| Grosse
Koalition für den TGV Rhin-Rhône BERN.
Der TGV Rhin-Rhône ist ein wichtiger Baustein für die Anbindung
der Schweiz an Europa. Weite Teile des Landes könnten von schnelleren
Verbindungen nach Paris und nach Südfrankreich profitieren. Der
Entscheid Frankreichs über den Zeitplan wird in diesem Herbst erwartet.
Eine grosse Koalition für das Projekt versammelte sich an der
Veranstaltung des Interessenvereins "TGV via Basel" in Bern. Die
projektierte TGV-Hochgeschwindigkeitsstrecke Rhin-Rhône befindet sich
in Frankreich. Ihre Realisierung würde aber weit über die Grenzen
ausstrahlen und auch weiten Teilen der Schweiz einen Nutzen bringen.
Gegenüber heute würden sich die Fahrzeiten nach Paris und Richtung Rhônetal
um bis zu zwei Stunden verkürzen. Im Rahmen des sog. HGV-Kredits
(Anschluss der Schweiz an das europäische Hochleistungsnetz) muss
deshalb der Bund auch einen angemessenen finanziellen Beitrag an das
Vorhaben vorsehen. Dies war die zentrale Botschaft der Konferenz, zu
welcher der Verein "TGV via Basel" Vertreter der
Bundesverwaltung, der Kantone und Parlamente sowie Verbände und Medien
geladen hatte. Gemäss
Ralph Lewin, Präsident des Vereins und Basler Volkswirtschaftsdirektor
muss der HGV-Kredit in erster Linie die Projekte unterstützen, die der
Vernetzung der Wirtschaftsräume in der Schweiz und im benachbarten
Ausland den grössten Nutzen erweisen. Der TGV Rhin-Rhône stehe dabei
an erster Stelle. Ralph Lewin betonte, dass Hochgeschwindigkeitszüge
die Metropolen untereinander verknüpfen müssen. Basel spiele als
TGV-Tor künftig eine besondere Rolle für die Erreichbarkeit der
Schweiz. Deshalb sei es so wichtig, dass mittelfristig auch der
Wisenbergtunnel realisiert werde. Er schaffe die Voraussetzungen um die
Verbindungen zwischen Basel und dem Mittelland zu verdichten und zu
beschleunigen, so Regierungsrat Lewin weiter. Georges
Devaux, Projektleiter TGV Rhin-Rhône bei der SNCF, zeigte die doppelte
Ausrichtung des Projektes auf: Ost-West Richtung Paris und Nord-Süd
Richtung Lyon / Südfrankreich / Barcelona. Direktverbindungen nach Zürich
und Bern sowie vielfältige Anschlüsse werden weiten Teilen der Schweiz
Zeit- und Komfortgewinne bringen. Das Vorhaben sei weit fortgeschritten
und könne als einziges TGV-Projekt unmittelbar an den Bau des TGV Est
anschliessen. Die betroffenen französischen Regionen unterstützen den
TGV Rhin-Rhône finanziell und politisch mit vereinten Kräften. Die
endgültigen Entscheidungen stehen laut Georges Devaux in den kommenden
Monaten an. Im Hinblick auf den Entscheidungsprozess in Frankreich
stelle ein finanzieller Beitrag der Schweiz ein wichtiges politisches
Signal dar. "Der
Bundesrat hat seine Weichen gestellt". Dies erklärte Peter
Testoni, Vizedirektor im Berner Bundesamt für Verkehr. Vor zwei Wochen
habe der Bundesrat die Vernehmlassungsvorlage verabschiedet. Der Beitrag
an den TGV Rhin-Rhône sei nun im ersten Verpflichtungskredit für die
HGV-Anschlüsse enthalten. Doch dies sei nur der erste Schritt: In der
Vernehmlassung und im Parlament müsse man auch mit Gegenstimmen
rechnen. Wichtig seien dabei rechtzeitig klare Signale aus Frankreich
bezüglich Finanzierung und Realisierungshorizont. |