Entspannung in der akutpsychiatrischen Versorgung

ZÜRICH. Die Anzahl psychiatrischer Akutfälle hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Damit stieg aber auch die Auslastung der Akutstationen und die Belastung des Personals. Die Gesundheitsdirektion reagierte darauf mit einer massvollen Erweiterung des Angebots an Akutbetten bei gleichzeitigem Abbau von Langzeitbetten. Zudem wurden die Kliniken beauftragt, Triagemassnahmen einzuführen und die Abläufe bei der Entlassung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Seit Anfang 2003 werden diese Massnahmen in den psychiatrischen Kliniken umgesetzt und evaluiert. Die Resultate sind positiv und bestätigen die Gesundheitsdirektion in ihrer Strategie.

In den letzten Jahren war die Psychiatrie vermehrt von einer Überbelegung der Akutstationen betroffen. Die oft zu mehr als 100 Prozent ausgelasteten Akutstationen waren für das Personal und die Patientinnen und Patienten eine zunehmende Belastung. Diese Entwicklung beeinträchtigte die Behandlungsqualität und erschwerte die Umsetzung der im Psychiatriekonzept vorgesehenen patientenorientierten, gemeindenahen und integrierten psychiatrischen Behandlungsangebote.

Vor diesem Hintergrund setzte die Gesundheitsdirektion eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe ein, welche Massnahmen für eine bessere Triage bei der Aufnahme und ein effizienteres Belegungs- und Entlassungsmanagement ausarbeitete.

Die Einführung der Massnahmen erfolgte ab Anfang 2003 nach entsprechender Detailplanung. Die Evaluation ergab, dass in allen psychiatrischen Kliniken positive Veränderungen gegenüber dem früheren Vorgehen im Bereich der Behandlung und der Entlassung von Patientinnen und Patienten festzustellen sind. Alle Kliniken haben die fachliche Kompetenz und die personelle Kontinuität bei der Patientenaufnahme erhöht. Die Abläufe im Betrieb und die Zuteilung von Patientinnen und Patienten auf die Stationen konnten verbessert werden. Gleichzeitig erfolgte auch eine Verbesserung des Kontakts zu den zuweisenden Ärztinnen und Ärzten. Parallel zur Planung und zur Einführung der Massnahmen hat sich die Überbelegungssituation entspannt, obwohl die Zahl der Aufnahmen zugenommen hat.

Zusammenfassend zeigt sich, dass es den psychiatrischen Kliniken durch die Diskussion, Planung und Einführung der Massnahmen gelungen ist, die Überbelegungsprobleme bei einer gegenüber den Vorjahren nochmals leicht erhöhten Zahl der Aufnahmen zu bewältigen. Die Gesundheitsdirektion hat entschieden, die Massnahmen beizubehalten und zu optimieren.

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