Diskussion über strategische Ziele der Bildungspolitik eröffnet

BERN. Die Erziehungsdirektion hat neue strategische Ziele der Bildungspolitik erarbeitet und lanciert den Dialog über die bildungspolitischen Perspektiven des Kantons Bern. Die Strategie definiert die pädagogischen Ziele und zeigt Voraussetzungen und Konsequenzen einer erfolgreichen Realisierung der Bildungsschwerpunkte auf. Sie macht sichtbar, welche Strukturen überprüft und welche Bildungsprojekte in welchem Zeitrahmen koordiniert und umgesetzt werden sollen.

Der Kanton Bern verfügt über ein differenziertes und qualitativ hoch stehendes Bildungssystem, welches gepflegt und weiter entwickelt werden muss. Ständige Veränderungen im gesellschaftlichen Umfeld prägen die Erwartungen und Anspruche an die Bildungsinstitutionen. Im Zusammenhang mit den derzeit laufenden bildungspolitischen Diskussionen hat die Erziehungsdirektion die strategischen Ziele der Bildungspolitik aus dem Jahr 2001 überprüft und eine Neuausrichtung und Weiterentwicklung definiert. An einer Medienkonferenz hat der bernische Erziehungsdirektor, Regierungsrat Mario Annoni, heute (28. Juni 2006) die strategischen Ziele der Bildungspolitik für die nächsten zehn bis 15 Jahre präsentiert und die politische Diskussion eröffnet.

Mit dem Bericht präsentiert die Erziehungsdirektion ein strategisches Konzept über die pädagogischen und bildungspolitischen Perspektiven sowie die zeitlichen und finanziellen Realisierungsmöglichkeiten. Damit soll einerseits die politische Diskussion über die Schwerpunkte im Bildungswesen ermöglicht und anderseits die zeitlich geordnete und verkraftbare Einführung neuer Projekte gewährleistet werden. Die neuen bildungspolitischen Herausforderungen sollen auf klaren Voraussetzungen basieren, zum Beispiel auf teilautonomen und geleiteten Bildungsinstitutionen und einer definierten Steuerung des Bildungswesens. Besondere Priorität räumt der Bericht jenen Vorhaben ein, welche die Aufgaben und Kompetenzen bei den Schulleitungen, den Gemeinden und beim Kanton verbindlicher regelt. Die Klärung der Strukturen erachtet die Erziehungsdirektion als grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten wie die Integration oder die Fremdsprachen. Die neuen Ziele der Bildungspolitik sollen in konkrete Massnahmen münden, welche mit hoher Priorität umgesetzt werden. Die bestehenden Rechtsgrundlagen sind zu überprüfen und allenfalls anzupassen.

Wichtige Neuerungen im Volksschulbereich sind:

Die Klärung der Schulstrukturen (neue Schulaufsicht und Beratung) 

die Einführung des flexiblen Schuleintritts (Basisstufe) 

die Förderung der Integration (Umsetzung Integrationsartikel) 

die Reform des Fremdsprachenunterrichts (Gesamtsprachenkonzept) 

die Definition von Mindest-Leistungsstandards (Harmonisierung Volksschule) ein neuer Lehrplan für den französischsprachigen Kantonsteil.

Im Bereich der Sekundarstufe II (Mittelschul- und Berufsbildung) und der Weiterbildung ist das primäre Ziel, gemeinsam mit der Arbeitswelt ein qualitativ hochwertiges Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten und Abschlüssen sicher zu stellen. Weitere wichtige Projekte sind:

die Konsolidierung der neuen Gesundheits- und Sozialberufe und der Aufbau einer Fachmittelschule mit Fachmaturität die Überprüfung des Berufsbildungsangebots angesichts sinkender Schülerzahlen ab 2010 die Schaffung einer einheitlichen Berufsmatur und die Konzentration des Berufsmaturitäts-angebots in den Regionen.

Im Hochschulbereich werden die Anstrengungen auf die Stärkung der Universität und der Fachhochschule im nationalen Kontext ausgerichtet. Dabei soll die Zusammenarbeit mit anderen Universitäten gefördert und die Umsetzung des Bolognamodells zur Gewährleistung der Mobilität der Studierenden aller bernischen Hochschulen sicher gestellt werden.

In den nächsten Monaten werden die von der Erziehungsdirektion skizzierten strategischen Ziele mit verschiedenen Dialoggruppen diskutiert und danach auf Grund der eingegangenen Stellungnahmen weiter bearbeitet. Die neue Bildungsstrategie wird voraussichtlich in der Aprilsession 2005 dem Grossen Rat zum Entscheid vorgelegt und die entsprechenden Massnahmen anschliessend umgesetzt. Sie soll künftig alle vier Jahre überprüft und den aktuellen Verhältnissen angepasst werden.

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news box juni 2004