| Die Luftqualität im
Jahr 2003: Zu viel Ozon, Schwebestaub und Stickstoffdioxid
Die Luft in der Region Basel ist chronisch zu hoch belastet. Diese Tatsache ist im Jahr 2003 durch die meteorologischen Bedingungen verstärkt in Erinnerung gerufen worden: zum einen war die Dauer der zu hohen Ozonbelastung noch nie so hoch, zum anderen weist unsere Atemluft nach wie vor zu hohe Konzentrationen an Schwebestaub und Stickstoffdioxid auf. LIESTAL. Ab 2004 führt die EU einen Alarmgrenzwert für Ozon von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter ein. Dieser Alarmwert wie auch die Spitzenwerte der 80er Jahre im ländlichen Gebiet wurden im letzten Sommer in der Region Basel an keiner Station überschritten. Dies ist die erfreuliche Bestätigung der bisherigen Strategie, mit dauerhaften Massnahmen die Ozonbelastung zu senken. Trotz dieser Teilerfolge bleibt die Belastung der Luft mit Schadstoffen noch zu hoch und die Ozonbelastung bleibt auch in den nächsten Jahren als Sommerproblem bestehen. Stickstoffdioxid: Der motorisierte Verkehr ist weiterhin die Hauptquelle Mit Mittelwerten von 32 bis 64 Mikrogramm pro Kubikmeter (Grenzwert 30 Mikrogramm pro Kubikmeter) war die Belastung durch Stickstoffdioxid in der Stadt Basel und entlang der Hauptverkehrsachsen deutlich zu hoch. Abseits der Hauptverkehrsachsen und im ländlichen Gebiet liegt die Belastung im Bereich des Grenzwertes oder darunter. Dies zeigt deutlich, dass der motorisierte Verkehr die Hauptquelle für die übermässige Stickoxid-Belastung in unserer Region ist. So kommen Überschreitungen des Tagesgrenzwertes (80 Mikrogramm pro Kubikmeter) nur an verkehrsexponierten Standorten vor. Im Jahr 2003 war dies an 60 Tagen der Fall, verglichen mit dem Vorjahr eine markante Zunahme. Feinstaub (PM10): In der ganzen Agglomeration Basel zu hoch Mit Mittelwerten von 25 bis 32 Mikrogramm pro Kubikmeter (Grenzwert 20 Mikrogramm pro Kubikmeter) war die Belastung in der Stadt und Agglomeration Basel zu hoch. An Strassen war die Belastung höher als in der ländlichen Gegend. Der Tagesgrenzwert (50 Mikrogramm pro Kubikmeter) wird an allen Standorten überschritten. Im Jahr 2003 war dies an 15 bis 50 Tagen der Fall, etwas mehr als im Vorjahr. Die gesundheitliche Folge von zu hohen Feinstaub-Belastungen sind häufigere Beschwerden wie Atemnot, chronischer Husten sowie Erkrankungen der Atemwege. Ozon: Die längste Dauer übermässiger Ozonbelastung seit Beginn der Messungen 2003 war das Jahr mit der längsten Sonnenscheindauer und der Sommer 2003 der wärmste Sommer seit Messbeginn - ideale Bedingungen für die Ozonbildung. Mit einer Dauer von 300 (Stadt Basel) bis 1400 (Chrischona) Stunden war die Ozonbelastung noch nie so lange übermässig (Grenzwert 120 Mikrogramm pro Kubikmeter) wie im 2003. Die Maximalwerte lagen zwischen 200 und 230 Mikrogramm pro Kubikmeter, auf der Chrischona während einer Stunde knapp unter 250 Mikrogramm pro Kubikmeter. Höhere Werte wurden in der Region Basel letztmals Mitte der 80er Jahre gemessen, sowie im Sommer 2003 im Südtessin (mehr als 350 Mikrogramm pro Kubikmeter). Aussergewöhnlich im 2003 waren damit nicht die Spitzenwerte, sondern die Dauer der Ozonbelastung. Im Verlauf der letzten 15 Jahre haben die Ozonbelastungen in der Stadt deutlich zugenommen. Somit wächst auch der Bevölkerungsanteil, der von den Wirkungen der hohen Ozonbelastung betroffen ist. Die Lösung des Ozonproblems bleibt für Fachleute und Gesellschaft die grosse lufthygienische Herausforderung für die kommenden Jahre. |