SCHWEIZ ÜBERGIBT BEITRITTSGESCHENK AN DIE UNO NEW YORK 

BERN.  Zwei Jahre nach dem Beitritt der Schweiz zu den Vereinten Nationen hat heute Bundespräsident Joseph Deiss ein der Tradition entsprechendes Versprechen eingelöst: Im Beisein von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey überreichte er im Rahmen einer kleinen Feier am UNO-Hauptsitz in New York UNO-Generalsekretär Kofi Annan die Schlüssel zum GA-200, einem Raumensemble, das die Schweiz renoviert hat.

Am vergangenen 10. September 2004 waren es genau zwei Jahre, seit die Schweiz Mitglied der Vereinten Nationen geworden ist. Es entspricht der Tradition, dass Neumitglieder der UNO ein Geschenk machen, das ihr Land kulturell repräsentiert. Davon zeugen die zahlreichen Bilder, Büsten und Kunstgegenstände, denen man in den öffentlichen Räumen des UN-Hauptsitzes in New York begegnet. Ganz schweizerischer Eigenart entsprechend, sollte das helvetische Geschenk symbolisch, schön und nützlich sein. In Absprache mit der UNO einigte man sich darauf, den sogenannten GA-200 zu renovieren. GA-200 ist die Bezeichnung jener an den Generalversammlungssaal angrenzenden Räumlichkeiten, in denen sich einerseits Staatspräsidenten, Premier- und Aussenminister auf ihren Auftritt vor der Generalversammlung vorbereiten, wo andererseits der UNO-Generalsekretär wie auch der Präsident der Generalversammlung in eigenen Büros dringende Telefonate führen und kurzfristig anberaumte Sitzungen abhalten können. Der GA-200 ist aber auch Arbeitsplatz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UNO-Protokolls, hier werden beispielsweise bei Wahlen und Abstimmungen die Stimmen gezählt. 

In einem für Schweizer Architekten ausgeschriebenen Wettbewerb wurden drei Kriterien formuliert, welche das Geschenk erfüllen musste. Es sollte erstens einem ausgewiesenen Bedürfnis der UNO entsprechen. Zweitens sollte das Geschenk den kreativen Geist der Schweiz reflektieren und die Innovationsfähigkeit des Landes wiederspiegeln. Drittens schliesslich sollte das Geschenk auch etwas Einzigartiges darstellen und damit Zeichen sein für die Tatsache, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft der einzige Staat auf der Welt ist, wo das Volk in einer Abstimmung für den Beitritt zu den Vereinten Nationen gestimmt hat. 

Von den insgesamt 58 Bewerbungen, von denen zehn schliesslich zur Teilnahme an einem Wettbewerb eingeladen wurden, entsprach das Projekt „INLAY“ am besten den gestellten Anforderungen. Die Arbeit der aus Biel, Basel und Zürich stammenden Gemeinschaft von Architekten und Künstlern, die unter dem Namen „INLAY“ firmieren, überzeugt gleichermassen durch Schlichtheit und Modernität wie durch Funktionalität. Offenheit, Grosszügigkeit und Transparenz verleihen die jungen Schweizer dem renovierten GA-200, indem sie mittels verschiebbaren Trennwänden den eng begrenzten Raum aufbrechen und überwinden. So werden in einem der wichtigsten Raumensembles des UNO-Hauptsitzes traditionelle und moderne Werte der Schweiz miteinander verbunden: gutes Design, hochwertiges Handwerk, welche der helvetischen Baukunst zu Weltruf verholfen haben, Kreativität und Offenheit gegenüber der Welt, die durch den Beitritt zu den Vereinten Nationen bekräftigt wurde.

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