Über 1000 Schweizerinnen und Schweizer bei Notfällen im Ausland unterstützt

BERN. Die Entführung von vier schweizerischen Staatsangehörigen in der Sahara, präventive Bemühungen zum Schutze der Schweizer Bürger und Bürgerinnen in den vom Irakkrieg bedrohten Ländern, der terroristische Anschlag in Riad, das Erdbeben in Iran sowie knapp 1050 weitere Einzelfälle beschäftigten den Konsularischen Schutz des EDA im vergangenen Jahr.

Mit gesamthaft 1051 Einzelfällen blieb der konsularische Schutz des EDA eine gefragte Dienstleistung. Trotz verminderter Reisetätigkeit nahm die Zahl der Konsularschutzfälle gegenüber dem Vorjahr (1069 Fälle) nur unwesentlich ab.

Dazu gehörten namentlich: 372 Haftfälle, 245 Todesfälle, 62 Nachforschungen, 109 schwere Unfälle, 109 ernsthafte Erkrankungen und 40 Entführungen, davon 33 Kindesentführungen. 148 der 372 Haftfälle im Ausland betrafen Drogendelikte, 26 Tötungsdelikte, 33 Vermögensdelikte, 13 Raub oder Diebstahl, 26 Sittlichkeitsdelikte, 29 Personen befanden sich in Auslieferungshaft. Das EDA betreute im vergangenen Jahr Haftfälle in 49 Ländern, davon 25 in Deutschland, 18 in Frankreich und dessen überseeischen Gebieten, 16 in Italien, 7 in Spanien, 28 in den USA, 11 in Brasilien, 6 in Venezuela, 11 in Thailand, die restlichen in verschiedenen anderen Staaten.

Diese Statistik erfasst hauptsächlich Fälle, die wegen ihrer Komplexität oder besonderer Schwierigkeiten auch von der Zentrale des EDA bearbeitet werden mussten. Eine grosse Zahl von Hilfsgesuchen wurde zusätzlich direkt von den schweizerischen Botschaften und Konsulaten im Ausland behandelt. Auch dieses Jahr stellte die für den konsularischen Schutz und die Krisenbewältigung zuständige Politische Abteilung VI des EDA in zahlreichen Fällen eine wachsende Anspruchshaltung der Betroffenen gegenüber den Vertretungen und der Zentrale fest, die deren Zuständigkeiten und verfügbaren Ressourcen oft nicht Rechnung trägt.

Die Vertretungen im Ausland haben ferner in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Justiz 1360 Gesuche von im Ausland lebenden Landsleuten bearbeitet, die wegen finanzieller Schwierigkeiten um Fürsorgeleistungen ersuchten. Zudem erhielten 149 Touristen einen Vorschuss, um ihnen die Heimreise zu ermöglichen.

Wegen der insbesondere im Zusammenhang mit dem Irakkrieg und dem internationalen Terrorismus erhöhten Verunsicherung über die Sicherheit beim Reisen hat die Nachfrage nach den Reisehinweisen des EDA stark zugenommen. Die auf der Website www.eda.admin.ch/reisehinweise veröffentlichten Reisehinweise wurden von den Schweizerinnen und Schweizern rund 400'000 mal abgerufen

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