| Neues Depot für
archäologisches Kulturgut
Thurgau. Das archäologische Kulturgut des Kantons Thurgau bekommt im alten städtischen Werkhof Frauenfeld ein neues Depot. Kernstück der im Oktober 2003 beginnenden Bauarbeiten bildet der Einbau eines dreigeschossigen Lagergebäudes in den "Stadtschopf". Ende August 2003 hat der Regierungsrat des Kantons Thurgau die letzten Arbeiten für die Neugestaltung des Amtes für Archäologie in Frauenfeld vergeben. Bis Ende 2004 sollen die Lagerräume aber auch die Arbeitsplätze an St. Gallerstrasse und in der Liegenschaft Schlossmühle in Frauenfeld auf einen Stand gebracht, der insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit den heutigen Anforderungen genügt. Für das Projekt sind insgesamt 2,1 Millionen Franken budgetiert. Kernstück der im Oktober 2003 beginnenden Arbeiten bildet der Einbau eines Depotgebäudes in den alten städtischen Werkhof. Das in Frauenfeld als "Stadtschopf" bekannte, mächtige Holzgebäude ist 1838 als "Henke" (Gebäude für das Aufhängen und Trocknen von Textilien) erbaut worden und steht als wichtiger Zeuge der frühen Industrie im Thurgau auch schon länger unter Denkmalschutz. Nachdem in der Vergangenheit verschiedene Nutzungen - aber auch ein Abbruch - erwogen worden waren, diente das Gebäude in den letzten Jahren dem Amt für Archäologie sowie städtischen Stellen als Lager und Arbeitsraum. Klimatisierte Lagerräume Der von aussen kaum bemerkbare Einbau eines dreigeschossigen Depotgebäudes aus Beton und Holz ermöglicht nun die weitere sinnvolle Nutzung des markanten Baudenkmals, ohne dass es in seiner Form und Struktur beschädigt wird. Gleichzeitig wird mit der Einrichtung eines modernen Lagerraumes eine seit Jahrzehnten prekäre Situation für das archäologische Kulturgut beseitigt. Zwar ist die Lagerung von "Scherben" (Keramik) nicht besonders anspruchvoll, doch müssen die für den Thurgau besonders wichtigen Funde aus organischen Materialien (Holz usw.) unter guten klimatischen Bedingungen insbesondere ohne Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen gelagert werden können. Der Schutz gegen Diebstahl, Feuer und Wasserschäden kann ebenfalls durch das neue Depot gelöst werden, ebenso die Zusammenführung des Fundgutes an einem zentralen Ort. Nach Abschluss der Bauarbeiten im alten Werkhof im April 2004 und der Überführung der Fundbestände, werden die Arbeitsräume des Amtes in den Liegenschaften an der Schlossmühle renoviert und Ende 2004 zusammengeführt. Gleichzeitig führt die Firma Tobler AG, Besitzerin der Liegenschaften, Sanierungsarbeiten an den ehemaligen Fabrikgebäuden durch, die heute von verschiedenen kantonalen Amtsstellen genutzt werden. Das Amt für Archäologie erhält damit auf Ende 2004 erstmals ein über Provisorien hinausgehendes Arbeitsumfeld und kann die auch für andere kulturelle Einrichtungen im Thurgau bestehenden Probleme mit Depoträumen lösen. Das Architekturbüro Bruno Stäheli und das Kantonale Hochbauamt schaffen mit diesem Projekt für einen wichtigen Teil des Thurgauischen Kulturgutes einen neuen Raum. Dank dem Entgegenkommen der Stadt Frauenfeld, die den alten Werkhof nach wie vor in ihrem Eigentum behält, ist organisatorisch eine gute Lösung gefunden worden, die auch Erweiterungsmöglichkeiten bietet. |