Bildung schafft Mehrwert

ZÜRICH. Der Bildungsrat hat zur Aufgabe, das Bildungswesen des Kantons Zürich zu fördern. Mit Besorgnis nimmt er deshalb zur Kenntnis, dass der Regierungsrat im Rahmen des Sanierungsprogramms 04 Massnahmen vorschlägt, welche im Bildungswesen in den nächsten vier Jahren Minderausgaben von 467 Millionen Franken verbunden mit einer Aufhebung von 770 Stellen vorsehen.

Es ist unvermeidlich, dass diese angestrebten Einsparungen einen Abbau von Dienstleistungen, verbunden mit einer Qualitätsverminderung auf allen Stufen des Bildungswesens bewirken werden. Die negativen Auswirkungen würden von der Vorschulstufe, Volksschule, Mittel- und Berufsschulen bis zu den Hochschulen nachhaltig spürbar sein. Diese Massnahmen sind vor allem deshalb kontraproduktiv, weil der Staat in der heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation dringend eine Bildungsoffensive einleiten müsste. Das schlechte Abschneiden der Schweiz bei der PISA-Studie, die Stagnation der Schweizer Wirtschaft, die sich negativ entwickelnden Rahmenbedingungen beim internationalen Standortwettbewerb verlangen von der Schweiz verstärkte Investitionen in die Bildung.

Aus diesem Grund beabsichtigt das Bundesparlament, in den nächsten Jahren die Bildungsausgaben zu erhöhen. Der Kanton Basel-Stadt wird bei seinem Sanierungsprogramm im Bildungswesen ausdrücklich nicht sparen. Dies geschieht nicht zuletzt im langfristigen Interesse der Wirtschaft. Dies gilt auch für den Kanton Zürich. Eine Studie zum Wirtschaftsstandort Zürich kommt ganz klar zum Schluss, dass Unternehmen ihre Prioritäten vor allem bei guter Bildung, also bei hochqualifizierten Arbeitskräften, weniger bei tiefen Steuern setzen.

Der Bildungsrat ist der Meinung, dass unser Bildungssystem stets auf seine Qualität überprüft und reformiert werden muss. Die finanziellen Mittel sind so einzusetzen, dass sie den bestmöglichen Bildungsertrag abwerfen und Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende in modernen Bildungsinstitutionen optimal auf die Anforderungen in Gesellschaft und Staat vorbereitet werden. Massive Eingriffe, wie sie das Sanierungsprogramm 04 vorsieht, gefährden diesen Bildungsauftrag.

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