Schweizer Beobachtungsteam für die EUFOR nach Bosnien-Herzegowina abgereist

BERN. Heute sind insgesamt elf Schweizer Armeeangehörige in ihre neue Mission nach Bosnien-Herzegowina abgereist. Neun Offiziere und Unteroffiziere bilden ein so genanntes Beobachtungs- und Verbindungsteam (LOT); zwei Offiziere arbeiten als Stabsoffiziere in den Bereichen Führung aller Beobachtungsteams und Lageanalyse im Hauptquartier der Multinationalen Task Force Nordwest (HQ MNTF NW) in Banja Luka.

Die so genannten LOT sind überall in Bosnien-Herzegowina an bekannten und möglichen Konfliktstellen stationiert. Sie sind quasi das "Frühwarnsystem" der European Union Force (EUFOR) und arbeiten eng vernetzt mit der Bevölkerung, den lokalen Behörden und internationalen Organisationen zusammen. Die LOT arbeiten uniformiert und sind dabei stets als Angehörige der EUFOR erkennbar. Das Schweizer LOT ist in Bugojno (zwischen Banja Luka und Sarajewo) stationiert und in einem angemieteten Haus untergebracht.

Weil dieser Einsatz bewaffnet erfolgt, wird der Nationalrat als Zweitrat voraussichtlich im Dezember 2004, im Einklang mit den entsprechenden Vorgaben des Militärgesetzes, nachträglich darüber befinden. Das Schweizer Engagement geht auf eine Anfrage von Grossbritannien zurück.

Die EUFOR löst die NATO-geführte SFOR (Stabilization Force) ab, die seit Ende 1996 mit ihrer Präsenz massgeblich zur Stabilisierung in Bosnien-Herzegowina beigetragen hat. Bis zur voraussichtlichen Kommandoübergabe anfangs Dezember gilt somit die UNO-Resolution 1551 als völkerrechtliche Grundlage für diesen Einsatz.

Die Schweiz beteiligt sich zudem seit Anfang 2003 mit Zivilpolizisten an der European Union Police Mission (EUPM) in Bosnien-Herzegowina. Von 1996 bis Ende 2000 hatte die Schweiz die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit den so genannten Gelbmützen logistisch unterstützt.

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news box november 2004