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Panzersperren mit
ökologischem Wert: Schweizerisches Inventar erstellt
BERN. Panzersperren, Bunker und Festungen wurden ursprünglich zur Verteidigung unseres Landes gebaut. Die meisten dieser Anlagen haben heute keine militärische Bedeutung mehr. Ökologisch hingegen können solche Flächen höchst wertvoll sein. Deshalb wurden diese Objekte gesamtschweizerisch inventarisiert und bewertet. Im Verzeichnis "Kampf- und Führungsbauten mit ökologischem Wert oder Potenzial" sind 154 Objekte festgehalten. 1996 hat das VBS beschlossen, die bereits bestehenden Naturwerte sowie das Potenzial für eine ökologische Aufwertung von Kampf- und Führungsbauten schweizweit systematisch zu inventarisieren. Diese umfangreiche Arbeit ist nun abgeschlossen, das VBS-interne Hinweisinventar liegt vor. Es dient allen für Planung, Bau und Unterhalt verantwortlichen Stellen im VBS als Grundlage für die Berücksichtigung ökologischer Werte. Kantonen, Gemeinden und weiteren Interessierten liefert es Hinweise für regionale Lebensraumvernetzungs- und Aufwertungsprojekte. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte wurde zur Inventarisierung eine neue Methode entwickelt: Angehörige des Festungswachtkorps haben mit Checklisten und Plangrundlagen Naturwerte sowie die aktuelle landwirtschaftliche Nutzung vor Ort dokumentiert und fotografiert. Anhand dieser Dokumentationen hat die Schweizerische Vogelwarte den aktuellen ökologischen Wert und das Potenzial für eine Aufwertung beurteilt und entsprechende Massnahmen vorgeschlagen. Diese Informationen stehen VBS-internen, kantonalen und kommunalen Fachstellen sowie Umweltorganisationen zur Verfügung. Während und nach dem zweiten Weltkrieg wurde in der Schweiz ein Verteidigungsdispositiv mit über 20'000 Werken erstellt. Quer durch Täler und über Berge wurde Stacheldraht verlegt und Beton in Form von Höckern, Bunkern, und Gräben verbaut. Viele dieser Objekte haben keine militärische Bedeutung mehr, ein grosser Teil wurde bereits mit der Armeereform 95 "ausgemustert". Für die Landwirtschaft sind solche Objekte störend, weil das Land nicht bewirtschaftet werden kann: es lag also ungenutzt brach. Zwischen Stacheldraht konnten so kleinere und grössere Biotope entstehen. Bereits seit über zehn Jahren sind Panzersperren und Bunker in verschiedenster Form zu Gunsten der Natur aufgewertet worden. Heute haben solche Flächen eine wichtige Bedeutung als Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. |