| Schweizer
Entwicklungshilfe: 0.38% des
Bruttonationaleinkommens
BERN. Für das Jahr 2003 betrug die öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz 1'740 Millionen Schweizer Franken, resp. 0.38% des Bruttonationaleinkommens. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg der Hilfe von 0,06%. Dieser ist vorwiegend auf technische Anpassungen zurückzuführen. Jedes Jahr werden die zur öffentlichen Entwicklungshilfe (aide publique au développement-APD) gerechneten Leistungen der Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der OECD erfasst. Diese Daten werden anhand von OECD-Richtlinien erstellt, um einen quantitativen Vergleich auf internationaler Ebene zu ermöglichen. Gemäss diesen Richtlinien umfasst öffentliche Entwicklungshilfe (APD) alle Finanzströme, die aus dem öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) stammen. Diese müssen vorrangig auf die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Empfängerländer abzielen und zu Vorzugskonditionen (Schenkungen und Darlehen zu günstigen Konditionen) gewährt werden. Ebenfalls dürfen diese Finanzströme nur für Entwicklungsländer und -regionen (zurzeit 152) und für multilaterale Organisationen, die auf einer OECD-Liste aufgeführt sind bestimmt, sein. Als Mitglied des DAC hat die Schweiz der OECD ihre im Jahr 2003 geleistete Entwicklungshilfe gemeldet. Diese stieg gegenüber 2002 leicht an, was jedoch auf technische Korrekturen und Anpassungen zurückzuführen ist. So konnte die erste von drei Schuldverschreibungen für die 13. Wiederauffüllung der Ressourcen der Internationalen Entwicklungsagentur IDA aufgrund von Verhandlungsverzögerungen im Jahr 2002 nicht ausgestellt werden und wurde 2003 nachgeholt. Ähnlich verlief es bezüglich des Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF-9). Allein diese zwei Verzögerungen haben einen Anstieg von 200 Millionen Schweizer Franken, resp. 0,04% der APD im Vergleich zu 2002 zur Folge. Die OECD-Richtlinien für die Berechnung der APD werden zudem regelmässig überprüft und den sich ändernden Umständen angepasst. Aus diesem Grund kommen als für die APD relevante Leistungen der Schweiz neu solche für Entschuldungsmassnahmen an die ärmsten Länder sowie für Aktivitäten der Friedensförderung und der Sicherheit, wie zum Beispiel Aktivitäten der Swisscoy, hinzu. Ein letzter Grund des Anstiegs der Schweizer Entwicklungshilfe ist der nach neusten Berechnungen der Eidgenössischen Finanzverwaltung zu verzeichnende Rückgang des Bruttonationaleinkommens für 2002. Diese jüngsten Korrekturen machen für die Jahre 2003 - 05 eine Differenz von mehr als 0.01% des Verhältnisses APD / Bruttonationaleinkommen aus. Ebenfalls werden Aufwendungen für die Betreuung von Flüchtlingen im Geberland als APD angerechnet, wie unter anderem Transferkosten in das Zielland, temporärer Unterhalt (Nahrung, Unterkunft, Ausbildung) in den ersten 12 Monaten oder Aufwendungen für die Reintegration von Flüchtlingen im Herkunftsland. |