Zivildienst 2003: Raschere Verfahren, neue Organisation

BERN. Pendenzen in der Gesuchsbearbeitung wurden kräftig abgebaut, wesentlich mehr Anhörungen wurden durchgeführt und damit die Wartefristen deutlich verkürzt. Auch die Zahl der geleisteten Diensttage nahm weiter deutlich zu. Der Eingang von Gesuchen um Zulassung zum Zivildienst dagegen ging leicht zurück.

Mit 1'955 eingereichten Gesuchen im Jahr 2003 ging der Gesuchseingang gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent zurück (2003: 1'955, 2002: 2'102).Dagegen wurden ein Fünftel mehr Anhörungen durchgeführt. Dadurch konnten die Wartefristen auf durchschnittlich zwei Monate verkürzt werden. Dies betraf vor allem die deutschsprachigen Gesuchsteller. Den Abbau der Pendenzen spiegelt auch die Zahl noch hängiger Gesuche: Ende 2003 waren es noch 344 gegenüber 831 am Ende des Vorjahres. Die deutlich höhere Zahl positiver Entscheide von 1'958 (gegenüber 1'651 im Vorjahr) resultiert aus dem gleichen Umstand. Bezogen auf die Anzahl materieller Entscheide blieb der Anteil Zulassungen zum Zivildienst nahezu gleich wie im Vorjahr mit knapp 90 Prozent.

Im Jahr 2003 wurden Zivildienstpflichtige zu insgesamt 331'186 Diensttagen aufgeboten. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um knapp 14 Prozent. Die geleisteten Zivildiensteinsätze verteilen sich, auf der Basis von geleisteten Diensttagen, anteilsmässig auf die Einsatzbereiche wie folgt: Sozialwesen 59 Prozent, Umwelt und Forstwesen 13 Prozent, Kulturgütererhaltung und Forschung 11 Prozent, Gesundheitswesen 8 Prozent, Entwicklungszusammenarbeit 5 Prozent und Landwirtschaft 4 Prozent.

Die Zahl der anerkannten Einsatzbetriebe nahm auch im vergangenen Jahr um 4 Prozent zu (2002: 8.6 Prozent) und betrug Ende 2003 1'221. Dabei ging die Zahl der einzelnen Einsatzplätze leicht zurück. Ein Effekt, der nochmals auf die Expo.02 zurück zu führen ist, die im Vorjahr als grosser „Einsatzbetrieb“ überdurchschnittlich viele Einsatzplätze gleichzeitig, wenn auch nur temporär, anbot. Besonderes Augenmerk galt der Vorbereitung der ab 2004 zu realisierenden Schwerpunktprogramme in den Bereichen Pflege und Betreuung von Behinderten und Betagten und der Anerkennung der entsprechenden Einsatzbetriebe.

Die per 1.1.2004 umgesetzte Reorganisation des Zivildienstes beinhaltete die Dezentralisierung des Zulassungsverfahrens und die Überführung der Geschäftsprozesse in sieben neue Regionalzentren sowie die Anpassung sämtlicher Verordnungen an das revidierte Zivildienstgesetz (in Kraft seit 1.1.2004)

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news box märz 2004