Jost Meier erhält den grossen Musikpreis 2003 des Kantons Bern

BERN. Die kantonale Musikkommission hat den mit 20000 Franken dotierten grossen Musikpreis 2003 des Kantons Bern dem Komponisten und Dirigenten Jost Meier zugesprochen. Anerkennungspreise von je 5000 Franken erhalten der Komponist Peter Streiff, der Jazzmusiker Walter Schmocker und das Kammermusikensemble Swiss Clarinet Players. Als „Coup de coeur“ wurde der Sänger Simon Gerber ausgewählt. Die Preisverleihung findet am 13. November 2003 in der Hochschule der Künste in Bern statt.

Jost Meier, der Preisträger des grossen Musikpreises 2003 des Kantons Bern, wurde 1939 in Solothurn geboren. Er bildete sich in Komposition und Cello aus und erwarb das Lehrdiplom am Konservatorium Biel sowie das Konzertdiplom am Konservatorium Bern. Von 1963 bis 1967 war er Cellist im Tonhalleorchester Zürich und in der Camerata Bern, von 1969 bis 1979 wirkte er als Chefdirigent der Orchestergesellschaft Biel und ab 1971 auch des Musiktheaters Biel. Anschliessend dirigierte er an der Oper des Basler Theaters. Seit 1983 ist Jost Meier als freier Komponist und Dirigent tätig und geniesst national und international grosses Ansehen. Er komponierte bis heute zahlreiche Kammermusikwerke für verschiedenste Besetzungen, Orchesterwerke, Solokonzerte für diverse Instrumente sowie mehrere Opern, Ballette und Oratorien. 1999 war er offizieller Komponist für das Festspiel anlässlich der Fête des Vignerons in Vevey. Als renommierter Dirigent wirkte Jost Meier in den letzten Jahren in der Schweiz und in zahlreichen weiteren Ländern Europas, unter anderem am Opernhaus Zürich, an der Nationaloper Sofia und an der Deutschen Oper Berlin. Seine Orchesterwerke werden in ganz Europa, in den USA und in Australien aufgeführt. Für sein gewichtiges musikalisches Schaffen wurde Jost Meier mit verschiedenen Auszeichnungen gewürdigt, so beispielsweise mit dem Kunstpreis des Kantons Solothurn 1985, dem Kunstpreis der Stadt Biel 1995 oder dem Musikpreis des Kantons Baselland 1999.

Peter Streiff wird mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Er wurde 1944 in Bern geboren. Nach einem Musikstudium in Bern und Studien in elektronischer Musik in Freiburg im Breisgau arbeitete er in den Bereichen zeitgenössische Musik und Improvisation intensiv mit Kindern und Jugendlichen und unterrichtete am Konservatorium Winterthur, am Sekundarlehramt der Universität Bern und an der Hochschule für Musik und Theater Bern. Seit 1969 ist Peter Streiff als Komponist und Interpret ständiges Mitglied im «Ensemble Neue Horizonte Bern» und hier federführend an verschiedenartigsten Aufführungs- und Vermittlungsformen experimenteller Musik beteiligt. Für seine engagierte musikalische Arbeit erhielt Peter Streiff von der Stadt Bern und vom Kanton Bern zwei Mal einen Werkbeitrag sowie einen Auftrag der Pro Helvetia. Schwerpunkte seines kompositorischen Schaffens sind neben experimenteller Musik auch Kammermusik sowie Orchester- und Vokalwerke.

Ebenfalls mit einem Anerkennungspreis geehrt wird Walter Schmocker, der 1953 in Interlaken geboren wurde. Von 1974 bis 1980 besuchte er die Swiss Jazz School in Bern und gehört damit der ersten Generation von Jazzmusikern an, die ihre Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schweizer Schule erhielten. Als Bassist in verschiedensten international bekannten Bands suchte Walter Schmocker schon früh die Zusammenarbeit mit den renommiertesten Jazzmusikern, vor allem aus den USA, und kann inzwischen eine fast unglaubliche Liste mit Persönlichkeiten aus der internationalen Jazzszene vorweisen, mit denen er gespielt hat: Joe Henderson, Chet Baker, Jon Hendricks, Jimmy Heath, Joey Calderazzo, John Scofield, Thad Jones, Kenny Garett, Dee Dee Bridgewater usw. 1989 initiierte er die Langnauer «Master Class for Jazz Improvisation» und konnte in der Folge so namhafte Musiker aus der Jazz-Edukation wie Hal Crook und Jerry Bergonzi verpflichten. Daneben gründete er mit den «Langnau Jazz Nights» einen in Europa einmaligen Anlass im Zeichen der Jazz-Edukation und initiierte den «Junior Jazzworkshop» zur Förderung junger Talente.

Ein dritter Anerkennungspreis geht an die Kammermusikformation Swiss Clarinet Players mit den vier Klarinettisten Christoph Ogg, Regula Schneider, Markus Niederhauser und Andreas Ramseier. Als Pioniere unter den homogenen Bläserensembles haben sich die Swiss Clarinet Players in weit über 20 Jahren engagierter Konzerttätigkeit national und international einen Namen für Bläserkunst auf höchstem Niveau erspielt. Die heutige Bläserszene wurde durch sie massgeblich mitgeprägt. Neben ihrer umfangreichen Konzerttätigkeit sowie verschiedenen Fernsehauftritten in der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern Europas haben die Swiss Clarinet Players bis heute vier Tonträger eingespielt, die das breite musikalische Spektrum dieses Bläserensembles zwischen Tradition und Fortschritt, Klassischem und Neuem, Ernsthaftem und Unterhaltendem dokumentieren. Durch die Vergabe zahlreicher Auftragskompositionen an zeitgenössische Komponisten haben die Swiss Clarinet Players auch das Repertoire ihrer Instrumentenfamilie massgeblich erweitert und bereichert.

Die Preisträger des Musikpreises 2003 des Kantons Bern werden im Rahmen einer gemeinsamen Preisverleihung zusammen mit den Preisträgern des Berner Filmpreises 2003 ausgezeichnet. Die öffentliche Preisvergabe findet statt am Donnerstag, 13. November 2003 um 19 Uhr im grossen Konzertsaal der Hochschule der Künste Bern. Die musikalischen Intermezzi im Rahmenprogramm dieser Preisverleihung werden vom Sänger Simon Gerber gestaltet, der den «Coup de cœur» 2003 der kantonalen Musikkommission erhält.

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