|
Glarner
Hauptüberschiebung für Welterbeliste der UNESCO vorgeschlagen
BERN. Der Bundesrat meldet die Glarner Hauptüberschiebung für eine Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO an. Bei dem geologischen Phänomen handelt es sich um eine über 20 Kilometer lange Überschiebung zweier Gesteinskomplexe. Sie hat viel zum Verständnis des alpinen Deckenbaus und zur Entstehung von Gebirgen beigetragen. Das Gebiet der Glarner Hauptüberschiebung ist eine faszinierende Hochgebirgslandschaft zwischen dem Vorderrheintal und den Kerenzerbergen am Walensee (Kantone Glarus, St. Gallen und Graubünden). Ihre aussergewöhnliche Bedeutung liegt in der Tektonik begründet: Ältere Gesteine überlagern über eine weite Strecke jüngere Gesteine. Dank dieser geologischen Besonderheit wurden seit dem 19. Jahrhundert grundsätzliche Erkenntnisse zum Bau der Alpen gewonnen. Insbesondere erkannte man, wie Gebirge durch Deckenüberschiebungen entstanden sind. Mit der Aufnahme in das UNESCO-Welterbe verpflichten sich die beteiligten Gemeinden, Kantone und der Bund zu einem langfristigen Schutz des Objektes. Eine entsprechende Vereinbarung der Gemeinden untereinander tritt bei der allfälligen Aufnahme in die Welterbeliste in Kraft. Die Liste stellt primär eine Auszeichnung und eine weltweite Anerkennung dar, beinhaltet aber auch die Verpflichtung, das Gebiet für die kommenden Generationen zu erhalten. Die innerstaatliche Souveränität bleibt aber gewährleistet. Für den Schutz gilt weiterhin das nationale Recht: So sind Teile des Gebiets schon heute geschützt, wie etwa die Lochseite bei Schwanden, Teile des Murgtals und des Mürtschentals, die Grauen Hörner, der Plaun Segnas Sut, das Vorfeld des Glatschiu dil Segnas usw. Die Glarner Hauptüberschiebung dürfte als Welterbe international über die Wissenschaft hinaus bekannt werden und sich positiv auf den Tourismus und die Wirtschaft der Region auswirken. Momentan gehören dem UNESCO-Welterbe 754 Objekte an. Die Schweiz verfügt über vier Kulturgüter (Berner Altstadt, Klosterbezirk St. Gallen, Kloster St. Johann in Müstair/GR und Tre Castelli in Bellinzona) sowie zwei Naturgüter (Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn und Monte San Giorgio im Südtessin). Damit dürfte das Potenzial der Schweizer Weltnaturerbegüter erschöpft sein. Über die Kandidatur der Glarner |