Weiterführung der Schulversuche

BERN. Der Regierungsrat hat beschlossen, die Schulversuche «Teilautonome Volksschulen», «Neue Schulaufsicht» und «Qualität in multikulturellen Schulen» um ein Schuljahr bis im August 2005 zu verlängern. Der Regierungsrat geht davon aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Rechtslage in diesen Bereichen geklärt ist. Die Kosten für die Weiterführung der drei Projekte betragen 7,57 Millionen Franken.

Bereits im Januar 2003 hatte der Regierungsrat die Weiterführung der seit mehreren Jahren erfolgreich erprobten Schulversuche «Teilautonome Volksschulen» (TaV), «Neue Schulaufsicht» und «Qualität in multikulturellen Schulen» (QUIMS) bis Ende Schuljahr 2003/2004 beschlossen. Nach der Ablehnung des Volksschulgesetzes im November 2002 wurden zwei Parlamentarische Initiativen, die ein neues Volksschulgesetz verlangen, eingereicht. In diesem Rahmen werden sowohl die «Teilautonomen Volksschulen», die «Neue Schulaufsicht» als auch das Projekt «Qualität in multikulturellen Schulen» definitiv zu regeln sein. Durch die erneute Verlängerung kann sichergestellt werden, dass die beteiligten Schulen und Gemeinden ihre angelaufenen Arbeiten weiterführen können. Ausserdem soll das fachliche Wissen der Projektmitarbeitenden bis zu einer definitiven gesetzlichen Regelung erhalten bleiben. Es werden keine neuen Schulen in die Projekte aufgenommen.

Teilautonome Volksschulen

Teilautonome Volksschulen richten eine Schulleitung ein, verstärken die pädagogische Zusammenarbeit im Schulhaus, beziehen die Eltern mit ein und steigern die Schulqualität mittels verbindlicher Planung und Evaluation. Dies bildet die Grundlage für eine nachhaltige Schulentwicklung im Kanton Zürich. Gegenwärtig nehmen 187 Schulen am TaV-Projekt teil. Diese Gemeinden wollen die Teilautonomen Volksschulen nicht aufgeben. Ein Abbruch des Schulversuchs würde zu einer unkontrollierten Entwicklung in den Gemeinden führen und es entstünden grosse Differenzen in der Ausgestaltung und der Qualität der Schulen. Dies liegt nicht im Interesse der Zürcher Volksschule. Trotz starker Nachfrage werden keine neuen Schulen in den Versuch aufgenommen. Die Kosten für die Weiterführung um ein weiteres Schuljahr bis August 2005 belaufen sich für den Kanton auf 5,24 Millionen Franken.

Neue Schulaufsicht

Mit Annahme der Verfassungsänderung haben sich die Stimmberechtigten für die Aufhebung der Bezirksschulpflege ausgesprochen. Mit dem Nein zum Volksschulgesetz wurde jedoch noch kein Ersatz für die Bezirksschulpflege geschaffen. Um zu vermeiden, dass entwickeltes Know-how verloren geht und weil für die Bezirksschulpflegen ein Ersatz gefunden werden muss, wird das Projekt «Neue Schulaufsicht» bis im August 2005 mit der gleichen Zielsetzung wie bisher weitergeführt. Im Schuljahr 2004/2005 werden maximal 14 bis 16 Schulen beurteilt. Die Kosten für die Verlängerung betragen 980'000 Franken.

Qualität in multikulturellen Schulen

Das Projekt QUIMS unterstützt Schulen mit schwieriger sozialer Zusammensetzung, um den Kindern gute Lernleistungen und gute Bildungschancen zu ermöglichen. Im Zentrum stehen Massnahmen im Sprachunterricht und beim Einbezug der Eltern. Das Projekt wird ebenfalls als Versuch bis Ende Schuljahr 2004/2005 weitergeführt. Gerade diese Schulen mit schwierigen Schulsituationen sind auf kantonale Unterstützung angewiesen. Der Versuch beschränkt sich auf die bereits involvierten 20 Schulen; die Kosten für die Weiterführung betragen für den Kanton 1,35 Millionen Franken.

Die vom Regierungsrat bewilligten Mittel für die drei Projekte sind im Entwurf zum Voranschlag 2004 sowie im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2004-2007 enthalten.

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