Leitfaden zur Erarbeitung von geschlechtergerechten Lehrmitteln

Lehrmittel geben Fachwissen weiter, sie entwerfen aber auch Bilder von der Welt und vermitteln Werte. Damit die Gleichstellung auch in Lehrmitteln vermehrt umgesetzt wird, hat die Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen des Kantons Zürich den Leitfaden «Kann jeder auch ein Mädchen sein?» erarbeitet. Ziel der Gleichstellung in Lehrmitteln ist die Abbildung der Vielfalt an Lebensentwürfen der heutigen Zeit und die Stärkung des Selbstvertrauens der Schülerinnen und Schüler.

ZUERICH. Der Bildungsrat hat am 9. Juli 2002 zehn Gleichstellungsstandards für die Schulbildung aufgestellt. Zur Unterstützung der Umsetzung hat die Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen des Kantons Zürich den Leitfaden «Kann jeder auch ein Mädchen sein?» erarbeitet. Der Leitfaden zeigt Prinzipien auf und gibt konkrete Hinweise, wie Gleichstellung in den Lehrmitteln verankert werden kann. Hauptgedanke ist, dass Mädchen und Knaben in Lehrmitteln gleichermassen attraktive Vorbilder und Aufgaben erhalten und die Lehrmittel auf die Bedürfnisse, Interessen und Voraussetzungen beider Geschlechter eingehen. Der Leitfaden richtet sich an Lehrmittelverantwortliche, Lehrmittelschaffende und -gestaltende sowie an interessierte Lehrpersonen.

Ein wichtiges Ziel der Gleichstellung in Lehrmitteln ist, die Vielfalt heutiger Lebensformen abzubilden und auch wünschbare Situationen zu entwerfen. Lehrmittel dürfen utopische Elemente enthalten, aber nicht weltfremd wirken. Viel Gewicht wird im Leitfaden auf die Didaktik in Mathematik und Naturwissenschaften gelegt, da diese Fächer noch immer männlich stereotypisiert sind. Der Leitfaden erläutert an Hand von positiven Beispielen, worauf beim Erstellen von Lehrmitteln zu achten ist.

home

news box september 2004