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Archäologen beim Freilegen von Gefässen eines Grabhügels. Foto: Archäologie, Baudirektion Kanton Zürich |
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Beim Bau des Autobahnzubringers Ristet-Sternen entdeckt: Mehrere Grabhügel der frühen Eisenzeit in Birmensdorf ZÜRICH. Bereits anfangs der 1990er-Jahre inventarisierte die Zürcher Kantonsarchäologie in Birmensdorf mehrere Bodenerhebungen, Steinansammlungen sowie Gräben und Wälle, dort wo heute der Autobahnzubringer Ristet-Sternen (Nordwestumfahrung N20) gebaut wird. Auf eine genaue Untersuchung dieser potenziell prähistorischen Relikte war aber damals verzichtet worden, da das Gebiet im Wald lag und nicht gefährdet zu sein schien. Im Herbst 2002 wurde die Kantonsarchäologie auf das Strassenprojekt aufmerksam. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurde die Schneise für den zukünftigen Autobahnzubringer gerodet und Ende August startete die Kantonsarchäologie mit einer Rettungsgrabung, die nun aussagekräftige Gräber aus der älteren Eisenzeit zutage fördert. Die aktuelle Grabungsstelle beschränkt sich auf das zukünftige Trassee der Zufahrtsstrasse Ristet-Sternen und umfasst rund 11'000 Quadratmeter. Bis heute sind vier Grabhügel entdeckt worden, die nach ersten Erkenntnissen in der älteren Eisenzeit (zwischen 800 und 450 vor Christus) von den Vorfahren der Kelten angelegt wurden. Zwischen den Hügeln sind zahlreiche archäologische Spuren aus jener Zeit zu erwarten, so etwa Einzelgräber, Brandstellen und Opferplätze. Aus diesem Grund werden in den kommenden Monaten auch die Flächen zwischen den Grabhügeln untersucht. Die Grabungen haben keine zeitliche Verzögerung des Bauprojekts für den Autobahnzubringer Ristet-Sternen zur Folge. Insgesamt ist mit einem sehr hohen und einmaligen Informationsgehalt dieses Bodenarchivs zu rechnen, da die Grabhügel offenbar nicht - wie so oft in der Vergangenheit - geplündert oder durch Bautätigkeit, Landwirtschaft oder unsachgemässe Ausgrabungen zerstört worden sind. Es bietet sich somit die Chance, ein Zeitfenster zu einem noch ungenügend erforschten Abschnitt unserer Vergangenheit zu öffnen. Eine erste Nachbestattung im obersten Teil von Hügel 1, der einen Durchmesser von rund 15 Meter aufweist, konnte bereits dokumentiert und geborgen werden. Der Leichenbrand der verstorbenen Person lag in mehreren Töpfen verteilt, die mit einer Schale abgedeckt worden waren. Weitere Gefässe legte man als Beigaben dazu. Die Informationen, die im Boden stecken, erlauben Rückschlüsse auf Bestattungssitten, religiöse Praktiken und Vorstellungen sowie auf Sozialstrukturen. Aufgrund der verbrannten Menschenknochen können Aussagen über Lebensbedingungen, Krankheiten sowie über Geschlecht und Sterbealter gemacht werden. Bei den in den Grabhügeln bestatteten Menschen handelt es sich um sozial höher gestellte Personen, da für sie mit einem erheblichen Aufwand Grabhügel errichtet worden sind und sie Grabbeigaben erhalten haben. Doch wo befand sich die zugehörige Siedlung? Es ist gut möglich, dass sie auf dem Üetliberg zu suchen ist, wo ein so genannter «Fürstensitz» aus der älteren Eisenzeit vermutet wird. Die archäologische Ausgrabung wird voraussichtlich noch bis Mitte 2004 dauern; dann erfolgt der Bau des Autobahnzubringers. Für die interessierte Bevölkerung wird anfangs 2004 neben der Grabungsstätte ein Informationspavillon aufgestellt, in dem über die laufende archäologische Ausgrabung und den Autobahnbau informiert werden soll. |
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