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Lawinenschutztunnel Mitholz: Der Tunnel wird von innen her verstärkt BERN. Der einsturzgefährdete Lawinenschutztunnel Mitholz im Kandertal wird im Sinne einer Sofortmassnahme von innen her mit Spriessen (Stützen) verstärkt. Gleichzeitig werden Sondierbohrungen im Ablagerungshügel durchgeführt. Sie dienen der Ursachenabklärung und bilden die Grundlage für eine allfällige spätere Instandsetzung des Tunnels. Seit vergangenem Freitag (30.07.2004) ist bekannt, dass im Ablagerungshügel oberhalb des einsturzgefährdeten Mitholz-Tunnels auch so genanntes K4-Material (beispielsweise Schlamm) aufgeschüttet wurde. Auf Grund dieser Information muss eine weitere Hypothese über die möglichen Ursachen der Risse im Tunnel in Betracht gezogen werden: Dieses Material könnte einen Spreizdruck erzeugt haben und dazu führen, dass der Ablagerungshügel auf seinen Flanken wegdrückt. Sollte diese Hypothese zutreffen, würde ein teilweiser Abtrag des Ablagerungshügels den Druck auf den Tunnel nicht wesentlich reduzieren. Die Einsturzgefahr im mittleren Bereich des Tunnels besteht weiterhin. Die Schubrisse können jederzeit zum Einsturz führen. Ausserdem wissen die Fachleute heute noch nicht, ob der beschädigte Teil des Tunnels überhaupt noch repariert werden kann. Immerhin ist dies nicht ausgeschlossen. Fachleute haben verschiedene Möglichkeiten evaluiert, wie der Tunnel allenfalls noch zu retten wäre. Dabei hat sich gezeigt, dass wenig Handlungsspielraum besteht und jede Massnahme Risiken in sich birgt. Auf Grund der vorliegenden Erkenntnisse und gestützt auf die Empfehlung der Fachleute hat die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion entschieden, im Sinne einer Sofortmassnahme den Tunnel von innen her mit Spriessen aus Holz oder allenfalls aus Metall zu stützen. Diese Spriessen können voraussichtlich von den nicht beschädigten Teilen des Tunnels her installiert werden. Mit der Spriessung soll ein Teil des Druckes relativ rasch aufgefangen und abgeleitet werden. Aus heutiger Sicht liesse sich diese Massnahme innert drei bis vier Wochen realisieren. Für die ursprünglich vorgesehene Teilabtragung von rund 100'000 Kubikmetern Ablagerungsmaterial hätten drei Monate veranschlagt werden müssen. Eine Spriessung ist schneller zu realisieren und zudem mit rund 250'000 bis 300'000 Franken wesentlich billiger als ein teilweiser Hügelabtrag zur Sicherung des Tunnels. Dieser hätte rund 5 Millionen Franken gekostet. Parallel zu den Sofortmassnahmen im Innern des Tunnels werden sechs Sondierbohrungen im Ablagerungshügel durchgeführt. Damit können nicht nur die Kennwerte des aufgeschütteten Materials, sondern auch die Bewegungen im Ablagerungshügel ermittelt werden. Der Regierungsrat hat die Entscheide der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion zustimmend zur Kenntnis genommen und begrüsst das weitere Vorgehen. Bei einer Abtragung wären wichtige Informationen über die Ursachen der Risse im Tunnel verloren gegangen. Die mittels Sondierbohrungen zu gewinnenden Informationen dienen der Ursachenabklärung. Zusätzlich sind diese Informationen als Basis für eine allfällige spätere Instandsetzung des Tunnels nötig. Das Bild der auf den Tunnel wirkenden Kräfte kann nur mit dieser Massnahme in Erfahrung gebracht werden. Die Sondierbohrungen werden voraussichtlich zwei bis drei Monate dauern und rund 150'000 Franken kosten. Die im Tunnel nach wie vor laufenden Messungen werden auch zur Überwachung der Umfahrungsstrasse genutzt. Beim Überschreiten eines Grenzwertes löst die Anlage automatisch Alarm aus. Die BLS AlpTransit baut zudem eine Wand zum Schutz vor Steinschlag zwischen der zweispurigen Umfahrungsstrasse und dem Tunnel zum Schutz der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Das polizeiliche Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Berner Oberland beeinflusst die laufenden Arbeiten unter der Federführung des kantonalen Tiefbauamts nicht. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion begrüsst die Einleitung des polizeilichen Ermittlungsverfahrens und unterstützt die zuständigen Behörden vollumfänglich. |