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Gemeinsam gegen
Vorurteile Appenzeller Zeitung vom 30.08.2004
APPENZELL A. Jäger und Forstfachleute organisierten im Raum Hochalp in Urnäsch einen Wald- und Wildtag. Ungefähr 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft liessen sich am Samstag von Jägern und Förstern in Theorie und Praxis über die engen Wechselbeziehungen zwischen Jagd und Forstwirtschaft einführen. HANS HÜRLEMANN «Wir befinden uns nicht in einer heilen Welt», begann Oberförster Peter Ettlinger am Samstagnachmittag bei seiner Einführung zum «Wald-Wild-Tag 2004», zu dem sein Amt eingeladen hatte. Er sagte das vor ungefähr 50 Interessenten verschiedenen Alters bei der Waldhütte im Bruggerenwald, dort wo der Fussweg zur Hochalp abzweigt. Auslöser für die Veranstaltung ist die Besorgnis über die gegenwärtige Stimmungsmache gegen die Jagd. Kulturlandschaft Wald Das hänge damit zusammen, dass auch der Wald eine vom Menschen geprägte Landschaft geworden sei, fuhr Peter Ettlinger weiter. Die Bedrohung des Waldes durch Verkehrswege, die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten, die Benützung als Freizeit- und Erholungsraum führten dazu, dass sich die Bevölkerung allmählich vom Wert des Naturschutzes überzeugen liess. Vor allem in den naturfernen Gebieten, also in den Städten, schwindet mit dem wachsenden Verständnis für den Schutzgedanken die Einsicht, dass sich Schutz und respektvolle, nachhaltige Nutzung des Waldes nicht ausschliessen. Das hat zur Folge, dass kompromisslose Naturschützer ohne tiefere Einsicht in die tatsächlichen Zusammenhänge die Jagd als Barbarei verteufeln und am liebsten verbieten würden. «Forstwirtschaft und Jagd sind aber dringend aufeinander angewiesen», sagte Peter Ettlinger. Er vergass nicht zu erwähnen, dass Jäger und Förster das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne hatten, dass man aber auf beiden Seiten zur Einsicht gekommen sei, dass nur gemeinsame Anstrengungen zum erwünschten Ziel führen können, nämlich zu gesunden, vielseitigen Lebensgemeinschaften im Wald. Jagd und Hege Der Jagdverwalter Willi Moesch vermittelte die gesetzlichen und statistischen Grundlagen zum Thema Jagd, und Hegechef Sepp Keller stellte dann, illustriert mit zahlreichen an Wäscheleinen aufgehängten Fotos und Diagrammen die vielfältigen Bemühungen der Jäger um gesunde Tierbestände vor. So erfuhr man, dass der Ausserrhoder Wildbestand nach der letzten Frühjahrszählung gegen 700 Rehe, ungefähr 80 Gämsen, rund 40 Hirsche und einen sehr hohen, nicht zählbaren Bestand an Raubwild - da sind Füchse, Dachse, Steinmarder gemeint - ergeben habe. Das Schwarzwild, die Wildsauen, seien im Raum Herisau-Schachen, in Grub, Rehetobel und Gais nachgewiesen worden. Damit die Wildbestände nicht übermässig anwachsen, muss unbedingt der Zuwachs geschossen werden. Die Jäger erfüllen damit eine entscheidend wichtige Aufgabe für die Forstwirtschaft, denn unkontrolliertes Wachstum der Reh-, Gams- und Hirschbestände hätte fatale Folgen für die Ökosysteme im Wald. Sepp Keller gelang es, den Zuhörern klar zu machen, dass die heutigen Jäger nicht blindwütig alles abknallen, was ihnen vor die Flinte läuft, sondern dass sie nach einer anderthalbjährigen Ausbildungszeit und den Schlussprüfungen sehr genau Bescheid wissen, was ihre Aufgabe ist. |