"Uns stinkts": Die Mehrheit der Schweizer will nicht passiv rauchen 

BERN. Unter dem Motto „Uns stinkts“ thematisiert das Bundesamt für Gesundheit BAG in seiner dies­jährigen nationalen Tabakpräventionskampagne das Passivrauchen. Mit Inseraten und TV-Spots will die Kampagne das Problembewusstsein für das Passivrauchen erhöhen und Nicht­raucher und Nichtraucherinnen motivieren, sich vermehrt für ihre Rechte auf rauchfreie Luft einzusetzen. Dies geht aus einer Medienmitteilung des Bundesamtes für Gesundheit hervor.

Obwohl zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung nicht raucht, ist sie durch Passivrauchen den Gefahren des Tabakkonsums ausgesetzt. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass Passivrauchen eine häufig unterschätzte Gefahr für die Gesundheit darstellt. Exponierte Nichtraucherinnen und Nichtraucher können an Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Infektionen der Atemwege erkranken. Insbesondere Kinder können sich wenig gegen den Tabakrauch wehren, das Passivrauchen schadet ihren noch nicht voll entwickelten Organen aber noch mehr als denjenigen von Erwachsenen.

Fehlendes Engagement für frische 

Luft Trotz berechtigten Gesundheitsanliegen hält sich die Mehrheit zurück, gegenüber Tabakrauch anzutreten. Besonders in Restaurants, Bars und Cafés empfinden Nichtraucherinnen und Nichtraucher den Rauch zwar als starke Belästigung. Studien des BAG[1] zeigen jedoch, dass 72% der nicht rauchen­den Restaurant- und Barbesucher, die sich durch den Passivrauch belästigt fühlen, nie unbekannte Personen darum bitten, in ihrer Gegenwart auf das Rauchen zu verzichten. Nur ein Viertel der 14-65-Jährigen geben an, verrauchte Restaurants häufig zu meiden.

Die Nase voll Passivrauchen zeigt: Rauchen ist nicht nur ein Gesundheits-, sondern auch ein Gesellschafts­problem. Die Kampagne will Mut machen, sich für rauchfreie Luft einzusetzen und spiegelt Alltags­situationen, in welchen sich Nichtraucher und Nichtraucherinnen von Tabakrauch stark belästigt und ausgeliefert fühlen. Die zwei TV-Spots zeigen Kinder beim Spielen zu Hause und ein junges Paar in einer Bar. Zu den Zielgruppen gehören einerseits Familien mit Kindern und Jugendlichen, andererseits auch junge Erwachsene, die sich häufiger an Veranstaltungsorten aufhalten, wo geraucht wird. Besonders junge Frauen stört der Tabakrauch stark, weshalb ein Inseratsujet auch eine junge Besucherin eines Trend-Lokals darstellt - sinnigerweise hält sie sich dabei die Nase zu.

Diese Kampagne wurde im Rahmen eines Vortests einer repräsentativen Gruppe von Rauchern und Nichtrauchern gezeigt: die Befragten empfinden sie als Denkanstoss, der Betroffenheit auslöst, ohne Barrieren aufzubauen. Sowohl die Raucher wie auch die Nichtraucher schätzen an TV-Spots und an Inseraten die sympathische, nicht aggressive Art, die vermittelt, dass Rauchen auch den nicht rauchenden Mitmenschen schadet. Zu sehen ist die Kampagne vom 24. Mai bis Ende Juni 2004; die zweite Welle folgt im Zeitraum September bis Oktober 2004.

Das nationale Programm zur Tabakprävention NPTP 

Seit 2001 informiert das nationale Programm zur Tabakprävention NPTP im Auftrag des Bundesrates über die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Rauchens. Information allein genügt nicht. Wichtig sind auch gesetzgeberische Massnahmen, die den Handel und den Verkauf des Tabaks schärfer regulieren wie die Erhöhung der Tabakbesteuerung um 50 Rappen, die im Frühjahr vom Bundesrat beschlossen wurde, oder die Totalrevision der Tabakverordnung. Weiterführende Informationen unter www.rauchenschadet.ch.

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news box mai 2004