| Bund unterstützt
Biotechnologie-Institut Thurgau (BITg)
THURGAU. Die Bemühungen des Kantons Thurgau um eine aktivere Rolle im Hochschulbereich finden auch auf schweizerischer Ebene zunehmend Beachtung und Anerkennung: Der Bund unterstützt das Biotechnologie-Institut Thurgau (BITg) in den nächsten vier Jahren mit einem Beitrag von insgesamt 1,656 Mio. Franken. Der Entscheid des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI) ist auch als Bestätigung für das wissenschaftliche Potenzial dieses Institutes zu verstehen, das in den vergangenen vier Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz in Tägerwilen aufgebaut worden ist. Die auf den Zeitraum 2004 - 2007 verteilten Beiträge an das BITg hat das EDI auf der Grundlage von Artikel 16 des Bundesgesetzes über die Forschung bewilligt, gemäss dem der Bund auch Forschungseinrichtungen ausserhalb der Hochschulen unterstützen kann. Dem Entscheid auf Antrag der Gruppe für Wissenschaft und Forschung vorausgegangen war eine eingehende Prüfung des BITg-Gesuches, verbunden mit Stellungnahmen der forschungspolitischen Instanzen und mit einer Begutachtung durch den Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat (SWTR). Die für diese Art der Forschungsförderung bereitstehenden Mittel sind Bestandteil der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004 - 2007, die von den Eidgenössischen Räten letztes Jahres verabschiedet worden ist. Der Beitrag gemäss Forschungsgesetz ist nicht die erste finanzielle Unterstützung, die das Thurgauer Institut aus Bern erhält. Bereits früher wurden dem BITg für die Teilnahme an zwei EU-Forschungsprojekten insgesamt 660 000 Franken zugesprochen. Gegründet worden war das Biotechnologie-Institut in Tägerwilen Mitte 1999 als erstes grenzüberschreitendes An-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz. Dazu wurde als rechtliche Trägerschaft die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung ins Leben gerufen, die von Regierungsrat Bernhard Koch seit seinem Amtsantritt präsidiert wird. Mangels einer tragfähigen gesetzlichen Grundlage wurde das BITg in einer ersten Phase mit Mitteln aus dem Lotteriefonds finanziert. Mit dem neuen Hochschulartikel in der Kantonsverfassung und dem Gesetz über die tertiäre Bildung verfügt der Kanton Thurgau seit 2002 aber über eine solide rechtliche Grundlage, um auch in der Forschung, der wissenschaftlichen Weiterbildung sowie im Wissens- und Technologie-Transfer aktiver zu werden und dafür Mittel aus dem allgemeinen Staatshaushalt einzusetzen. Der Beitrag des Bundes an das BITg setzt denn auch eine komplementäre Finanzierung durch den Kanton voraus. Das BITg, an dem auch Doktorandinnen und Doktoranden ausgebildet werden, ist verbunden mit dem Lehrstuhl für Immunologie der Universität Konstanz, der vor knapp zwei Jahren mit Prof. Dr. Marcus Groettrup neu besetzt werden konnte. Er wird auf April dieses Jahres den Vorsitz der Institutsleitung von Prof. Dr. Rolf Knippers übernehmen. Seit der Gründung steht das BITg unter der operativen Leitung von PD Dr. Harald Illges, der sich im Aufbau des Institutes und den Bemühungen um die Einwerbung von Drittmitteln grosse Verdienste erworben hat. So erhielt das BITg neben Beiträgen einzelner Gemeinden auch beachtliche Mittel von privaten Gönnern aus dem Thurgau. Das Biotechnologie-Institut Thurgau, dessen Arbeit von einem wissenschaftlichen Beirat mit regelmässigen Begutachtungen begleitet wird, war von Beginn weg insbesondere in der Auto-Immunologie und der Rheumaforschung tätig. Die Grundlagenforschung auf diesen Gebieten hat ihren Niederschlag einerseits in namhaften wissenschaftlichen Publikationen gefunden, jetzt aber auch zu ersten Patentanmeldungen geführt. Künftig wird auch eine Entwicklung hin zu einer stärkeren Anwendungsorientierung erwartet. In absehbarer Zeit wird Prof. Dr. Marcus Groettrup, der zuvor Leiter der Forschungsabteilung des Kantonsspitals St. Gallen war, sein Forschungsgebiet im Bereich der Tumor-Immunologie (mit Projekten zur Entwicklung einer Immuntherapie des Prostatakarzinoms) in das Institut einbringen. Die Bewilligung des Bundesbeitrages bedeutet für die Forschungsförderung durch den Kanton Thurgau und für die wissenschaftliche Arbeit am BITg einen eigentlichen Durchbruch. Er ermöglicht dem Biotechnologie-Institut Thurgau einen erheblichen Ausbau, der notwendig ist, um – auch in der Vernetzung mit Schweizer Hochschulen – die kritische Masse zu erreichen. |