Psychologische Nothilfe bei Unfällen, Verbrechen oder Katastrophen

BERN. Die psychologische Nothilfe bei Unfällen, Verbrechen oder Katastrophen hat durch die schrecklichen Ereignisse der letzten Wochen und Monate auch in der Schweiz ständig an Bedeutung gewonnen. Nach dem ersten Kongress von 2001 setzen sich heute und morgen im Ausbildungszentrum Schwarzenburg rund 230 Fachleute und Angehörige der Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes mit möglichen Ausbildungsstandards und Einsatzrichtlinien im Bereich der psychologischen Nothilfe auseinander.

Unfälle, Verbrechen (Terrorakte) und Katastrophen können bei den direkt Betroffenen, Angehörigen, Einsatzkräften und Helfern zu schwerwiegenden, traumatischen Schädigungen führen. Eine rechtzeitige und angemessene psychologische Nothilfe kann dies in vielen Fällen verhindern. In diesem Bereich fehlen in der Schweiz allerdings noch einheitliche und wissenschaftlich fundierte Standards. Das "Nationale Netzwerk psychologische Nothilfe" (NNPN) - dazu gehören u.a. das Care Team des Flughafens Zürich, die Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Schweiz, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz, die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen, die Kommission für Kriegs- und Katastrophenpsychiatrie, der Koordinierte Sanitätsdienst und die Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie - hat sich zum Ziel gesetzt, Vorstellungen über einheitliche Ausbildungsstandards und Einsatzrichtlinien in der psychologischen Nothilfe zu entwickeln. Am Schwarzenburger Kongress bietet sich Gelegenheit, diese Standards zu präsentieren und zu diskutieren. Zudem dient der Kongress der Vorstellung der neuesten Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis und bietet eine willkommene Informations- und Austauschplattform.

International ausgewiesene Fachleute der Psychologie, der Katastrophen- und Wehrpsychiatrie aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, aber auch Notfallseelsorger, Vertreter von Care-Organisationen und auch aus dem Medienbereich berichten in Vorträgen und insgesamt 15 Workshops zu Themen der psychologischen Nothilfe über ihre Erfahrungen.

Der Kongress steht unter der Schirmherrschaft von Willi Scholl, Direktor Bundesamt für Bevölkerungsschutz, und Gianpiero A. Lupi, Beauftragter des Bundesrates für die Vorbereitung des Koordinierten Sanitätsdienstes. Rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zumeist aus den Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes (Feuerwehr, Polizei, Gesundheitswesen, Zivilschutz) und aus Risikobetrieben nehmen daran teil.

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news box märz 2004