Radioaktiviätsmessübung "BRAUNBÄR": Alle radioaktiven Quellen gefunden!

BERN. Am Mittwoch, 17. März, begann eine grossangelegte Übung der Einsatzorganisation bei erhöhter Radioaktivität (EOR). Sie wurde am Donnerstag, 18. März, gegen Mittag abgeschlossen. Szenario: Ein Flugzeug mit radioaktivem Material an Bord stürzt im Jura ab, die Ladung wird über ein grösseres Gebiet verstreut. An der rund 30-stündigen Übung in der Nähe von Bure (JU) nahmen insgesamt rund 150 Personen teil.

Der erste Anruf erreichte den Pikett der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) am Mittwoch Morgen um fünf Uhr früh. Aufgrund der Information, dass sich radioaktives Material an Bord der abgestürzten Maschine befunden hatte, bot die Nationale Alarmzentrale (NAZ) unverzüglich die ganze dezentrale Radioaktivitäts-Messorganisation auf. Dazu gehörten die Mess-teams des Institut de Radiophysique Appliquée (IRA) in Lausanne, das Paul-Scherrer Institut in Würenlingen, das Labor Spiez sowie das Kompetenzzentrum für ABC-Schutz der Armee mit der Messorganisation Radioaktivität der Armee (MORA) in Spiez. Ausserdem wurde ein Super-Puma Helikopter der Armee für das Messverfahren Aeroradiometrie aufgeboten. So lässt sich aus rund 90 Metern Höhe die Radioaktivität flächendeckend erfassen.

Schutz der Bevölkerung hatte oberste Priorität

In erster Priorität sollte geklärt werden, ob für die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern eine Gefahr bestand. Entsprechend wurden Luftmessungen durchgeführt und Bodenproben entnommen. Erst in zweiter Linie wurde danach die Absturzstelle mit ausgelegten "Trümmern" überprüft. Der Helikopter suchte das Gebiet auf grössere radioaktive Verunreinigungen ab, bevor Fachspezialisten mit Handmessgeräten das Gebiet minutiös absuchten, die Quellen markierten und schliesslich einsammelten. Bis am Donnerstag Mittag wurden alle ausgelegten Quellen geborgen. Es handelte sich um 3 stärkere und 20 schwache Quellen. Die Laboratorien, die mit der Analyse der eingesammelten Proben beauftragt waren, arbeiteten die ganze Nacht durch. Ebenso wurden in der NAZ die eingehenden Resultate aus den Laboratorien laufend erfasst, eingetragen und ausgewertet.

Insgesamt positives Fazit

Die zahlreichen Übungsbeobachter zeigten sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden. Es konnten alle notwendigen Messmittel in der nötigen Zeit aufgeboten werden, die Koordination der Einsatzequipen vor Ort durch die NAZ in Zürich gelang gut. Schwierigkeiten ergaben sich dagegen bei der Orientierung der Messteams auf dem Unfallplatz über das gesamte Schadensausmass. In einer nächsten Übung soll eine Verbindungsperson zwischen der Zentrale in Zürich und den Einsatzteams ein besseres Lagebild vermitteln.

In einer zukünftigen Übung sollte zudem die Zusammenarbeit mit den Ersteinsatzmitteln von Feuerwehr, Polizei, Sanität sowie den lokalen Führungsstäben trainiert werden. Damit würde zwar der Rahmen der Übung BRAUNBÄR um einiges erweitert, womit aber auch der Vorbereitungsaufwand stark zunehmen würde.

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news box märz 2004