Von der Rettungsaktion zur längerfristigen Zusammenarbeit Schweizer Hilfe für Bam

BERN. Die Rückkehr der Schweizer Suchhunde vier Tage nach dem Erdbeben erfolgte nicht verfrüht, sondern in Absprache mit lokalen und internationalen Partnern. Nach rund dreissig Stunden Einsatz unter sehr schwierigen Bedingungen (hohe Staubentwicklung, kompakte Trümmerlage) waren die Hunde ermüdet und nicht mehr sehr leistungsfähig. Sie wurden abgelöst durch Hundeteams anderer Rettungsequipen, die nach den Schweizern in Bam eingetroffen sind. Bei der Abreise der Schweizer Hundeequipe befanden sich über fünfzig, später bis zu 150 Suchhunde im Einsatz.

Trotz des massiven Hundeeinsatzes gibt es leider keine bestätigten Berichte von Sucherfolgen durch Hundeteams. Die wenigen Überlebenden, die am vierten, fünften und sechsten Tag nach dem Erdbeben gerettet wurden, sind bei den Räumungsarbeiten durch Lokale gefunden worden. Die Rückkehr der Schweizer Hundeteams zum gewählten Zeitpunkt war deshalb gerechtfertigt. Sie erfolgte geplant und im Einvernehmen mit lokalen Stellen.

Nach Abzug der sechsköpfigen Hundeequipe (mit 4 Hunden), wurde der Schweizer Nothilfeeinsatz mit fünfzehn Personen fortgesetzt: Hilfeleistungen für die Überlebenden wurden in vier Bereichen geleistet:

Der stellvertretende Schweizer Teamleiter koordinierte im Namen der UNO die internationale Hilfe am Flughafen in Bam. Wasserexperten beurteilten die Wasserqualität und das Versorgungssystem, um eventuelle Epidemiegefahren auszuschliessen. Schweizer Ärzte übergaben dem Roten Halbmond 700 kg Medikamente, welche den Ersthilfe-Bedarf für 10'000 Menschen während drei Monaten decken können. Zeltbauer nahmen mit lokalen Helfern den Aufbau eines Pilotcamps an die Hand, das Unterkunftsgelegenheiten für mehrere hundert Familien schafft. Bereits am 28. 12. entsandte die Schweiz zwei Illyuschin Transportmaschinen mit insgesamt 70 Tonnen Hilfsgütern (Zelte, Matratzen, Notkochsets, Plastikrollen) und Medikamenten im Gesamtwert von 850'000 Franken nach Bam. Diese trafen bereits 70 Stunden nach dem Erdbeben dort ein.

Nach Abzug der meisten Rettungsteams bleibt die Schweiz vor Ort mit einem Koordinator präsent, der die Bedürfnisse für die längerfristige Zusammenarbeit abklärt. Ins Auge gefasst werden Projekte in den Bereichen sozialer Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge bzw. -vorbeugung, die in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) realisiert werden sollen.

Die DEZA bzw. die Humanitäre Hilfe des Bundes kann in der Wiederaufbauphase in Bam auf starke lokale Partner zählen. Positiv zu vermerken ist die beeindruckende Organisationskapazität des Roten Halbmondes und der iranischen Behörden, welche durch die rasche Mobilisierung lokaler Ressourcen viel zur Entspannung der humanitären Krisenlage beigetragen haben.

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