| Staatsarchiv des
Kantons Zürich: Spatenstich für den Erweiterungsbau
ZÜRICH. Das auf dem Areal der Universität Zürich-Irchel gelegene Staatsarchiv ist das zentrale Archiv des Kantons Zürich. Die Anlage wurde 1982 in Betrieb genommen und weist heute verschiedene Mängel auf. So sind die Sicherheitseinrichtungen für das Archiv- und Bibliotheksgut sowie die klimatischen Verhältnisse in den Archivgeschossen ungenügend. Zudem ist der Datenschutz unzureichend. Im Jahr 2000 hat der Kantonsrat einen Kredit von 20,4 Millionen Franken für die Erweiterung und Anpassung des Staatsarchivs genehmigt. Heute Dienstag findet unter Mitwirkung von Regierungsrat Dr. Markus Notter, Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern, Kantonsbaumeister Stefan Bitterli und Staatsarchivar Dr. Otto Sigg der offizielle Spatenstich für den Erweiterungsbau statt. Dank des Erweiterungsbaus und der Anpassung des Altbaus wird eine betriebliche Neuorganisation des Staatsarchivs möglich. Mit einer klaren Zuordnung der Nutzungsbereiche zu den beiden Bauteilen können eine betriebliche Vereinfachung und die geforderte erhöhte Sicherheit erreicht werden. 1994 beauftragte die Baudirektion externe Architekten mit der Erarbeitung eines Projektes zur Anpassung und Erweiterung des Staatsarchives. Der Kantonsrat genehmigte im Jahr 2000 zwar einen Kredit von 20,4 Millionen Franken für die Realisierung dieses Bauvorhabens, kritisierte aber die architektonische Gestaltung des Projektes. Die Baudirektion hat deshalb 2001 einen Projektwettbewerb durchgeführt und von den Zürcher Architekten Weber + Hofer AG ein überzeugendes Projekt erhalten. Damit wurde der Grundstein gelegt für die Verbindung von Alt- und Neubau zu einer neuen Komposition. Der Neubau wird sowohl die Gebäudehöhe als auch die westliche und östliche Fassadenflucht des bestehenden Gebäudes übernehmen. Da das Neubauvolumen nur auf der Südseite im Erdgeschoss und in den Untergeschossen an das bestehende Gebäude anschliesst, bleibt dessen Eigenständigkeit erhalten und der Erweiterungsbau gewinnt seinerseits an Präsenz. Gedächtnis von Staat und Gesellschaft Das Staatsarchiv verfügt über die schriftliche Tradition im Gebiet des Kantons Zürich von den ersten Karolingerurkunden aus der Mitte des 9. Jahrhunderts bis zu aktuellen Akten des späten 20. Jahrhunderts. Derzeit sind rund 20’000 Laufmeter archiviert, jährlich kommen 400 bis 1000 Laufmeter hinzu. Rund 750 schriftliche Anfragen aus der ganzen Welt werden pro Jahr beantwortet und es werden 6000 bis 9000 Benützungen aus dem privaten und universitären Forschungsbereich sowie zahlreichen Dienstleistungen für Behörden, Verwaltung und Gerichte gezählt. Weiteres Vorgehen Es war geplant, im Frühjahr 2003 mit den Bauarbeiten am Erweiterungsbau zu beginnen. Unvorhersehbare statische Verstärkungsmassnahmen, die im bestehenden Gebäude sofort realisiert werden mussten, sowie die Berücksichtigung der neuen SIA-Normen-Generation 2003 mit Tragwerkplanung und Erdbebensicherheit haben jedoch zu einer Verzögerung geführt. Mit dem heutigen Spatenstich wird davon ausgegangen, dass anfangs Mai 2006 der Erweiterungsbau bezogen werden kann. Sobald der Altbau leer ist, wird dort mit den rund ein Jahr dauernden Anpassungsarbeiten begonnen. Durch vorübergehende Belegungen des Erweiterungsbaus sollen Provisorien vermieden werden. Die Benutzung von Bibliothek und Lesesaal des Staatsarchivs wird von Oktober 2006 bis Juli 2007 eingeschränkt werden müssen. In der Endphase des Zusammenschlusses von beiden Anlagen muss der Betrieb einige Wochen still gelegt werden. Dies wird frühzeitig kommuniziert. |