| Schutz der
Bevölkerung vor Natrurgefahren Entscheidungsgrundlagen für ein
ganzheitliches Risikomanagement
SCHWYZ. Der Regierungsrat hat eine Strategie für den Umgang mit Naturgefahren verabschiedet. Er hat das Kantonsforstamt beauftragt, zusammen mit der Kantonalen Naturgefahrenkommission das Erarbeiten von Gefahrenkarten voranzutreiben und bis ins Jahr 2010 abzuschliessen. Weiter sind ihm bis Ende Jahr Vorschläge betreffend Erdbebenvorsorge und eine Regelung für bestmöglich koordinierte Eingriffe in Fliessgewässer zu unterbreiten. Statistisch gesehen nehmen Art und Umfang von Naturereignissen zu. Rechtserlasse von Bund und Kanton verpflichten die öffentliche Hand dazu, die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen angemessen und wirksam vor Naturgefahren zu schützen. In den letzten zwölf Monaten hatte die vom Regierungsrat eingesetzte Kantonale Naturgefahrenkommission (KNK) eine Strategie mit Grundsätzen für ein ganzheitliches Naturgefahren- und Risikomanagement erarbeitet. Der KNK gehören alle Fach- und Dienststellen der Verwaltung an, die sich mit Naturgefahren und ihren Auswirkungen befassen. Präventiver Umgang mit Risiken Früher stand die Abwehr von Naturgefahren im Zentrum. Demgegenüber gewinnt heute die Prävention immer mehr an Bedeutung: Sicherheit vor Naturgefahren ist am besten dort gewährleistet, wo bekannten Gefahrenherden ausgewichen wird und möglichst keine Risiken eingegangen werden. Nicht mehr die Gefahrenabwehr, sondern der sachgerechte Umgang mit den Risiken steht im Vordergrund. Die Kantonale Naturgefahrenkommission hat in diesem Sinne dafür zu sorgen, dass die gesellschaftlichen Schutzinteressen ganzheitlich wahrgenommen werden, und das Kantonsforstamt ist als Fachstelle zusammen mit der Dienststelle Wasserbau des Baudepartementes mit dem Vollzug beauftragt. Abklärung von Handlungsbedarf Bis Ende 2010 werden gestützt auf die Naturgefahrenstrategie für die Gemeinden und Bezirke des Kantons so genannte Gefahrenkarten erstellt. Auf dieser Grundlage lässt sich feststellen, wo der Schutz ausreichend ist und wo Handlungsbedarf besteht. Gefahrenkarten zeigen, welche Gebiete mit welcher Wahrscheinlichkeit und welcher Intensität von welchen Naturgefahren bedroht werden. Im laufenden Jahr wird vorerst in drei Gemeinden mit dem Erstellen von Gefahrenkarten begonnen. In Ergänzung dazu soll bis im Herbst für das ganze Kantonsgebiet eine Ereignisdokumentation erstellt werden. Sie gibt Antworten auf die Frage, welche Naturgefahren wann, wo, warum und in welchem Ausmass bisher eingetreten sind. Diese Hinweise bilden eine wichtige Grundlage für die Gefahrenkarten. Bereits im vergangenen November hatten Revierförster die Erarbeitung der Ereignisdokumentation in Angriff genommen. Das Erstellung flächendeckender Naturgefahrenkarten für den Kanton Schwyz verursachen voraussichtlich Kosten von 3.3 Mio. Franken. Davon übernimmt der Bund einen Drittel. |