Papierfabrik Zwingen: Kanton und Promotion Laufental sind bereit zu begleitendem Support

LIESTAL. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft und die Wirtschaftsförderungsorganisation Promotion Laufental nehmen mit Betroffenheit zur Kenntnis, dass die traditionsreiche Papierfabrik Zwingen ihren Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellen und ein Gesuch auf Nachlassstundung einreichen muss. Der Kanton, die Promotion Laufental und der Zweckverband ARA Laufental-Lüsseltal haben in den letzten Jahren im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles daran gesetzt, dem Unternehmen mit seinen rund 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den wirtschaftlichen Fortbestand zu sichern. Insbesondere wurden der Firma die Frist zur anstehenden Abwassersanierung mehrmals verlängert und namhafte finanzielle Beiträge an geplante abwassertechnische Massnahmen zugesichert. Die ungünstige Entwicklung auf dem Papiermarkt, erhebliche Qualitätsprobleme bei der Papierproduktion sowie die fehlende finanzielle Substanz des Unternehmens haben diese Bemühungen nun leider zunichte gemacht.

Der Regierungsrat und die Promotion Laufental anerkennen dabei, dass die Unternehmensleitung ihren Entscheid zur Betriebseinstellung verantwortungsbewusst und noch rechtzeitig getroffen hat: Auf diese Weise ist eine geordnete Liquidation möglich, die Löhne können bis zum vertraglich vereinbarten Kündigungstermin ausbezahlt werden und es stehen auch Mittel für einen Sozialplan zur Abfederung von Härtefällen zur Verfügung. Kanton, Gemeinden und ARA-Zweckverband bleiben vom enormen Risiko verschont, das sie bei einer vorschnellen Auslösung des Abwassersanierungsprojektes eingegangen wären.

Regierungsrat und Promotion Laufental sind sich der Tragweite der Schliessung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst. Deshalb wird das KIGA Baselland in bewährter Form allen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine guten Dienste anbieten und ihnen bei der Stellenvermittlung intensiv behilflich sein. Der Regierungsrat hofft, dass es damit gelingen möge, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Betriebseinstellung in Zwingen so weit wie möglich in Grenzen zu halten.

Der Regierungsrat hat sich entschlossen, eine Begleitgruppe einzusetzen, die einerseits dem Unternehmen in den kommenden Wochen und Monaten beratend und unterstützend zur Seite stehen soll. Andererseits hat dieses Gremium aber auch abzuklären, ob und in welcher Form geeignete Teile des Betriebes weitergeführt bzw. ausgegliedert werden können und ob sich Möglichkeiten für eine Nachfolgenutzung des rund 16 Hektaren grossen Areals eröffnen. Im weiteren sollen auch die Auswirkungen der Betriebsschliessung auf das weitere Umfeld (regionales Gewerbe, ARA-Zweckverband Laufental-Lüsseltal, Gasversorgung Laufental-Thierstein AG usw.) im Auge behalten werden.

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news box april 2004