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Vom Bauernhaus bis zu den Pfahlbauern ST. GALLEN Archäologie und Denkmalpflege, eine Buchpräsentation und eine Ausstellungseröffnung prägen die diesjährige Denkmalpflegefahrt vom Freitag, 20. August 2004. Nach der Besichtigung gelungener Renovationen nimmt Regierungsrätin Kathrin Hilber im Heimatmuseum Rapperswil an der Buchpräsentation "Bernhard Anderes - Ein Leben für die st.gallischen Kunstdenkmäler" teil. Als Höhepunkt des Tages wird in der Rapperswiler Bucht die Ausstellung "Pfahlbaufieber! Taucharchäologie rund um den Seedamm" eröffnet. Unterschiedlichste Kulturgüter bereichern den Alltag. Es können stille Zeugen im Boden, klassische Bauten oder verborgene Interieurs sein. Alle sind sie Spurenträger der Geschichte und vermitteln Identität und Wohlbefinden. Ihre Erhaltung ist anspruchsvoll und verlangt erhebliche Mittel, um das kostbare Erbe den nächsten Generationen zu sichern. Kulturgüter mit neuer Nutzung Die Denkmalpflegefahrt führt zuerst nach Kaltbrunn, wo als erstes Objekt das Haus Müllisperg besichtigt wird. Dieses ehemalige Bauernhaus konnte vor einigen Jahren durch die Gemeinde Kaltbrunn erworben werden und hat dank einer kombinierten Nutzung als Ortsmuseum und als Hort für Kleinkinderspielgruppen sehr viel von seiner historischen Beschaffenheit bewahren können. Einen schöneren Ort, um Kinder auf unser Kulturgut einzustimmen, kann es kaum geben. Als nächstes Ziel steht die Pfarrkirche St.Sebastian von Schänis auf dem Programm. Dieses Gotteshaus vereint romanische, gotische und barocke Substanz. Nach einer Erweiterung um 1910-12 prägt Neubarock das Interieur, das nun in diesem Geiste einer Gesamtrenovation unterzogen worden ist. Seit der Denkmalbegriff neu formuliert werden musste, gehören auch militärische Bauten ins Repertoire der Denkmalpflege. So steht das 1862 erbaute Zeughaus von Rapperswil unter Schutz. Aber nur dank eines intelligenten Nutzungskonzeptes - mit zum Teil gewagten Erneuerungen - hat es wieder eine Aufgabe gefunden, die es für die Zukunft sichert. Ein Leben für die Kunstdenkmäler Bernhard Anderes, Kunsthistoriker, ehemaliger Inventarisator des Kantons St.Gallen und oft gefragter Experte für Denkmalpflege, verstarb kurz vor seinem Ruhestand im Sommer 1998. Sein erstes Büro befand sich im Heimatmuseum Rapperswil, wo nun das ihm gewidmete Buch "Bernhard Anderes - Ein Leben für die st.gallischen Kunstdenkmäler" präsentiert wird. Diese vom Amt für Kultur des Kantons St.Gallen herausgegebene Publikation gibt einen Einblick in die Persönlichkeit und in das enorme Schaffen von Bernhard Anderes, der über die Landesgrenzen hinaus als oft konsultierter Fachmann begehrt und als anregender Gesprächspartner sehr beliebt war. Pfahlbaufieber Der Grund im oberen Zürichsee birgt eine archäologische Siedlungslandschaft von überregionaler Bedeutung. Seit 1997 erforscht eine archäologische Tauchergruppe der Stadt Zürich im Auftrag der umliegenden Kantone die Gewässer um den Seedamm. Archäologie hat dank den modernen Erkennungs- und Darstellungsmethoden ein breites Publikum gefunden. Am Freitag, 20. August 2004, 16.30 Uhr, wird die Ausstellung "Pfahlbaufieber! Taucharchäologie rund um den Seedamm" durch Regierungsrätin Kathrin Hilber (St.Gallen), Landammann Kurt Zibung (Kanton Schwyz) und Stadträtin Kathrin Martelli (Stadt Zürich) eröffnet. Die Ausstellung mit Modellen, Lebensbildern, Fundmaterial und Informationen ist bis am10. Oktober 2004 täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Am 11./12. September 2004 wird ein Spezialprogramm mit Führungen und besonderen Aktivitäten angeboten. Standorte sind Ausstellungspavillons und die Tauchbasis des Büros für Archäologie der Stadt Zürich direkt am neuen Holzsteg Rapperswil-Hurden. |