schon wissen, was sie wollen, z.B. einen Brief korrigieren, den eine Frau schon selbst entworfen hat. Dabei wollen wir den Frauen nicht die Arbeit abnehmen, sondern wir helfen ihnen nach dem Motto «Hilfe zur Selbsthilfe». Der Treffpunkt ist ein Integrations- Projekt und wurde von der CMS prämiert. Alle Betreuerinnen arbeiten ehrenamtlich, mit mir zusammen arbeiten sieben Schweizerinnen.

Weshalb betreuen Sie nur Frauen?

Während meiner Projektarbeit stellte ich fest, dass viele Frauen nicht in gemischte Kurse gehen (dürfen). Damit auch diese Frauen vom Treffpunkt profitieren können, beschränkten wir uns auf Frauen. Frauen fühlen sich untereinander viel wohler. Da viele Themen bei Seminaren nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter etwas angehen, sind bei gewissen Seminaren auch die Väter eingeladen. Dies ist bei der Einladung vermerkt.

Treffpunkt für Migrantinnen

mit Grundkenntnissen in Deutsch

Mehrere Betreuerinnen stehen für folgende Anliegen zur Verfügung:

Vertiefung der Deutschkenntnisse Korrespondenz mit Behörden Lebensläufe, Bewerbungen Umgang mit dem Computer Beratungen für den Alltag Allgemeine Themen wie Erziehung, Gesundheitsförderung, Psychologie.

Zu diesen Themen bieten wir auch spezielle Seminare an. Die Seminare finden einmal im Monat jeweils Samstag von 9.00 bis 12.30 Uhr im Treffpunkt Winkelriedplatz 6, in Basel statt.

Die Daten und die Themen der Seminare bis Juni 2003:

26. April 2003 "Physiotherapie im Alltag (mit Übungen)

17. Mai 2003 "Sozialhilfe der Stadt Basel

14. Juni 2003 Sexuell übertragbare Krankheitet

Wir bieten Deutschkurse für Anfängerinnen und Fortgeschrittene an.

Da viele Frauen finanziell nicht gut dran sind, und das fehlende Geld sie nicht hindern soll, in den Treffpunkt zu kommen, verlangen wir als Unkostenbeitrag nur Fr. 5.— pro Nachmittag, d.h bei uns können Frauen für Fr. 5.— Deutsch lernen, den Umgang mit dem Computer üben und Antwort auf ihre Fragen bekommen.

Am 26. April 2003 ist das einjährige Jubiläum des Treffpunkts. Wir laden die Leserinnen und Leser und alle Interessierten zu unserem Fest am 26. April von 13.30 – 16.00 Uhr im Treffpunkt ein. Wir wollen unsere Freude mit Ihnen teilen.

Der Treffpunkt ist jeweils am Freitag Nachmittag von 14.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Für weiter Auskünfte können Sie uns unter Telefon 061 361 47 15 anrufen oder Sie können bei uns vorbei kommen.

Unser Adresse:

Treffpunkt für Wissen,

Winkelriedplatz 6, 4053 Basel (im Gundeli)

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der Projektleiterin Nuriye Tasoglu.