| MILAK an der ETH
Zürich Frühjahrstagung: Krieg in der Gegenwart: eine Beurteilung
BERN. Die von Brigadier Rudolf Steiger geführte Militärakademie an der ETH Zürich (MILAK / ETHZ) führt jedes Jahr eine wissenschaftliche Tagung durch. Prof. Dr. Albert A. Stahel, Dozent für Strategische Studien, leitete die diesjährige Frühjahrstagung unter Beteiligung international anerkannter Wissenschafter am 13. März im vollen Auditorium Maximum der ETH Zürich mit dem Thema: Krieg in der Gegenwart, eine Beurteilung. Nach dem Ende des Luftkrieges der NATO von 1999 gegen die Bundesrepublik Jugoslawien tauchte in der Presse zunehmend der Begriff des asymmetrischen Krieges auf. Die jugoslawischen Streitkräfte waren in diesem Krieg durch Tarnung und Dezentralisierung den Luftschlägen der NATO ausgewichen. Die Folge war ein 72 Tage dauernder Luftkrieg mit begrenzter militärischer Wirkung. Seither werden die Kriege der Gegenwart vielfach mit dem Begriff Asymmetrie charakterisiert. Ein unterlegener Gegner versucht durch militärische und politische Mittel die Schwächen seines übermächtigen Gegners auszunützen und diesen wenn möglich in einen längeren Abnützungskrieg zu verwickeln. Dies traf für die Operation "Enduring Freedom" gegen das Taliban-Regime in Afghanistan 2001 und teilweise auch für die Operation "Iraqi Freedom" gegen Saddam Hussein zu. Drei international anerkannte Fachleute analysierten und diskutierten an der Frühjahrstagung das Thema der asymmetrischen Kriege. Herfried Münkler, Professor für Theorie der Politik im Fachbereich Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin, ging auf die Thematik von Kriegen der Gegenwart im Allgemeinen ein und Milan Vego, Professor am Naval War College in Newport (RI), behandelte im Besonderen die gegenwärtige und zukünftige Militärstrategie der USA bezüglich ihrer Wirkung. Da verschiedene Kriege der jüngeren Vergangenheit im Mittleren Osten und Zentralasien stattgefunden haben, erläuterte Udo Steinbach, Professor für Islamwissenschaften und Politikwissenschaften, den Aspekt der Religion, insbesondere des Islams. Es zeigte sich, dass die Referenten in der Meinung einig gingen, dass die Auseinandersetzung mit Konflikten und Kriegen der Gegenwart einen multidimensionalen wie auch interdisziplinären Ansatz bedingt. Darüberhinaus wurden unreflektierte, zuweilen durch die Medien, aber auch die Politik, kolportierte Konzepte zum "Krieg gegen den Terrorismus" in Frage gestellt bzw. verworfen. |