Regierungsrat beantragt 23,5 Millionen Franken für den Neubau des Sicherheitstrakts Forensik am Psychiatriezentrum Rheinau

Im Rahmen der Umsetzung des kantonalen Psychiatriekonzepts wird der forensische Bereich des Psychiatriezentrums Rheinau, früher Kantonale Psychiatrische Klinik Rheinau, zu einem überregionalen Kompetenzzentrum entwickelt. In diesem Zusammenhang beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat einen Kredit von rund 23,5 Millionen Franken für den Neubau des Sicherheitstrakts Forensik. Der Neubau löst akute Platzprobleme und ermöglicht unter anderem, die Behandlungsabläufe zu optimieren.

ZÜRICH. Die forensische Psychiatrie befasst sich mit der Beurteilung, Behandlung und Rehabilitation von psychisch kranken Straftätern (Justizpatienten). Das Psychiatriezentrum Rheinau verfügt seit Jahren über eine grosse Kompetenz im Umgang mit diesen Patientinnen und Patienten. In verschiedenen Bereichen der forensischen Klinik Rheinau, insbesondere im Bereich der Krisenintervention und der Begutachtung, aber auch im Massnahmebereich, werden seit jeher überregionale Aufgaben wahrgenommen. Die forensische Klinik ist organisatorisch in den Sicherheitsbereich und den Massnahmebereich gegliedert. Sie verfügt heute über insgesamt 49 Plätze, davon neun im Sicherheitsbereich.

Heute ist der Sicherheitsbereich im Sicherheitstrakt 89A untergebracht. Das eingeschossige Gebäude weist erhebliche sicherheitstechnische Mängel auf und ist gesamthaft in einem schlechten baulichen Zustand. Zudem sind die zur Verfügung stehenden Räume für die Betreuung und Behandlung von Patienten seit Jahren überbelegt.

Bedarfsabklärungen haben ergeben, dass eine Erweiterung der Behandlungskapazitäten im Sicherheitsbereich von heute neun auf neu 27 Plätze dringend erforderlich ist. Berücksichtigt wurde dabei nicht nur der Bedarf des Kantons Zürich, sondern auch der Platzbedarf der übrigen Kantone des ostschweizerischen Strafvollzugskonkordats und derjenigen des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und Zentralschweiz. Diese sind mangels genügend eigener Angebote dieser Art auf die Sicherheitsabteilung des Psychiatriezentrums Rheinau zwingend angewiesen. Die Tarife für die Betreuung ausserkantonaler Patientinnen und Patienten werden kostendeckend festgesetzt.

Mit dem Erweiterungsprojekt ist auch vorgesehen, den forensischen Bereich des Psychiatriezentrums Rheinau konzeptionell neu zu gestalten und die Behandlungsprozesse zu optimieren. Das geplante Angebot lässt sich allerdings nicht im bestehenden Sicherheitstrakt einrichten. Wegen der hohen sicherheitsbezogenen und therapeutisch-betrieblichen Ansprüche der forensischen Psychiatrie kann es auch in keinem anderen bestehenden Gebäude auf dem Areal der Klinik Rheinau betrieblich optimal und mit angemessenen Kosten verwirklicht werden. Die Kapazitätserweiterung im Sicherheitsbereich soll deshalb mit einem Neubau realisiert werden.

Der Regierungsrat hat im September 2001 bereits das Raumprogramm und einen Projektierungskredit für den Neubau des Sicherheitstrakts Forensik genehmigt. Für die Architekturarbeiten wurde ein Projektwettbewerb durchgeführt, aus dem das Projekt «Obstgarten» der Architekten Derendinger Jaillard, Zürich, als Sieger hervorging. Das daraus weiterentwickelte Bauprojekt sieht ein eingeschossiges Gebäude mit vier Innenhöfen vor und umfasst eine Eintrittsstation mit neun Plätzen und zwei Behandlungsstationen mit je neun Plätzen. Die Kosten belaufen sich auf rund 23,5 Millionen Franken. Der Bund wird davon voraussichtlich einen Anteil von 5,5 Millionen Franken übernehmen. Der Kredit muss noch vom Kantonsrat genehmigt werden und unterliegt dem fakultativen Referendum.

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