| Ausbau des
ZVV-Nachtnetzes
ZÜRICH. Das im Dezember 2002 eingeführte Nachtangebot des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) hat die angestrebte Nachfrage im ersten Betriebsjahr deutlich übertroffen und weist bereits Kapazitätsengpässe auf. Die angestrebte Kostendeckung wird wie geplant im Jahr 2004 erreicht. Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Kantonsrat, das ZVV-Nachtangebot per Fahrplanwechsel im Dezember 2004 sowie für die künftigen Fahrplanperioden nachfragegerecht auszubauen. Er beantragt, dazu den Kantonsratsbeschluss vom März 2003 betreffend Grundsätze über die mittel- und langfristige Entwicklung von Angebot und Tarif im öffentlichen Personenverkehr entsprechend zu ändern. Für das erste Betriebsjahr 2003 strebte der ZVV eine Nachfrage von 3750 Personen pro Nacht an. Mit durchschnittlich 4474 Fahrgästen pro Nacht wurde dieser Wert um nahezu 20 Prozent übertroffen. Gegenüber den Nachtbusangeboten vor der Einführung des ZVV-Nachtnetzes wurde sogar eine Verdreifachung der Nachfrage erreicht. Im vierten Quartal des Jahres 2003 wurden mit durchschnittlich 5074 Fahrgästen pro Nacht bereits die für 2004 erwarteten Fahrgastzahlen überschritten. Die grösste Nachfrage wurde im November mit durchschnittlich 5658 Fahrgästen verzeichnet. An Spitzentagen konnten bereits über 8500 Personen befördert werden. Grössere Kapazitätsengpässe bei Bahn und Bus Der grösste Anteil der Nachfrage wird von den städtischen Buslinien bewältigt (40 Prozent). Rund ein Drittel der Fahrgäste benutzen die neuen Nacht-S-Bahnen. Die übrigen 25 Prozent entfallen auf die regionalen Busse ab Zürich und Winterthur sowie auf die Anschlussbusse auf die Nacht-S-Bahnen. Als qualitativ vertretbare Auslastung gilt bei einem Standardbus eine Auslastung von rund 50 Personen. Bei einer Spitzenbelastung von mehr als 100 Personen muss bei einem Standardbus unter Umständen die Beförderung weiterer Fahrgäste verweigert werden. Die überaus grosse Nachfrage führt bei mehreren Bahn- und Buslinien regelmässig zu grösseren Kapazitätsengpässen. Diese treten vor allem in der Nacht von Samstag auf Sonntag und bei den Abfahrten zwischen 1 und 3 Uhr auf. Neben der Nacht-S-Bahn SN5 (Zürich-Uster-Rapperswil) sind 14 von 37 Linienästen der Nachtbusse von regelmässigen Kapazitätsengpässen betroffen. Kostendeckung 2003 und Ausblick 2004 Den Einnahmen von 2,99 Mio. Franken aus Tickets und Zuschlägen steht 2003 ein Aufwand von 3,50 Mio. Franken für Fahrleistungen, Kontroll- und Sicherheitspersonal gegenüber. Damit wurde im vergangenen Jahr ein für die Einführung eines neuen Angebots sehr hoher Kostendeckungsgrad von 86 Prozent erreicht. In den Kosten enthalten sind auch die Mehraufwendungen für den Ausbau der Massnahmen zur Einnahmensicherung (Fahren ohne gültigen Fahrausweis) und zur Eindämmung von Verschmutzung und Vandalismus. Dadurch wurde auch das subjektive Sicherheitsgefühl verbessert. Für das Jahr 2004 wird im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2003 (4474 Fahrgäste) mit einer durchschnittlichen Frequenzzunahme von mindestens 10 Prozent gerechnet. Mit den erwarteten 4900 Fahrgästen pro Nacht kann die angestrebte Kostendeckung im Jahr 2004 erreicht werden. Zufriedene Kundinnen und Kunden Im August/September 2003 führte der ZVV eine schriftliche Umfrage bei den Nutzerinnen und Nutzern des Nachtnetzes durch. Die Fahrgäste zeigten sich sehr zufrieden und stuften das Angebot auf einer Skala von 1 bis 7 mit einer Durchschnittsnote von 5,6 ein. Die Umfrage hat zudem gezeigt, dass 60 Prozent der Fahrgäste vor Einführung des ZVV-Nachtangebots keine Nachtbusse benutzten. Der Nutzerkreis hat sich damit erheblich erweitert. Nachfragegerechter Ausbau notwendig und dringlich Das ZVV-Nachtnetz erfreut sich einer grossen Nachfrage und hat sich bei den Nachtschwärmern etabliert. Ohne systematische Angebotserweiterungen ist ein weiteres Wachstum auf den kritischen Linien allerdings nur noch sehr beschränkt möglich. Deshalb ist eine punktuelle Anpassung des heutigen Nachtangebotes notwendig und dringlich, sofern dies kostendeckend geschehen kann. Die dafür erforderliche Weiterentwicklung ist auf den Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 (Fahrplanjahre 2005/2006) vorzunehmen. Im Vordergrund stehen Massnahmen zur Behebung der Kapazitätsengpässe. Dabei sind insbesondere Angebotsausbauten in den stark ausgelasteten Regionen Oberland, Zimmerberg/Linkes Zürichseeufer, Knonaueramt und in der Stadt Zürich vorzusehen. Die Weiterentwicklung des ZVV-Nachtangebots ist auch künftig der jeweiligen Nachfrage anzupassen und im Rahmen des ordentlichen kantonalen Fahrplanverfahrens durchzuführen. |