Drei Millionen Franken Auslandhilfe aus dem Lotteriefonds des Kantons Zürich

ZÜRICH. Der Regierungsrat hat im Rahmen der Auslandhilfe aus dem Lotteriefonds des Kantons Zürich drei Millionen Franken vor allem für Projekte in Afrika und Osteuropa bewilligt. Grössere Beiträge erhielten drei Schwerpunktprojekte. Es handelt sich um ein Projekt des Zürcher Kinderspitals in Armenien, ein interdisziplinäres Projekt in Burkina Faso und ein Vorhaben im Bereich des Strafvollzugs beziehungsweise der Bewährungshilfe in Tschechien.

Im Projekt des Zürcher Kinderspitals geht es um die Unterstützung des «Partnerspitals» Arabkir im armenischen Erewan. Das Kinderspital pflegt seit dem Erdbeben von 1998 eine Zusammenarbeit mit diesem Spital. Dank regelmässiger Ausbildungsaufenthalte mit Kursen vor Ort und Weiterbildungsaufenthalten von ausgesuchten Personen in der Schweiz konnte die Betreuung vor allem von nierenkranken Kindern stark verbessert werden. Das Spital Arabkir ist das Referenzspital in ganz Armenien. Trotzdem liegt das Niveau des Spitals noch weit von einem akzeptablen Standard entfernt. Neu vorgesehen sind die Bereiche Entwicklungspädiatrie, Neugeborenenscreening und Stoffwechselkrankheiten. Das Projekt legt grossen Wert auf die Prävention und eine umfassende Betreuung kranker Kinder und erhält einen Beitrag von 350'000 Franken.

300'000 Franken erhält das Hilfswerk «Verein New Tree» für ein interdisziplinäres Projekt in Burkina Faso. Basierend auf den Erfahrungen aus einem Pilotprojekt ist geplant, einen Mischwald anzupflanzen und diesen in den Folgejahren so zu pflegen, dass die natürliche Regeneration gewährleistet ist. Der Wald soll auch der Produktion von Nahrungsmitteln und Viehfutter dienen. Das Projekt ermöglicht, vor allem Familien und Frauengruppen zu beschäftigen (Bau von Zäunen gegen Tierverbisse, Baumpflege) und sie in den Bereichen Bodenfruchtbarkeit, Kompostherstellung und Vermarktung von Baumprodukten auszubilden. Dies trägt dazu bei, die Abwanderung der Landbevölkerung in die Slums der Städte zu bremsen.

Ebenfalls 300'000 Franken erhält der Verein zur Entwicklung der Bewährungshilfe in Osteuropa (VEBO). Es ist geplant, seine tschechische Partnerorganisation «Institut für Bewährungshilfe und Mediation IPM» in die Selbstständigkeit zu überführen sowie Lernprogramme für Bewährungshelferinnen und –helfer einzuführen. Zudem sollen die im Kanton Zürich erprobten Lernprogramme für bestimmte Tätergruppen auf die Verhältnisse in Tschechien angepasst und anschliessend eingeführt werden.

Bei der diesjährigen Auslandhilfe handelt es sich um die zweite Tranche eines Rahmenkredits von zwölf Millionen Franken, die der Kantonsrat für die Jahre 2003 bis 2006 bewilligt hat. Mit der Auslandhilfe verfolgt der Kanton das Ziel, nach dem Grundsatz der «Hilfe zur Selbsthilfe» die Anstrengungen der Bevölkerung beim Verbessern der eigenen Lebensbedingungen zu unterstützen. Neben den drei Schwerpunktprojekten erhielten 24 Projekte von anerkannten Hilfswerken (ZEWO-Mitglieder) Beiträge in der Höhe zwischen 70'000 und 166'000 Franken. Rund 60 Prozent der bewilligten Beiträge gehen nach Afrika, rund 26 Prozent nach (Süd-)Osteuropa, knapp 12 Prozent in nichteuropäische GUS-Staaten und knapp drei Prozent nach Südamerika.

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news box juli 2004