Trockenheit liess Grundwasserstände sinken

BERN. Als Folge der aussergewöhnlichen Trockenheit liegen die Grundwasserstände im Kanton Bern im Durchschnitt um 60 Zentimeter tiefer als das langjährige Mittel. Wenn starke Niederschläge weiterhin ausbleiben, könnten die Grundwasserstände noch auf absolute Minimalwerte sinken. Auf Rekordtief gesunken sind die Grundwasserstände bereits im Emmentaler Becken und im unteren Emmental. Die öffentlichen Wasserversorgungen sind jedoch nicht gefährdet.

Während dieses Jahres war die Summe der Niederschläge, die an den verschiedenen kantonalen Messstationen automatisch erfasst werden, überall niedriger als die langjährigen Mittelwerte. Auf 1500 Metern Höhe, auf dem Gantrisch, erreichte die Niederschlagshöhe 1110 Millimeter, in den Talebenen zwischen 560 Millimeter in Lyss, 500 Millimeter in Langenthal, 520 Millimeter in Villeret und 580 Millimeter in Interlaken. Die Niederschläge sind ungefähr um 50 % tiefer als das langjährige Mittel.

Trockenheit hat Auswirkungen auf Grundwasserstände Dieses Niederschlagsdefizit wirkt sich direkt auf die Grundwasserstände aus. Über den ganzen Kanton betrachtet lag der durchschnittliche Grundwasserstand Ende September 60 Zentimeter tiefer als das langjährige Mittel. Die minimalen Grundwasserstände sind noch nicht erreicht, und wenn sich die Verhältnisse nicht ändern, werden die niedrigsten Grundwasserstände der 25-jährigen Messperiode erwartet. In den Grundwassergebieten, die von den Seen und der Aare beeinflusst werden, liegen die Grundwasserstände nur leicht unter dem langjährigen Mittel. In allen übrigen Gebieten hingegen bewegen sich die Grundwasserstände im Grenzbereich der bisher gemessenen Minimalwerte.

Wasserversorgung gesichert Die Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung hängt auch in Trockenperioden nicht von den Grundwasserständen, sondern von der Grundwassermächtigkeit ab. Da diese selbst in den Gebieten mit stark sinkendem Grundwasserstand noch völlig ausreichend ist, konnten auch die extrem hohen Spitzenwasserverbräuche dieses Sommers gedeckt werden. Diese lagen mit 600 Litern pro Kopf und Tag um rund das 1,7-fache höher als der durchschnittliche Tagesverbrauch von 350 Litern pro Kopf und Tag. Im Gegensatz zum Grundwasser gingen die Quellschüttungen zwar zurück, infolge der reichlichen Niederschläge des Frühjahres jedoch nicht im erwarteten Ausmass. So erliessen denn auch nur 15 Wasserversorgungen meist vorsorgliche Verbrauchseinschränkungen. Von diesen Versorgungen hatten nur drei Zugang zu einer Grundwasserfassung.

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